Sehen, urteilen, handeln

  • Manila - 25.03.2014

Mit einer Ikonenbetrachtung (der Erzengel Gabriel bringt Maria die Frohe Botschaft) begann unser neuer Tag. Wie schon in den vergangenen Tagen war das methodische Vorgehen sehr verständlich und einladend. So kamen wir schnell über das Bild miteinander ins Gespräch.

Ein Schwerpunkt des heutigen Tages war, uns bewusst zu machen, dass Erwachsene anders lernen als Kinder.

Wenn wir spüren, dass sich in unserer Kirche etwas verändern muss, dann gelingt das sicher nicht über Predigten. Selbst 10 Jahre nur predigen bringt nichts, denn nur an 10 Prozent des Gehörten kann man sich überhaupt noch erinnern.

Erwachsene brauchen für Veränderung ERFAHRUNGEN. Vielleicht lässt sich das kurz so zusammenfassen:

Was ihr hört, vergesst ihr.
Was ihr seht, daran erinnert ihr euch.
Was ihr einmal erfahren habt, das bleibt euch.

Wie gelingt Vermittlung, die auf einer gemachten Erfahrung basiert? Zunächst muss die Befindlichkeit der Menschen wahrgenommen werden, ihre Ängste, ihre Nöte müssen ernstgenommen werden. Erwachsene Menschen haben es ja gelernt, selbst unter Schwierigkeiten ihre täglichen Aufgaben zu meistern und sie haben längst eine eigene Lebensweisheit und Kompetenz erworben. Dem muss Rechnung getragen werden, das muss einbezogen werden und das gilt es anzuerkennen.

Im Prozess einer gemeinsamen Erfahrung darf niemand abgehängt werden. Spätestens hier ahnt jeder, wie sorgfältig und weitsichtig hier methodisch vorgegangen werden muss. In diesem Sinne dürfen wir hier an reichen und vielfältigen Erfahrungen teilhaben.

Von Stefan Götting

Schauspielerische Künste

Wie angekündigt mussten sich Josef und Aleli nach dem morgendlichen Bibelteilen vielen Fragen stellen, um uns ein klareres Bild der von Bukal begleiteten Prozesse zu vermitteln.

Anschließend lernten wir die ausdrucksstarken schauspielerischen Künste des Teams kennen. Die uns auf diese Weise zeigten, dass alle Methoden, die das Bukal-Team einsetzt, der größtmöglichen Beteiligung der Menschen dienen. Dieses Prinzip wird bei den - auch auf den Philippinen - schwierigen Veränderungsprozessen durchgehalten. Durchgängiges Kriterium bei allen Planungen und Prozessen ist das auch bei uns bekannte und geschätzte Motto “Sehen-Urteilen-Handeln”, ein wohl weltweit bewährter Dreischritt.

Bukal steht aber nicht nur für ein asienweit geschätztes Pastoralinstitut. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Standort des einzigen psychotherapeutischen Zentrums auf den Philippinnen für traumatisierte Straßenkinder. Insbesondere sexuell missbrauchte Kinder bis 13 Jahre werden hier durch ausgebildete Therapeuten betreut und Lösungen für ihre Familiensituation gesucht. Eindrucksvoll schilderte uns Pater Victor aus Brasilien die Situationen, aus denen die Kinder kommen und wie ihnen geholfen wird.

Nach der Eucharistiefeier zum Hochfest der Verkündigung des Herrn und anschließendem Abendessen erläuterte uns José aus Nicaragua die Arbeit seines Institutes zur Ausbildung der Gemeindeleitungsteams. José ist auf Einladung von Adveniat Mitglied unsere Studiengruppe und trägt mit seinen interessanten Fragen und Beiträgen aus mittelamerikanischer Perspektive zu unserem interkontinentalen Austausch bei.

Die Nacht wird für einige kurz werden – die Schalkehymne erklang bereits … (aber Achtung 7h Zeitunterschied!)

Von Barbara Winter-Riesterer

Reisetagebuch

Alle Fotos und Erfahrungsberichte der TeilnehmerInnen im Überblick:

zum Reisetagebuch

Link-Tipp

Weitere Blogs zur Philippinen-Reise finden Sie auf den Webseiten des Bistum Erfurt und des Bistum Essen .

Weitere Inhalte

© weltkirche.katholisch.de