Viele Strapazen und ein ganz besonderes Osterfest

  • Reisetagebuch aus Kumbo - 25.03.2016

Um das Osterfest mit unseren Partnern in Kumbo feiern zu können, hatten wir uns auf den Weg nach Kamerun gemacht. Doch bevor es Ostern werden konnte stand uns ein gefühlt ziemlich langer Karfreitag bevor: fehlende Reisepässe, Umbuchungen, Verspätungen, fehlende Koffer und Schlafmangel. Aber der Reihe nach.

Am 22. März konnten sich nur acht der neun Teilnehmer der Reisegruppe auf den Weg nach Kamerun machen. Der Reisepass einer Person lag erst an diesem Morgen in der Post und so war klar, dass wir erst nach und nach zu einer ganzen Gruppe werden könnten. Also reisten acht Limburger über Istanbul in die kamerunische Hauptstadt Yaoundé. Nicht ohne ein ganz komisches Gefühl im Bauch bestiegen wir das Flugzeug, denn wir hatten noch am Flughafen in Frankfurt von den schrecklichen Anschlägen in Brüssel gehört. Diese Vorfälle führten wiederum zu einer Flugumbuchungsschleife für weitere drei Personen, die in Kumbo unserer Reisegruppe beitreten würden.

Das Flugzeug landete schließlich mit Verspätung nachts um kurz vor 3 Uhr in der Hauptstadt Kameruns mit den acht Limburgern an Bord, allerdings nicht mit allen Gepäckstücken. Einen Abend später fuhr eine kleine Abordnung der Gruppe also wieder zum Flughafen um die Teilnehmerin – jetzt mit Reisepass – und das fehlende Gepäckstück einzusammeln.

Auf nach Kumbo!

Am Donnerstag, den 24. März, konnte es also endlich losgehen in Richtung Partnerdiözese. In Richtung Kumbo! Familie Loos, deren Tochter Rahel im Moment einen Freiwilligendienst im Bistum Kumbo leistet, buchte den Flug über Brüssel um und landete am Morgen des gleichen Donnerstags in Douala. Es sollte also ein Wiedersehen in Kumbo geben. Und schwuppdiwuppkartoffelsupp war unsere Gruppe von 8 auf 9 auf 12 Personen angewachsen.

An Karfreitag selbst besuchten wir morgens die Kooperative der Kaffeebauern in Oku, wo unser Partnerschaftskaffee bezogen wird. Dazu werden wir noch einen separaten Bericht schreiben. Am Nachmittag wurde es dann spürbar Karfreitag. In schwüler Hitze parkte unser Bus am Fuße eines größeren Hügels. „Das Auto kann hier nicht weiterfahren, den Rest nach oben müsst ihr laufen.“ Laufen? Dachte ich. Ich weiß nicht, ob die Gruppe das so gut finden wird. Wir hatten ja aufgrund des Zeitmangels nicht einmal ein Mittagessen gehabt. Die Situation war aber alternativlos, wollten wir doch an der Einweihung eines neuen Pilgerortes in unserer Partnerdiözese teilnehmen. Wir kletterten also entlang der Kreuzwegstationen den Hügel hinauf. Es war anstrengend, aber wir hatten auch – vielleicht erstmals während der Reise – einfach Ruhe und etwas Zeit uns auch innerlich auf das anstehende Osterfest vorzubereiten. Oben angekommen war der Gottesdienst mit dem Bischof schon in Gange und wir stellten uns zur Menge dazu.

„Ein Karfreitag wie wir ihn noch nie erlebt hatten“

In Kamerun beginnt gerade die Regenzeit und in der Regel gibt es nachmittags teils heftige Regenfälle. Auch an Karfreitag oben auf dem Hügel konnten wir beobachten, wie sich die Wolken zusammenzogen und es regnen wollte. Als der Gottesdienst gerade vorüber war und wir Bischof George Nkuo und den Generalvikar Fr. Roland grüßten, fielen die ersten Regentropfen. Wir wollten uns mit dem Abstieg beeilen, aber wir hatten auch etwas Bedenken, dass der Weg nun schon rutschig sein könnte. Es gab einen alternativen Weg, den wir – erstmal – für die bessere Variante hielten. Doch auch diesen, wesentlich längeren Weg konnte unser Auto nicht hinauffahren und so mussten wir bis zum Fuße des Hügels wieder hinunter laufen. Es fing an zu schütten!

Auch in Kumbo begann die Osternacht mit einem traditionellen Osterfeuer vor der Kathedrale.

Bistum Limburg

Wir trotteten los und es wurde rutschig und rutschiger. Unser Abstieg dauerte sicherlich 45 bis 60 Minuten mit dem Resultat, dass etwa 75 bis 80 Prozent von uns Hügel-hinabrutschend mindestens einmal im Matsch landeten. Es war ganz schön mühsam, schmutzig, nass aber auch unglaublich lustig, wie wir Europäer uns anstellten diesen Weg zurückzulegen. Es war ein Karfreitag wie wir ihn noch nicht erlebt haben. Es konnte nun also Ostern werden.

Unser Osterfest

Am Samstagabend versammelten wir uns in der Unterkunft und machten uns alle hübsch, um zur Osternacht in den Dom zu gehen. Zum Glück war der verspätete Koffer inzwischen angekommen, so dass auch die Herren in Anzug und Krawatte teilnehmen konnten.

Auch hier begann die Osternacht mit einem Osterfeuer vor dem Dom. Mit Kerzen in der Hand zogen wir in den Dom ein und eine besondere Stimmung machte sich breit. Es ist schön hier in Kumbo zu sein und gemeinsam dieses höchste Fest für uns Christen zu feiern. Jesus Christ you are my life (Jesus Christus du bist mein Leben) – dieses Lied haben wir am Ende der Osternacht als Limburg-Delegation gemeinsam mit Bischof George im Dom gesungen. Es ist Ostern und die Freude, dieses Fest gemeinsam feiern zu können, prägt unsere Osternacht. Unser Osterfest. Und sicherlich auch die kommenden Tage in den Partnergemeinden Tabenken, Binju-Nkambe, Mfumte und Djottin.

Von Vanessa Treike

© weltkirche.katholisch.de

Reisetagebuch aus Kamerun

Am 22. März ist eine Gruppe aus dem Bistum Limburg zu einer Begegnungsreise nach Kamerun aufgebrochen. Ziel ist das Bistum Kumbo, zu dem die Limburger seit Jahrzehnten eine intensive Partnerschaft pflegen. Bis zum 7. April wird sich die 11-köpfige Reisegruppe bei ihren Partnern in Kumbo aufhalten. In einem Reisetagebuch berichten die Limburger von ihren Erfahrungen.

Weitere Informationen zur Bistumspartnerschaft zwischen Limburg und Kumbo finden Sie hier:

weltkirche.bistumlimburg.de

Reisetagebuch

Alle Berichte der Limburger Reisegruppe finden Sie in unserem Reisetagebuch.

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