Kirche beginnt in mir

Wir beginnen hier in Bukal mit einem „Retreat“ – so ganz anders als wir es von der Übersetzung des Wortes her „Besinnungstage“ erwartet haben. Schon dieser Anfang macht uns deutlich, was uns unsere philippinischen Freund, Estela Padilla, Fr. Mark Lesage und Joy Candelario, immer wieder sagen. Sie verstehen sich als „facilitator“, als Ermöglicher, und helfen uns Brücken zu schlagen, von dem, woher wir kommen und wonach wir hier suchen.

Im Mittelpunkt des Retreats steht das Leben aus dem Wort und für diesen konkreten ersten Schritt das Evangelium von der wunderbaren Brotvermehrung. In der Beschäftigung mit dem Evangelium werden uns über die beiden Apostel Philippus und Andreas zwei sehr grundsätzliche aber auch sehr unterschiedliche Haltungen bewusst. Sehen wir immer nur Begrenzungen und Hindernisse, oder erkennen wir – manchmal auch im Kleinen und Unscheinbaren – die Möglichkeiten, die den Raum für das Wunder öffnen können?

Von Andreas Watzek

Wir haben heute unser Retreat mit der Feier der Heiligen Messe beendet. Am Vormittag drehte es sich weiter um das Wunder der Brotvermehrung, speziell Johannes 6,10-15. Blessed – broken – given away: diesen drei zentralen Aussagen näherten wir uns mit Ausdruck und Sound.

Anschließend gingen wir der Anregung nach, in die Begegnung von gesegnetem, gebrochenem und sich verschenkendem Leben zu kommen. Denn in jedem persönlichen Leben und in jeder christlichen Gemeinschaft ereignen sich diese Wirklichkeiten. In der Vertiefung dieser Schriftstelle wurde uns deutlich, dass der Glaube als Erfahrung weiterzugeben ist, nicht einfach „die Botschaft“. Im Gottesdienst klang die Frage an, ob die Erfahrungen mit den Kleinen Christlichen Gemeinschaften auf den Philippinen auch in Deutschland zu realisieren seien. Glauben wir dem Schrifttext, dann ist vieles möglich. Dann brauchen wir dem Wunder nur Raum geben.

Am Nachmittag tauchten wir ein in die Mega-City Manila und erleben in der Basilika „The Black Nazaren“ einen lebendigen und mit vielen jungen Menschen gefüllten Gottesdienst. Der Sonnenuntergang am Meer schloss einen erfahrungsreichen schönen Sonntag ab.

Von Thomas Wulf __amp__ Silke Otte

© weltkirche.katholisch.de

Von Paderborn auf die Philippinen

Anfang Oktober machten sich einige Mitarbeiter des Erzbistums Paderborn auf eine Reise um die halbe Welt. Ihr Ziel: das pastorale Modell der kleinen christlichen Gemeinschaften auf den Philippinen kennenlernen. In Form eines Reisetagebuchs berichten die Paderborner von ihren Begegnungen. Alle Beiträge auf einen Blick finden Sie hier:

zur Übersicht