H-O-P-E let them hope for the future

  • Ndola - 27.07.2014

Die ersten Tage in Ndola sind für uns gefüllt mit Programm, (unerwarteten) Begegnungen und Busfahrten. Nachdem wir am Donnerstagmorgen zunächst den Generalvikar des Bistums Ndola, Fr. Alexander, getroffen hatten, wurden wir nach unserem ersten sambischen Mittagessen mit Nshima und verschiedenem Gemüse mit verschiedenen Powerpoints und Vorträgen über das Bistum Ndola aufgeklärt.

In 80 Pfarreien sind derzeit etwa 81 Diözesanpriester eingesetzt. Dazu kommen noch verschiedene Ordenspriester, die ebenfalls in der Seelsorge tätig sind. Das Bistum Ndola ist mit der Region des Kupfergürtels in Sambia nahezu deckungsgleich. Dies zieht verschiedene Konsequenzen für die Situation des Bistums nach sich. Einerseits versammeln sich in dieser Migrationsregion verschiedenste Stämme, Sprachen und Bräuche, die alle in der Seelsorge Berücksichtigung finden müssen. Andererseits ist es aber auch so, dass durch die Migration viele Menschen (temporär) Arbeit in den Minen finden, was Teile des Bistums im landesweiten Vergleich als finanzstark herausstechen lässt. Dennoch unterliegt die Region ihre Bewohner betreffend einer hohen Fluktuationsrate. Auch dies ist in der Seelsorge und in den Gemeinden eine Herausforderung.

Die Gruppe mit dem Generalvikar (Mitte), Fr. Nicholas, dem Partnerschaftskoordinator und ständigen Begleiter (links), und Persilvia (rechts), einer ehemaligen Reverse-Freiwilligen. Treike / Bistum Limburg

Freiwilligendienste: Ende der Einbahnstraße

Sehr informativ und interessant war der Vortrag von Fr. Christopher Chowa, der uns einiges über die Bedeutung und die Wichtigkeit der Freiwilligendienste aufzeigte. Zum Glück befinden wir uns in der glücklichen Lage, dass die Freiwilligendienste im Bistum Limburg schon seit einiger Zeit keine Einbahnstraße mehr sind. So waren wir uns alle einig, dass es schön ist, dass wir zwei unserer Reisegruppenmitglieder hier in Ndola lassen werden, um ihren Freiwilligendienst zu leisten. Gleichzeitig freuen wir uns bereits jetzt schon darauf, dass wir auch zwei junge Menschen aus dem Bistum Ndola bei uns in Limburg werden begrüßen können. Jessica und Moses werden hoffentlich ab September in Deutschland sein und sich noch einmal eigens in diesem Blog vorstellen.

Der Freitag brachte uns in die Radiostation des Bistums Ndola. Hier durften wir nicht nur die Räume und die neue Kapelle bestaunen, sondern auch direkt einige Interviews geben, die am Wochenende ausgestrahlt werden sollten. Pfarrer Stefan Müller gab ein Interview für das Programm „Meet your priest“ (lerne deine Pfarrer kennen) und Cornelia Schindler und Michael Ziegler gaben ein Interview zur Partnerschaft zwischen den Diözesen. Ob unser Gesang in der Kapelle allerdings so ruhmreich war, als dass er über das Radio in alle Welt ausgestrahlt wird, da sind wir noch etwas skeptisch. Wer ins Radio Ingengelo gerne reinhören möchte kann dies auch von Deutschland aus tun (siehe: www.listenfmradios.com/icengelo-radio-zambia ).

Die Uniform der katholischen Frauen Organisation in Ndola wird den Limburgern als Geschenk überreicht. Treike / Bistum Limburg

Zahlreiche Einrichtungen und Partnergemeinden haben wir besucht. Überall gab es ein unglaublich herzliches Willkommen für uns. Es ist immer wieder überwältigend, zu erleben, wie sehr sich Menschen für benachteiligte Kinder und Mitmenschen einsetzen. Dies durften wir im Dagama Home und in St. Anthony Children’s Village erleben. Dass die Menschen in den Partnergemeinden auch von unserem Kommen wussten und sich auf den Austausch und die gemeinsame Zeit freuen, konnten wir in kurzen, ersten Besuchen auch schon erahnen.

Sich begegnen und den Alltag teilen

Viel verlief in den letzten Tagen hopplahopp, da das Programm straff ist und wir auch keinen Programmpunkt ausfallen lassen möchten. Hinzu kommt, dass es hier in Sambia um 18.00 Uhr dunkel wird, was den Tag zusätzlich kürzer erscheinen lässt. Erst am heutigen Sonntag haben wir alle einmal „frei“. Auf dem Programm stand der Gottesdienstbesuch mit der jeweiligen Gastfamilie und anschließend Freizeitgestaltung mit der selbigen. Einfach Zeit haben zum Zusammensitzen, gemeinsamem Kochen, Spielen oder einfach mal die Nachbarschaft erkunden – das war heute angesagt. Genau genommen ist es ja auch das, weshalb wir hierher gereist sind: den Menschen zu begegnen, sie kennenzulernen in ihrem Alltag und mit den ganz normalen Dingen, die sie umgeben –sei es die Begeisterung für Fußball oder der eigene Stand auf dem Wochenmarkt. Als Brüder und Schwestern in Jesus Christus und als Kinder Gottes sind wir alle gleich. Der Alltag und die Ausgestaltung unseres Lebens ist ja schließlich das, was uns dann doch ein wenig unterscheidet. Diesen Dingen wollen wir uns in den nächsten Tagen noch etwas intensiver widmen.

Von Vanessa Treike

Reisetagebuch

Alle Fotos und Erfahrungsberichte der TeilnehmerInnen im Überblick finden Sie hier:

zum Reisetagebuch

Hintergrund

Mehr über die Begegnungsreise nach Ndola und die Partnerschaft zwischen den beiden Bistümern erfahren Sie auf dem Internetportal Weltkirche oder auf der Webseite des Bistum Limburg .

Weitere Inhalte

© weltkirche.katholisch.de