Kirche bei den Menschen

  • Sayula - 19.08.2014

Für den Dienstagmorgen hat sich Bischof Braulio Rafael León Villegas (Diözese Ciudad Guzmán) angekündigt. Bei seinem Besuch spricht er davon, wie sehr er sich freut, dass wir aus Deutschland kommen, um seine Diözese zu besuchen. Wir seien herzlich willkommen. Ganz Südamerika und besonders Mexiko habe viel Hilfe und Unterstützung durch die deutschen Hilfswerke erfahren. Dafür seien sie sehr dankbar.

Der Bischof selbst hat während seines Studiums einige Zeit in Deutschland gelebt. Dabei habe er auch für einen Monat bei Mercedes gearbeitet. Mit dem verdienten Geld konnte er sich sein eigenes erstes Auto leisten ... allerdings keinen Mercedes :).

Wege, die verbinden

In seinen Augen verbinden die beiden Diözesen zwei Wege, die beide Bistümer erkannt und beschritten haben und die sie heute miteinander verbindet:

  • Es wurde ein Bewusstsein entwickelt und gestärkt, dass der Weg (die Mission) der Kirche nicht alleine einer der Bischöfe und Priester ist, sondern aller Getauften.
  • Es besteht Bereitschaft, bereits hier auf Erden Gerechtigkeit zu schaffen und Nachfolger Jesu Christi zu sein, damit unser Volk in Ihm das Leben hat.

Als Kirche ist es uns wichtig, dass wir sowohl in den gesellschaftlichen wie auch geografischen Randzonen wirken können. „Wir haben jedoch noch viel zu arbeiten, wenn ich an die Option für die Armen und die Option für die Jugend denke“, sagte der Bischof weiter beim Treffen.

Im Gespräch mit Bischof Villegas. Alwin Nagy übersetzt die Worte des Bischofs ins Deutsche. Angelika Kamlage

Ehrenamtliche als Schlüssel zu einer Kirche der Nähe

Beide Diözesen versuchen, auf ihre Weise den notwendigen Blickwechsel zu gestalten hin zu den Lebenswelten der Menschen. Das ist nicht einfach. Aufgabe der Kirche ist es jedoch, Kirche mit Herz bei den Menschen zu sein. Eine andere Frage, die uns in den nächsten Jahren weiter herausfordern wird, ist die Frage nach den Ehrenamtlichen. Sie sind ein wichtiger Schlüssel zu einer Kirche der Nähe. Deshalb brauchen sie eine qualifizierte Ausbildung, um ihren Dienst zu tun. Dieses zu gestalten und zu begleiten, ist eine wichtige Aufgabe. „Den hier in der Diözese in den letzten Jahrzehnten entstandenen Basisgemeinden kann es am ehesten gelingen, eine Kirche der Nähe zu gestalten“, sagt Bischof Villegas. „Sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Katechese.“

Die Kirche in Deutschland ist seinem Eindruck nach in der Umsetzung der beiden zuletzt genannten Aspekte schon sehr weit. Für Mexiko wünscht sich Bischof Villegas ebenso qualifizierte Christen, die die Gesellschaft mitgestalten – so, wie die Europäische Union durch solch engagierte Menschen grundgelegt wurde und bis heute gestaltet wird.

Die Tage hier in Mexiko sind voll. Jeden Tag dürfen wir neue Menschen kennenlernen, die sich in ihrer Kirchengemeinde engagieren. Sie tun dies mit Herz, Leidenschaft und sehr viel Selbstbewusstsein. Jede Begegnung zeigt natürlich immer nur einen kleinen Teil des großen Ganzen. Um noch vielfältigere Eindrücke zu sammeln, teilt sich unsere Gruppe nach dem Gespräch mit dem Bischof in drei Teile. Eine Gruppe fährt hinaus aufs Land nach Jiquilpan, eine andere besucht die Kleinstadt Usmajac und die dritte bleibt in Sayula, die großstädtisch geprägt ist.

Von Angelika Kamlage, Dekanat Böblingen

Reisetagebuch

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