Neue Wege einer Großstadtpfarrei

  • Mexiko-City - 28.08.2014

Am Vormittag standen zwei Begegnungen auf dem Programm. Im Haus der Solidarität hatten wir ein Gespräch mit Mauricio Solazar von der Initiative „Serapaz – Dienste für den Frieden“. Wir erfuhren von dem unermesslichen Konfliktpotenzial und den Maßnahmen, mit denen „Serapaz“ Menschen befähigen will, gewaltfrei mit Auseinandersetzungen umzugehen. Ein Schwerpunkt liegt auch in der Begleitung von Leuten, in deren Familien eine Person verschwunden ist. Rund 2.700 Menschen verschwinden in Mexiko jährlich. Sehr wichtig ist für die Initiative die internationale Solidarität.

Unsere zweite Station am Vormittag war eine Großstadtpfarrei der gehobenen Mittelschicht, mit circa 15.000 Katholiken. Pfarrer Eloy Diaz erzählte uns von dem großen Transformationsprozess der letzten 20 Jahre. Während sich früher alle Leute kannten, pendeln heute in etwas 50 bis 60 Prozent ein und aus. Es wurde deutlich, dass die klassischen Antworten der Pastoral der gebildeten Mittelschicht nicht mehr gerecht werden. Sie mussten nach Wegen suchen, wie das Evangelium auch bei Menschen ankommen kann, die von dem Katholizismus nichts mehr erwarten. So wurden Kurse entwickelt, die von den Fragen der Menschen ausgehen, die nicht belehren wollen, sondern Gruppen ins Gespräch über die Botschaft Jesu bringt und sie mit ihrem Alltag in Beziehung setzt.

Die Delegation der Groß-Pfarrei „Medalla Milagrosa“ begrüßte die Deutschen mit bunten Plakaten. Marianne Grünninger

Deutschland ist da

Am Nachmittag wurden wir in der Gross-Pfarrei „Medalla Milagrosa“ im Bistum Nezahuacocoti erwartet. Eine Delegation begrüßte uns mit Plakaten und deutschen und mexikanischen Fähnchen. Alle erhielten ein T-Shirt der Pfarrei und gemeinsam zogen wir zur Kirche, begleitet von Sprechchören „Se ve, se siente, Alemania es presente“ (Man sieht es, man spürt es, Deutschland ist da).

Im Zentrum erläuterte uns Bruno, der Leiter der Koordinatoren, das Konzept der Sektorisierung, der Aufteilung der Pfarrei in überschaubare Wohngebiete. Jugendliche stellten uns ihr Engagement vor. Zurzeit läuft ein Filmprojekt auf Diözesanebene. Der Kurzfilm mit dem Titel „Wunder sind möglich“ soll Jugendlichen durch das Zeugnis von Jugendlichen zeigen, dass ein Ausstieg aus dem Drogenmilieu möglich ist. Das Projekt wird u. a. von Adveniat und der Diözese Rottenburg-Stuttgart finanziell gefördert.

Ursula Schieler, Diözesanreferentin im Bischöflichen Ordinariat

Reisetagebuch

Alle Fotos und Erfahrungsberichte der TeilnehmerInnen im Überblick finden Sie hier:

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