„As a schoolchild I promise to do my best“

  • Reisetagebuch - 05.02.2013

Das war der Text eines Liedes, welches in Mfumte, der Partnergemeinde von Kloster Schönau, von den Schülerinnen und Schülern der Grundschule gesungen wurde. Nicht nur die Kinder versprachen, ihr Bestes zu geben, auch die Partnerschaftskomitees in den verschiedenen Gemeinden, die ich im Laufe der Woche noch besuchen konnte, empfingen uns mit offenen Armen.

Am Montag besuchte ich zusammen mit Sabrina Salcher das St. Michaels Formation Centre in Meluf und die dortige Gemeinde. Die Euphorie und die Freude über eine sich entwickelnde Partnerschaft und Freundschaft zu St. Gallus und Maria Hilf in Frankfurt war den zahlreichen Teilnehmern des Meetings anzusehen. So entwickelte sich ein reges Gespräch über den Austausch, welche Seite wo ihre Stärken hat und wie genau sie diese mit den Partnern teilen kann. Ein sehr positiver Auftakt für eine termingefüllte, aufregende und bereichernde Woche.

Die Partnergemeinden Binju-Nkambe und Eschhofen haben sich gemeinsam T-Shirts drucken lassen. Treike/Bistum Limburg

Eine beschwerliche Fahrt

Am Dienstagmorgen ging es dann nach Tabenken. Das heißt, es sollte nach Tabenken gehen, wenn nicht das Auto, welches uns zur Verfügung gestellt wurde, schon nach wenigen Kilometern auf der Staubpiste den Geist aufgegeben hätte. Doch wir hielten es ganz afrikanisch: In aller Ruhe arbeiteten wir uns von Wasserstelle zu Wasserstelle zurück nach Kumbo, füllten unermüdlich den undichten Kühlerbehälter auf, um dann schließlich das Auto zu wechseln und nun endgültig die Reise anzutreten.

Endlich am Ziel

Nach etwa 2 Stunden waren wir angekommen und die Mitglieder des Partnerschaftskomitees warteten schon im Pfarrhaus in Tabenken auf uns. Die Partnergemeinde von Frankfurt/Oberrad ist erst seit Kurzem an die Stromversorgung angeschlossen, was bis jetzt zuweilen die Kommunikation etwas erschwerte, sich zukünftig aber ändern soll und wird.

Nächste Station: Binju-Nkambe

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit dem Partnerschaftskomitee machten wir uns samt funktionsfähigem Fahrzeug wieder auf den Weg – diesmal nach Binju-Nkambe, die Partnergemeinde von Eschhofen. Auch hier erwarteten uns die Menschen schon im Pfarrhaus und empfingen uns mit Willkommensliedern.

Die Fahrten in die abgelegenen Regionen waren oftmals lang, holprig und vor allem sehr staubig. Treike/Bistum Limburg

Auf ein sehr angenehmes Treffen und einen munteren Austausch mit dem Partnerschaftskomitee folgte die Geschenkübergabe an die Partner in Eschhofen. Seit Jahren pflegen die beiden Gemeinden sehr gute und enge Kontakte. Unser gemeinsames Gebet wurde sogar weiter personalisiert und auf die eigene Partnerschaft angepasst. Somit verbrachten wir eine Nacht in Binju-Nkambe und fühlten uns rundum gut versorgt.

Am scheinbaren Ende der Welt

Am Mittwochmorgen, nach dem Gottesdienst um 6 Uhr, einem Frühstück mit frischen Orangen und Avocados und einem Besuch der katholischen Grundschule in Binju packten wir unser immer noch funktionsfähiges Fahrzeug und machten uns auf den zweistündigen, überaus holprigen, staubigen, aber auch mehr als lohnenden Weg ins entlegene Mfumte.

Die Kinder der Grundschule empfingen uns am Pfarrhaus, sangen für uns und hatten uns lokale Früchte und selbst gemachte Besen als Gastgeschenke mitgebracht. Auch in Mfumte war das Programm gut gefüllt: So besuchten wir eine neu angeschaffte Mühle, die zum Mahlen von Maiskörner verwendet werden soll. Sie wurde von der deutschen Gemeinde St. Josef in Bornheim mitfinanziert.

Die Schulkinder begrüßten die Limburger voller Neugierde. Treike/Bistum Limburg

Anschließend fuhren zu einem Wasserprojekt in Bang, einer Filialgemeinde Mfumtes, welche – mitten im Busch gelegen – ohne Strom und fließend Wasser allein von den Erträgen der Natur lebt. Den Bau eines Kindergartens besuchten wir noch, bevor wir uns auf die dreistündige Rückfahrt nach Kumbo machten.

Tiefe Spuren

Ich bin sehr dankbar für diese Tage, die ich in den Partnergemeinden vor Ort erleben durfte. Entbehrungen und alltägliche Herausforderungen der Menschen zu erfahren, Glauben miteinander zu leben und in einen intensiven Austausch miteinander zu treten, hinterlässt immer tiefe Spuren und bestärkt alle Parteien, den bereits begonnenen gemeinsamen Weg auch zukünftig weiterzuführen und zu fokussieren. Und gerade in Orten wie Mfumte – am scheinbaren Ende der Welt – ist ein Lächeln immer noch der kürzeste Weg zwischen Menschen, bleibt die unterschiedliche Hautfarbe gerade für Kinder unglaublich interessant und ist eine gemeinsame Glaubenserfahrung, ein tiefgreifendes und vereinendes Element unserer Partnerschaft. Gemeinsam beteten wir für die schnelle Genesung von Fr. Pontianus, des Pfarrers von Mfumte, der in der vorangegangen Woche einen Autounfall in Kumbo hatte und von Schutzengeln getragen nun auf dem Weg der Besserung ist.

Von Vanessa Treike, Abteilung Weltkirche im Bistum Limburg

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