Und er sandte sie zu zweit

  • Limburg - 06.11.2013

Am Dienstagmorgen um 9 Uhr morgens waren fünf von acht Delegationsmitgliedern wieder zurück im kühlen Deutschland und in der Realität unseres Bistums. Wir schauen zurück auf aufregende und sehr intensive Tage in unserem Partnerbistum in Kamerun. Schon der lange Weg von Douala nach Kumbo war spannend und abwechslungsreich. Die Landschaft veränderte sich konstant, dann auch noch die Amtssprache und in all dem Fremden wurden wir dann doch auch wieder von einigen bekannten Gesichtern begrüßt.

In den ersten beiden Tagen vor Ort haben wir versucht, ein Gefühl für die Realität zu bekommen und uns einzufühlen in die Kultur und das Leben in Kumbo. Die Erfahrungen in den Familien in der Gemeinde Kikaikelaki haben uns alle tief beeindruckt und werden uns in Erinnerung bleiben. Es war etwas ganz besonderes, in einem fremden Zuhause aufgenommen zu werden und einen Einblick in die Lebensrealitäten zu erhalten. Dennoch verlaufen solche Begegnungen nicht ohne emotionale Hürden. Diese haben wir jedoch gemeistert, haben Rosenkränze gebetet und uns auf die lokalen Essgewohnheiten eingelassen.

Gruppenbild nach dem Sonntagsgottesdienst Bistum Limburg

Vier Tage intensiver Austausch

Auch der Dienstag mit den zahlreichen Besuchen in verschiedenen Institutionen des Bistums Kumbo und einem Besuch beim Wasserprojekt in Upper Dzeng verschaffte uns einen guten Einblick in die Arbeit und die Situation Kumbos. Mit all diesen Eindrücken gingen wir mittwochs in unseren Workshop, an dem etwa 25 Personen teilnahmen und der von Generalvikar Fr. Roland moderiert wurde.

Was wir uns von unserem Zusammensein genau erwarteten, wussten wir wohl alle nicht, aber wir tauschten uns intensiv aus. Wir blickten gemeinsam zurück auf unseren bereits gegangenen Weg der Partnerschaft, wir betrachteten die Realitäten in denen wir jeweils leben, beschrieben unser Kirche-sein mit all seinen Chancen und Herausforderungen und stellten unsere Partnerschaft auf ein biblisch-theologisches Fundament. Als wir am Samstag unseren Workshop zum Abschluss brachten waren wir mit dem Ergebnis überaus zufrieden. „Und er sandte sie zu zweit“, dieser Satz aus dem Lukasevangelium war uns in diesen Tagen wichtig geworden und bestärkte uns darin, dass wir gemeinsam auf dem Weg sind und gemeinsam einen Auftrag zu erfüllen haben. Wir hatten wieder etwas mehr voneinander gelernt, haben uns bereits bekannte Personen nochmal besser kennengelernt und andere neu kennenlernen dürfen. „Ich bin sehr froh, an diesem Workshop teilgenommen zu haben. Ich denke das ist ein Novum. Einen solch intensiven Austausch im Rahmen unserer Beziehungen gab es meines Wissens nach noch nicht“, bemerkte der Generalvikar.

Sonntagsgottesdienst: Die Kathedrale ist bis auf den letzten Platz besetzt. Bistum Limburg

Abschiedsgottesdienst

„Bei wichtigen Ereignissen in unseren Diözesen waren unsere Partner immer präsent. Wir sind verbunden und das kann jeder sehen. Unsere Partnerschaft ist durch uns mit Leben gefüllt und durch unser „Memorandum of Understanding“, unsere Partnerschaftsvereinbarung, werden wir auch zukünftigen Generationen den Zugang zu dieser besonderen Beziehung ermöglichen.“ Bischof George griff den Workshop und die Beziehungen zwischen Limburg und Kumbo auch in seiner Predigt am Sonntagmorgen im Dom auf. Zweieinhalb Stunden gelebter und geteilter Glaube, Gesang und Gebet in der Kathedrale in Kumbo. Es war ein schöner Abschluss für unseren Aufenthalt und ein guter Auftakt für den weiteren Weg als Partner.

„Es lag wirklich etwas Besonderes in der Luft.“

Njama-Njama und Pommes Frites

Nach zahlreichen Gruppenbildern vor der Kathedrale, einem Besuch im Waisenhaus in Shisong und den unzähligen „Bye-bye’s“ mit Freunden ging es am Sonntagabend auf ein letztes Abendessen ins Bischofshaus wo uns auch wieder das oft beschriebene Fufu und Njama-Njama erwartete – aber nicht nur das sondern auch ganz westliche Pommes Frites. Samt Geschenken im Gepäck ging es am frühen Montag dann wieder auf die Straße nach Süden Richtung Douala. „Es waren ganz besondere Tage“ sagte Fr. Paul, der Partnerschaftskoordinator für Kumbo, und alle stimmten zu. Es lag wirklich etwas Besonderes in der Luft und gerne wären wir noch ein paar Tage geblieben um dieses auszukosten. Doch das Leben zu Hause konnte und wollte nicht länger warten und ehe wir uns versahen saßen wir um kurz vor Mitternacht in einem Flieger, der den kamerunischen Boden wieder verließ und sich nach Norden aufmachte.

Beri wo – Danke! Es war ein besonderes Erlebnis und jetzt ist es an uns, die Ergebnisse weiterzutragen, umzusetzen und die Partnerschaft voranzubringen. Auf geht’s, just do it!

Fünf von acht Reisenden sind nun wieder in Deutschland. Und der Rest? Lara und Raquel, unsere beiden Volunteers in Kumbo, werden noch einige Monate dort verbringen und berichten auf ihren Blogs Raquel in Kumbo und Lara in Kamerun von ihren Erlebnissen und Erfahrungen.

Stefan Hecktor bleibt noch bis Donnerstagabend in Kamerun und besucht Djottin, die Partnergemeinde von Unterliederbach. Was er dort noch alles erleben durfte, wie er empfangen und verabschiedet wurde, das können Sie kommende Woche zum Abschluss dieses Reisetagebuchs nachlesen.

Von Vanessa Treike

Unterwegs nach Kumbo

Die Bistumspartnerschaft zwischen Limburg und der Diözese Kumbo in Kamerun feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Bereits im Januar 2013 brach eine kleine Gruppe aus Limburg auf nach Kumbo, um diese langjährige Freundschaft weiter zu stärken. Im November führte es die Limburger wieder nach Kamerun. In einem Reisetagebuch hielten sie ihre Erfahrungen fest.

Alle Reiseberichte auf einen Blick finden Sie hier:

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