Von welcher Kirche träumen wir?

  • Manila/Antipolo - 23.03.2014

Vor der gemeinsamen Feier der Eucharistie am Vormittag haben wir uns intensiv mit der Bibelstelle Joh 6,10-15 auseinandergesetzt. Ein Teil des Lernprozesses besteht ja für uns darin, durch praktische Anwendung neue Methoden einzuüben, die die Botschaft der Bibel aktualisieren. Haben Sie lieber Leser, liebe Leserin einen Bibeltext schon einmal einem zuhörenden Partner zugeflüstert?

Drei Begriffe haben wir methodisch aus dem Text somit herausgearbeitet:

gesegnet – gebrochen – austeilen

Jeder sollte sich einem dieser Begriffe zuordnen. Die entstehenden drei Gruppen waren nun aufgefordert, ihrem jeweiligen Begriff durch Gesang, Bewegung und Rhythmus eine „Gestalt“ zu geben. Kaum hatten wir diese Aufgabe gemeistert, sollten wir auch noch (ohne uns vorher mit den anderen zwei Gruppen abzusprechen) eine gemeinsame Interaktion der drei Begriffe entwickeln. Was lernten wir daraus? – Echte Interaktion in einer funktionierenden Gemeinschaft / Gemeinde muss man wirklich trainieren und es erfordert viel Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen.

Father Marc hat uns in der Predigt in der gemeinsamen Eucharistiefeier dann ermutigt, auf die Gaben zu schauen, die Gott bereits gegeben hat und lud uns ein, um Vervielfältigung zu bitten. Für ihn sind die Brotkörbe im Evangelium Körbe voller Träume für eine partizipative Kirche.

Für uns Getaufte stellen sich daher folgende Fragen:

  • Haben wir Träume für unser eigenes Leben und von welcher Kirche träumen wir?
  • Wir als Mitarbeiter in der Kirche dürfen dabei Wegbereiter sein.

Nur für Autofahrer: Car-Drive-In für den Autosegen Winter-Riesterer/Bistum Essen

Eine Fahrt zur Kirche unserer lieben Frau des Friedens und der glücklichen Reise rundete den Sonntag ab. Zu dieser Wallfahrtskirche pilgern besonders die philippinischen Auslandsarbeiter, um den Reisesegen zu erbitten.

Weitere „überraschende“ Angebote sind: ein Car-Drive-In für den Autosegen, eine Segnungsstation (besetzt mit drei Priestern!) bei der gekaufte Devotionalien umgehend gesegnet werden, Liedtexte mit Außenübertragung, lange Schlangen vor dem Gnadenbild, ca. 1.000 anwesende Gläubige pro Gottesdienst, der stündlich angeboten wird. Dem nicht genug, der überwiegende Teil der Besucher waren Jugendliche mit ihren Familien.

Von Stefan Goetting, Bistum Erfurt

Lernend

Ja – wir sind lernend, auch im Kleinen – so heißen die „BEC´s” ausgeschrieben: Basic Ecclesial Communities (Kirchliche Basisgemeinden oder – Gemeinschaften – die englische Sprache ist hier nicht eindeutig) – nicht wie zuletzt geschrieben Basic Ecclesical Communities.

Doch was sind diese BEC nun, wie werden sie organisiert? Wie viele Leute nehmen daran teil? … – Nein, den Antworten auf diese Fragen sind wir noch nicht näher gekommen, denn in den letzten 1,5 Tagen haben wir uns intensiv mit dem Wunder der Brotvermehrung (Joh 6) beschäftigt und darin wichtige Impulse für uns als Gemeinschaft hier in Bukal erhalten. Wir gehen exemplarisch den Weg, der auch mit den Menschen vor Ort gegangen wird.

Station für die Segnung von Andachtsgegenständen Goetting / Bistum Erfurt

Erste Erkenntnisse haben sich uns aber schon gemeinsam erschlossen: BEC´s sollen die Kluft zwischen Glauben und täglichem Leben schließen. Ziel ist es, einen Glaubenssensus zu entwickeln, um wie ein Korb für neue Träume zu wirken.

Am Sonntagabend haben wir dann Antipolo (ca. 670.000 EW) besucht. Im Zentrum liegt eine Wallfahrtskirche. Jede Stunde begann eine Eucharistiefeier, einzige Pause war zwischen 12:00 und 13:00 Uhr. Die Kathedrale war bei unserer Ankunft mehr als voll (geschätzt 1.000 Männer, Frauen, Kinder, Babys). Warum? Hier bitten die vielen im Ausland arbeitenden Männer und Frauen um eine gute Reise. Staunend sahen wir Autosegnungszelte, eine Station für die Segnung von Andachtsgegenständen, eine 24h geöffnete Anbetungskirche (ebenfalls gut besucht), Schlangen vor der Berührungsmöglichkeit des Gnadenbildes usw. Es war eine lebendige und doch auch andächtige Atmosphäre. Wir waren die einzigen Europäer, was zu erstaunten Blicken und mancher interessanten Begegnung führte.

Morgen beginnt nun der Seminarteil unserer Reise, wie wir Estella und Pater Marc bereits kennengelernt haben, wird es kurzweilig sowie reich an Inhalten und neuen Methoden werden.

Von Barbara Winter-Riesterer, Bistum Essen

Reisetagebuch

Alle Fotos und Erfahrungsberichte der TeilnehmerInnen im Überblick:

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Link-Tipp

Weitere Blogs zur Philippinen-Reise finden Sie auf den Webseiten des Bistum Erfurt und des Bistum Essen .

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