Grünes Kamerun

  • Douala/Bamenda/Kumbo - 27.10.2013

In Douala steigen wir um 16.35 Uhr aus dem Flieger. Planmäßig und ohne größere Katastrophen verlief unsere Reise bis hierhin – kein Eis, kein Schnee, keine Flug- und Zugausfälle wie noch im Januar . Eine schwüle Hitze schlägt uns entgegen und die 30 Grad plus einiges an Luftfeuchte tun ihr übriges um uns direkt ins Schwitzen zu bringen.

Nachdem wir uns unseren Einreisestempel abgeholt haben, am Gepäckband noch Sr. Eva-Maria, eine Bekannte die wir von vorherigen Reisen nach Kumbo kennen, getroffen haben und unseren Fahrer Alfred um Zentimeter aus der engen Parklücke gelotst haben, verlassen wir den Flughafen und fahren zu unserer Unterkunft. Geschafft aber glücklich über den vergangenen Tag fallen wir abends in die Betten.

Der erste Tag in Kamerun beginnt um 6 Uhr und wird zahlreiche Autostunden beinhalten – das ist uns schon am Morgen klar. Was uns aber noch nicht so klar ist, ist die Tatsache, wie viel Schönes, Leckeres und Interessantes wir auf der Reise sehen werden. Dieses Mal begrüßt uns ein grünes Kamerun, fruchtbare Äcker und saftige Früchte. Die Regenzeit steht an ihrem Ende und so langsam kündigen die gelben Blumen am Wegrand die Trockenzeit an. Es regnet nicht mehr so viel, was bedeutet, dass die Straßen in Kumbo recht gut passierbar sind, aber nicht so staubig wie es in der Trockenzeit der Fall ist.

Exotische Gerichte: Kürbiskernbrei in Bananenblättern. Treike / Bistum Limburg

Große Augen und Kinderlachen

Unsere Augen werden groß und unser Staunen noch größer während wir durch die wunderschöne Landschaft fahren. Kinder lachen uns an, die Menschen am Straßenrand grüßen uns und die Verkäufer an den Straßenständen kichern vergnügt über die Art und Weise wie diese „Kimbangs“ (die Weißen) zuerst interessiert ihr Angebot mustern um dann ohne größere Unglücksfälle die saftigen Früchte und die exotischen „To-Go-Gerichte“ zu essen. Es sind Begegnungen, die in Erinnerung bleiben werden.

Neben den zahlreichen unbekannten Gesichtern begegnen wir auch jenen, die wir schon gut kennen und die zur Geschichte unserer Partnerschaft gehören: In Bamenda treffen wir Fr. Augustine Nkwain zum Mittagessen und zum Austausch. Er verbrachte die vergangenen fünf Jahre in Frankfurt, um dort zu studieren.

Herzliche Begrüßung durch Bischof George

Als wir zur letzten Etappe nach Kumbo aufbrechen stoppt unser Auto auf einmal mitten auf der Straße – ein Entgegenkommendes tut es uns gleich.

Treffen mit Bischof George. Treike / Bistum Limburg

„This is the Bishop“ („Das ist der Bischof“) klärt uns Alfred auf. Und dann begrüßt uns Bischof George Nkuo mitten in der wunderschönen Natur und herzt uns. Er ist unterwegs zu einem Termin und wird uns erst am Dienstag wiedersehen – aber er freut sich offensichtlich von Herzen, uns zu sehen. Es ist schön, in Kumbo zu sein. Alle Mitglieder unserer Delegation spüren dieses Band, das Limburg und Kumbo verbindet – nicht (nur) individuelle Personen, sondern uns allesamt als Schwestern und Brüder im Glauben.

Gemeinsam auf dem Weg

Unterwegs sind dieses mal sechs Limburger, die sich auf die Reise gemacht haben, um mit den Partner in Kamerun den Prozess fortzusetzen, der im Januar durch die Delegation bereits angestoßen werden konnte. Wir wollen uns auf den Weg machen, unsere Partnerschaft weiter zu vertiefen. In einem gemeinsamen Workshop von Mittwoch bis Samstag wollen wir noch mal genau hinschauen, was uns verbindet, was uns wichtig ist und in welche Richtung wir weitergehen möchten – gemeinsam. Wir haben bereits eine gemeinsame Geschichte und viele Erfahrungen und Begegnungen, auf denen wir aufbauen können, aber wir wollen auch neue Perspektiven mit ins Boot nehmen und uns für den zukünftigen Weg als Partner ausrichten.

Am Montag und am Dienstag werden wir erstmal Kumbo-Luft schnuppern und in Gemeinden und Institutionen das Leben uns das Wirken vor Ort kennenlernen. Um diese ganzen Eindrücke nicht zu einseitig zu vermitteln, werden wir als Delegation bloggen und so verschiedene Perspektiven mit einbringen. Am Sonntagabend in Kumbo sitzen wir zusammen und sind uns einig in unserer Vorfreude auf die Tage und Begegnungen, die vor uns liegen. Wir nehmen uns vor, all jene, die uns in Gedanken und Gebeten begleiten, mit in den Prozess zu nehmen und zu sehen, wie sich die Diözesen Kumbo und Limburg weiter vernetzen und gegenseitig stärken können.

Von Vanessa Treike

Die Reisegruppe

Mitglieder in der Delegation sind Pfarrer Joachim Braun (Diözesanjugendpräses in Limburg), Christoph Hefter (Vorsitzender der Katholiken in Frankfurt), Stefan Hecktor (St. Johannes Apostel Unterliederbach, aktiv in der Eine-Welt Gruppe und in der Partnerschaft mit Djottin), Annette Zwaack (Mitglied im Diözesansynodalrat und im Sachausschuss Weltkirche), Mechthild Scherer (Abteilung Weltkirche im Bistum Limburg) und Vanessa Treike (Referentin für Partnerschaft und Dialog in Limburg).

www.weltkirche.bistumlimburg.de

Unterwegs nach Kumbo

Die Bistumspartnerschaft zwischen Limburg und der Diözese Kumbo in Kamerun feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Bereits im Januar 2013 brach eine kleine Gruppe aus Limburg auf nach Kumbo, um diese langjährige Freundschaft weiter zu stärken. Nun führt es die Limburger wieder nach Kamerun. In einem Reisetagebuch halten sie ihre Erfahrungen fest.

Alle Reiseberichte auf einen Blick finden Sie hier:

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