Du bist ein Segen für die Welt

  • Limburg - 11.08.2014

Nun sind seit Freitagnachmittag wieder alle elf Teilnehmer der Reisegruppe an dem Ort, den wir „zu Hause“ nennen. Es beginnt die Zeit, das Erlebte zu verarbeiten und sacken zu lassen. Sehr intensive und herzerwärmende Tage in unserem schönen Partnerbistum Ndola liegen hinter uns.

Nach der Rückkehr aus den jeweiligen Partnergemeinden und -Institutionen kam die ganze Gruppe in Ndola wieder zusammen. Am Sonntag, den 3. August, gab es einen Gottesdienst im Dom von Ndola, der durch die Partnerschaft zu Limburg und unseren Besuch geprägt war. Wir gestalteten den Gottesdienst gemeinsam, sangen, beteten die Fürbitten und mit Martina Rützel gab es auch eine Kommunionshelferin aus Limburg. Es war ein rundum gelungener Gottesdienst und ein wirkliches Danken für diese Beziehung zwischen den Bistümern Ndola und Limburg.

Martina Rützel verteilte die Kommunion an die Gläubigen im Rahmen des Partnerschaftsgottesdienstes. Treike / Bistum Limburg

Der Nachmittag war geprägt von Wiedersehensfreude. 2012 war ein Jugendchor aus Ndola für knappe drei Wochen im Bistum Limburg unterwegs gewesen. Das Treffen mit den Mitgliedern der „Ndola Beats“ war laut, bunt und überaus fröhlich. Gemeinsam gestalteten wir den Sonntagnachmittag. Wir erkundeten Ndola Stadt und gingen gemeinsam einige Mitbringsel einkaufen. Die Tatsache, dass wir an einem Ort, an dem wir noch niemals waren, Freunde treffen und dass diese Freunde uns das Gefühl des Zu-Hause-Seins vermitteln können, beschreibt die Qualität unserer Partnerschaft.

Musikalischer Abschied

Schneller als wir gucken konnten waren auch schon unsere letzten Tage in unserem Partnerbistum angebrochen. So langsam schlichen sich diese vielen kleinen Abschiedssituationen ein. Am Montag, den 4. August, war in Sambia „Farmers Day“ und somit ein nationaler Feiertag. Da dies ein freier Tag für fast alle war, luden wir kurzerhand zu einem gemeinsamen Tag am See ein. Gastfamilien, Vertreter der Partnergemeinden, Ndola Beats, Freiwillige (Ehemalige, Zukünftige und Aktuelle), unsere Reisegruppe und viele Freunde kamen nun im Nsobe Camp zusammen und genossen den freien Tag. Für unsere Reisegruppe war dies schon einmal die Gelegenheit Abschied zu nehmen von den vielen Menschen, die uns während unserer Reise begegnet waren und zu Freunden geworden sind.

„Verbunden stehen wir fest. Werden wir getrennt, so fallen wir.“

— Auszug aus dem Partnerschaftsgebet von Ndola und Limburg

„United we stand and devided we fall“ (Verbunden stehen wir fest. Werden wir getrennt, so fallen wir) – die vertonte Version unseres Partnerschaftsgebets, die schon 2012 im Rahmen des Projekts „Limburg meets Ndola beats“ präsentiert wurde, tönte nun lautstark am See des Nsobe Camps und alle stimmten mit ein. Auch die sonst etwas behäbigen deutschen Füße tanzten nun zum Rhythmus der Trommeln und zum deutsch-sambischen Gesang. Aus der Reisegruppe aus Limburg und den sambischen Beteiligten war im Laufe des Besuchs eine wirkliche Partnerschaftsfamilie entstanden.

Die Partnerschaftsfamilie am See im Nsobe Camp. Treike / Bistum Limburg

Dass wir sehr gut harmonisierten, zeigte sich am Abend zum Abschluss noch einmal mehr als deutlich. Gemeinsam sangen wir das Lied, was sonst gerne die Reisegruppe in Gottesdiensten oder zu ähnlichen Gelegenheiten zum Besten gegeben hatte: „You are a blessing“ (Du bist ein Segen). Während die deutschen Stimmen alleine nicht immer auf Anhieb Rhythmus und Tonlage fanden, gelang dem vereinten Chor auf Anhieb eine Version des Songs, die bühnenreif war.

Was bleibt nun?

Tiefe Zufriedenheit darüber, die Menschen getroffen zu haben, die wir schon seit langer, langer Zeit treffen wollten. Zufriedenheit darüber, dass wir miteinander über Partnerschaft und unseren Glauben sprechen konnten. Und auch tiefe Zufriedenheit darüber, dass wir uns über unser Leben austauschen konnten – die Herausforderungen hier und dort, die Freuden und auch die Perspektiven für die Zukunft.

Was uns auch bleibt, ist die Motivation, die wir nun umso stärker empfinden. Die Partner sollen in den kommenden Jahren auch zu uns eingeladen werden. Die Partnergemeinden sollen sich begegnen, sich austauschen können und voneinander lernen. Wir wollen uns darum bemühen, dass diese Beziehung noch lange weiter existiert. Der Schritt, der durch diese gemeinsamen Tage gegangen werden konnte, motiviert uns nun auch, den nächsten zu tun und immer mehr Menschen in diese Partnerschaft hineinzuziehen und sie zu begeistern von der Vielfalt, die sich in unserem Glauben realisiert.

Konkret stehen nun die Vorbereitungen für den Freiwilligendienst von Moses und Jessica an, die hoffentlich im September zu uns kommen und mit denen wir ein Jahr im Bistum Limburg verbringen werden. Uns bleibt die Gewissheit, dass Martin Buber Recht hat, wenn er schreibt: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Von Vanessa Treike, Abteilung Weltkirche im Bistum Limburg

Reisetagebuch

Alle Fotos und Erfahrungsberichte der TeilnehmerInnen im Überblick finden Sie hier:

zum Reisetagebuch

Hintergrund

Mehr über die Begegnungsreise nach Ndola und die Partnerschaft zwischen den beiden Bistümern erfahren Sie auf dem Internetportal Weltkirche oder auf der Webseite des Bistum Limburg .

Weitere Inhalte

© weltkirche.katholisch.de