Angekommen

  • Sayula - 17.08.2014

Nach über 36 Stunden sind wir endlich in Sayula in der Diözese Ciudad Guzmán angekommen. Zwölf Stunden davon sind wir mit dem Bus unterwegs gewesen, der uns von Mexiko City zu unserem Zielort brachte. Dabei hatten wir Zeit, erste Eindrücke von den Menschen und dem Land zu erhaschen.

Es gibt hohe Berge, auch einen Vulkan, Wasser (zur Zeit im Überfluss – ist ja Regenzeit), natürlich auch weite Felder mit Mais oder Agaven (aus denen wird der Tequila gemacht), und sogar die eine oder andere kleine Rinderherde können wir beobachten, die von Männern auf Pferden gehütet werden. Eines der besonderen Highlights am Straßenrand: ein Obstverkäufer, der dem Besucher die Mangos mundgerecht aufbereitet. Eine gesunde Alternative zum Eis am Stiel :).

Padre José Sánchez begrüßt die Gäste aus Deutschland. Angelika Kamlage

Am Abend kommen wir endlich in Sayula in der Diözese Ciudad Guzmán an. Alle sind müde und verschwitzt. Padre José Sánchez begrüßt uns herzlich, als wir aus dem Bus steigen. „Los alemanes están allí.“ (Die Deutschen sind da.) Die Kunde verbreitet sich schnell in der Gemeinde Parroquia Immaculada Concepción. Nach und nach füllt sich der Gemeindesaal mit Menschen. Es wird viel gelacht. Neugierige Blicke machen die Runde.

Musikalische Begrüßung

Erste vorsichtige Kontakte werden aufgenommen. Wolfgang Herrmann schlägt vor, dass wir ein Lied singen sollen. So stimmen wir „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“ an und, weil es so gut klang, danach noch „Großer Gott, wir loben Dich“. Dann sind die Mexikaner an der Reihe. Auch sie singen zwei Lieder. Eines davon ist im Rahmen der letzten Bischofssynode entstanden, das andere erzählt von der Jungfrau Maria.

Eine Vorstellrunde folgt. Das dauert, ist aber höchst interessant. Wir sind beeindruckt von der Vielfalt der Aufgaben und Ämter, die hier genannt werden. Neben Wort-Gottes-Leiterinnen, Katecheten und Katechetinnen und Jugendbeauftragten gibt es viele verschiedene missionarische und soziale Aufgaben. So wird zum Beispiel am Gründonnerstag in jedem Jahr eine große Spendenaktion durchgeführt. Das Geld, das dort gesammelt wird, kommt Menschen aus der Gemeinde zugute – nicht pauschal, sondern jeder Einzelfall wird geprüft. Wenn jemand ein teures Medikament nicht bezahlen kann, wenn eine notwendige Anschaffung nicht erfolgen kann usw., kann jeder hier Unterstützung finden.

Rachel - die gute Seele der Gemeinde. Angelika Kamlage

„Meine Zeit ist für Gott und das ist mein Lebensinhalt“

Die Frau, bei der wir in dieser Woche leben dürfen, heißt Rachel. Sie ist für die Verteilung von Lebensmitteln an arme Familien an jedem Zweiten des Monats zuständig. Am Ersten wird dafür in der Gemeinde Geld gesammelt. Sie kauft die Lebensmittel und bringt sie in die Familien. Sie sagt, „auf diese Weise bringe ich immer auch das Evangelium in die Familie.“ Heute Morgen beim Frühstück frage ich sie, was sie macht, wenn gerade keine Deutschen da sind und wundervoll umsorgt werden. Ihre Antwort: „Ich koche für die Kranken, schaue nach ihnen und helfe den Armen und Bedürftigen, wo es möglich ist. Meine Zeit ist für Gott und das ist mein Lebensinhalt.“

Der Satz am Ende des Tages als wir auf die privaten Quartiere verteilt werden: „Uns ist auch noch wichtig zu sagen, dass wir eigentlich viel besser riechen als im Moment“. Lautes Gelächter erfüllt den Raum. Die Gemeindemitglieder sind sichtlich stolz, dass wir sie besuchen und sie uns beherbergen dürfen. Da macht auch unser gewöhnungsbedürftiges Deo keinen Unterschied.

Von Angelika Kamlage, Dekanat Böblingen

Reisetagebuch

Alle Fotos und Erfahrungsberichte der TeilnehmerInnen im Überblick finden Sie hier:

zum Reisetagebuch

© weltkirche.katholisch.de