Auswerten und Weitergehen

  • Sayula - 21.08.2014

Das „Neue Modell von Kirche“ in der Diözese Ciudad Guzmán nennt vier Organisationsebenen. Neben den Basisgemeinden, die an einem Ort als Gemeinschaft von Gemeinschaften die Kirchengemeinde bilden, und der Diözesanebene nimmt die Ebene der Dekanate (Vicaria) eine wichtige Steuerungsfunktion ein.

In die Dekanatsversammlung werden Delegierte aller Pfarreien sowie aller Arbeitsfelder (Katechese, Bibelgruppen, Liturgie, solidarische Ökonomie ...) entsandt. Die Dekanatsversammlung steuert die Umsetzung der diözesanen Prioritäten im Dekanat einerseits, andererseits diskutiert sie die Themen, die „von der Basis“ kommen.

Am heutigen Tag konnten wir an der Dekanatsversammlung des III. Dekanats teilnehmen. Mehr als 50 Delegierte aus elf Pfarreien fanden sich im an allen vier Himmelsrichtungen offenen Versammlungsraum ein (mit einem phantastischen Blick auf die Lagune von Sayula) und sicherten die Ergebnisse ihrer Delegierten, die am 19. nationalen Basisgemeinschaftstreffen und der neunten nachsynodalen Versammlung der Diözese teilgenommen hatten.

Besuch im III. Dekanat. Angelika Kamlage

Offene Aussprache

Vier zentrale Fragestellungen wurden bearbeitet: Welches Gottes-, Kirchen- und Hirtenbild scheint auf bzw. ist sichtbar geworden? Welche zentralen Themen wurden mit Blick auf die Lebenswelt der Menschen identifiziert? Mit viel Selbstkritik, aber auch Wertschätzung ihres eingeschlagenen Weges wurden die Ergebnisse aller elf Pfarreien gesammelt vorgestellt und anschließend einer Bewertung unterzogen: Was hilft uns auf unserem weiteren Weg? Was müssen wir anders bzw. besser machen?

Auch unsere Delegation wurde um eine Rückmeldung gebeten. Uns beeindruckt die Offenheit der Rückmeldung. So wurde beispielsweise deutlich Kritik am Klerikalismus einiger Priester und leitender Ehrenamtlicher geübt.

„Gut, sich nebeneinander auf dem Weg zu wissen.“

Wir konnten wahrnehmen, wie konsequent entlang der diözesanen Prioritäten gearbeitet wurde, und wie eng verzahnt Glaube und Leben in der Reflektion verbunden sind. Wir sahen auch Bestätigungen für unseren Rottenburger Weg des Kirche-Seins, denn was wir unter Blickwechsel, Lebensorientierung, Kirche im Nahraum etc. buchstabieren, findet sich – allerdings im soziokulturellen Kontext – auch in der Diözese Guzmán. Gut, sich nebeneinander auf dem Weg zu wissen. Und, wie eigentlich immer: es wurde viel gesungen, das Wort Gottes in den Mittelpunkt des liturgischen Impulses gestellt und am Ende lecker gegessen.

Von Wolfgang Hermann, Betriebsseelsorger

Reisetagebuch

Alle Fotos und Erfahrungsberichte der TeilnehmerInnen im Überblick finden Sie hier:

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