Wir sind in Kumbo

  • Kumbo - 29.10.2013

Wir haben Freunde in Afrika. Wir haben Partner in Kamerun. Wir sind in Kumbo. Manchmal erscheint uns diese Reise sehr unwirklich. Wir werden überall herzlich empfangen, ja richtig gut umsorgt. Für viele ist es ein nach Hause kommen. Wir treffen Freunde, wir herzen uns. Und wir sehen eine einmalig schöne Landschaft.

Nachdem wir am ersten Tag im Bistum Kumbo die Pfarrei- und Familienebene erlebt haben, erfahren wir am Dienstag mehr über die Arbeit auf Bistumsebene. Im bischöflichen Ordinariat, „Bishops Hill“, besuchen wir in kurzer Folge wichtige Dezernate. Die Leiter erklären uns, welche Aufgaben sie haben. So ergibt sich für uns ein breites Bild der Arbeit des Bistums.

Das „Jerome Biblical and Pastoral Center“ ist vergleichbar mit dem Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden. Neben Seminarräumen in verschiedenen Größen gibt es Übernachtungsmöglichkeiten und eine ausgezeichnete Küche. Hier finden Seminare für Katechisten, Fortbildungen für Pfarreien und Zusammenkünfte auf Bistumsebene statt. In diesem Center wird auch der Partnerschaftsworkshop stattfinden.

Besuch im Büro von Justice and Peace im Bistum Kumbo Bistum Limburg

Die Abteilung „Justice and Peace“, Gerechtigkeit und Friede, nimmt sich der Rechte aller Menschen im Gebiet des Bistums Kumbo an – egal, welcher Religion sie angehören. So werden Landkonflikte zwischen Farmern und Viehzüchtern geglättet und es gibt Unterstützung bei Ehegerichtsentscheidungen. Die Bildung von Handelsorganisationen, um zum Beispiel Eucalyptusbäume besser verkaufen zu können, wird forciert. In jeder Pfarrei gibt es eine Justice and Peace Commission.

Das „Agricultural Trainee Programm“ arbeitet mit jungen Farmern aus den einzelnen Dörfern. 25 Jugendliche werden ein Jahr lang in einer Musterfarm in der Gemeinde Mbiame unterrichtet. Dort werden ihnen die neusten Erkenntnisse des „New Farming“ über Ackerbau und Viehzucht beigebracht. Danach werden sie für weiter drei Jahre in ihren Dörfern begleitet, um die Erfahrungen auch umzusetzen.

Das „Education Center“ unter der Leitung von Father Cyprian verwaltet die katholischen Grundschulen, Kindergärten und weiterführenden Schulen. Mehr als 20.000 Schüler besuchen die katholischen Einrichtungen im Bistum Kumbo. Derzeit gibt es schwere Meinungsverschiedenheiten mit der kamerunischen Regierung über die Bezahlung der mehr als 1.000 Lehrer.

Besuch bei den Schwestern von St. Anna, zusammen mit den Generalvikar Fr. Roland (li.) Bistum Limburg

Das „Family Life Office“ wird seit 24 Jahren von dem Ehepaar Theresia und Ephriam Lukong geleitet. Die Familie ist die Keimzelle des Glaubens. Diese wird in den unterschiedlichsten Weisen unterstützt: Aufklärung, natürliche Familienplanung, Verhinderung von HIV, finanzielle und moralische Unterstützung von Waisenkindern, AIDS-Selbsthilfegruppen und alleinerziehenden Frauen. In jeder Pfarrei gibt es ein gut organisiertes Family Life Office.

Ein großes Wiedersehen

Nachdem uns nun bei all den guten und wichtigen Informationen der Kopf schwirrt, fahren wir weiter zum Mittagessen nach Tobin zu den Schwestern von St. Anna. Und es war wirklich lecker. Fufu, Njama-Njama und andere kamerunische Köstlichkeiten verwöhnen uns. Auch der Garten der Schwestern ist eine wahre Pracht. Neben Gemüse gibt es viele Pflanzen und Blumen, die wir auch aus Deutschland kennen: Weihnachtssterne, Geranien, Zaubermyrten, fliegende Holländer, Gerbera, Tagetes und Mittagsblumen.

Unterhalb des Doms von Kumbo treffen wir in einer Bar Freunde: Makelia und Ephriam Bam. Beide waren vor zehn Jahren als Freiwillige für ein soziales Jahr in Deutschland. Sie arbeiten und leben in Kumbo. Es gab ein großes Wiedersehen!

Wasserprojekt in Upper Dzeng Bistum Limburg

Fast wie im Allgäu

Obwohl es schon fast 4 Uhr war, brachen wir mit zwei Pickups auf, um uns ein Wasserprojekt des „Social Welfare-Departments“ unter Leitung von Father Daniel anzusehen. Dafür mussten wir hoch in die Berge fahren. Dort ist es kühler, wenige Menschen wohnen in vereinzelten Dörfern, die Landschaft wird karger: Das Grasland war erreicht – welch ein Panorama! Berge, Wälder, Grasgebiete lagen uns zu Füßen. Es war fast wie im Allgäu. Nur die Kühe waren schlanker und hatten keine Glocken. Wir fühlten uns dem Himmel so nah! Und dort oben wird Wasser aus einer Quelle gefasst und zu einem Dorf in der Nähe geleitet. Die Dorfbewohner erwarteten uns schon. Da wir keine Zeit für das Abendessen hatten, bekamen wir die zwei Hühner als Gastgeschenk lebend mit. Als Dank sangen wir „Laudato Si“. Die Kinder waren begeistert – erstaunlicherweise, denn es war doch etwas schräg. Mittlerweile wurde es dunkel. Und es ist nicht so einfach im Dunkeln die Schlaglöcher zu umfahren. Aber am Himmel leuchtete ein beeindruckender Sternenhimmel und der hellste Stern zeigte uns den Weg nach Hause.

Von Stefan Hecktor

Unterwegs nach Kumbo

Die Bistumspartnerschaft zwischen Limburg und der Diözese Kumbo in Kamerun feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Bereits im Januar 2013 brach eine kleine Gruppe aus Limburg auf nach Kumbo, um diese langjährige Freundschaft weiter zu stärken. Nun führt es die Limburger wieder nach Kamerun. In einem Reisetagebuch halten sie ihre Erfahrungen fest.

Alle Reiseberichte auf einen Blick finden Sie hier:

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