„Wir werden unseren Weg als Partner gehen“

  • Reisetagebuch - 01.10.2013

Die Brücke unserer Partnerschaft ist stark. Sie ist solide gebaut, sie hält viel aus und sie trägt uns.“ Dieses Zitat fasst gut zusammen, was die Delegation aus dem Bistum Limburg in den fünf Tagen ihres Besuchs im Erzbistum Sarajevo erfahren hat. Mit dem Anspruch, die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Sarajevo und Limburg zu vertiefen, nahmen Vertreter/innen verschiedener Dezernate an der Reise teil.

So reisten am Montagmorgen Pfarrer Michael Metzler, Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes Limburg, Dr. Beate Gilles, Dezernentin für Kinder, Jugend und Familie, Andreas von Erdmann, Dezernent für Schule und Bildung, Ingeborg Schillai, Präsidentin der Diözesanversammlung, Winfried Montz, Leiter der Abteilung Weltkirche, und Vanessa Treike, Referentin für Partnerschaft und Dialog, mit Renovabis Länderreferent Herbert Schedler nach Sarajevo.

Freiwilligendienste geben der Partnerschaft ein Gesicht

Im Rahmen des Programms traf sich die Delegation aus Limburg mit Vertretern des Bildungssektors, der Caritas, den Engagierten im Rahmen des Interreligiösen Dialogs sowie der Kurie. Dabei ergaben sich zahlreiche Punkte, an denen die Vertreter der beiden Diözesen in einen tiefer gehenden Austausch treten wollen und somit kategoriale Kooperation im Rahmen konkreter Projekte realisieren um somit die Partnerschaft zu stärken. Gerade im Bereich der Jugendarbeit sowie der Caritas gibt es Projekte an denen eine Zusammenarbeit zwischen Sarajevo und Limburg reiche Früchte tragen kann. Der gegenseitige Austausch von jungen Menschen im Bereich der Freiwilligenarbeit bietet hierbei eine einzigartige Möglichkeit, der Partnerschaft vor Ort ein Gesicht zu geben und somit die Beziehungen in den Alltag zu integrieren. Gerade auch der Bereich Religionspädagogik in Kindertagesstätten bietet Anknüpfungspunkte für einen Fachaustausch und eine gegenseitige Bereicherung.

Tief beeindruckt zeigten sich die Mitglieder der Limburger Delegation über das Engagement im Rahmen des Interreligiösen Rats. Die Friedens- und Versöhnungsarbeit in Sarajevo wird von Vertreter/innen der verschiedenen Religionen gefördert, getragen und vorangetrieben, sodass die Erfahrungen und Traumata des Krieges verarbeitet werden können und es somit zu einem fruchtbaren Miteinander in Bosnien-Herzegowina kommen kann.

Die Delegation aus Limburg mit Mosignore Bosiljko Rajic und dem Dompfarrer vor der Kathedrale Sarajevos. Treike / Bistum Limburg

Einladung nach Limburg

„Wir werden immer unterschiedlich bleiben, aber wir werden immer weiter auf unsere Gemeinsamkeiten schauen und unseren Weg als Partner gehen“, sagte Vinko Kardinal Puljic, Erzbischof von Sarajevo. Im Rahmen einer Diözesansynode begibt sich die Kirche des Erzbistums in eine Orientierungsphase. Wie wird künftig Kirche sein? Wo sind Orte des Glaubens und wie strukturieren wir uns? Fragen, die beide Diözesen, Sarajevo und Limburg, beschäftigen und über die wir uns intensiv austauschen wollen. Die Einladung nach Limburg, die Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst in einem Brief an den Kardinal ausgesprochen hat, nahm dieser sehr gerne an. Im Rahmen dieses Besuchs von Vinko Kardinal Puljic und einer Delegation aus Sarajevo sollen diese gemeinsamen Themen in Limburg im Frühjahr 2014 angesprochen werden und ein weiterer Austausch stattfinden.

Kostbare Erfahrungen

Im Rückblick war die Zeit vor Ort sehr kostbar für Zukunft der Partnerschaft. Im Zuge der Vertiefung der Beziehungen zwischen den Diözesen konnte ein weiterer, wichtiger Schritt getan werden. Im Rahmen von zahlreichen Begegnungen und Gesprächsrunden konnte das Verstehen des jeweiligen Gegenübers und seiner Lebensrealitäten geschärft werden, was für den weiteren gemeinschaftlichen Weg als Schwestern und Brüder von großem Wert ist.

Im Erzbistum Sarajevo hat sich durch die Kriegssituation und die Folgen die Zahl der Katholiken von über 500.000 auf nunmehr nur noch 190.000 reduziert, was für die lokale Kirchensituation eine enorme Herausforderung darstellt. Genau diese Herausforderungen – hier wie dort – wollen die Partner in den gemeinsamen Dialog einbringen und sich gegenseitig eine Bereicherung sein.

Von Vanessa Treike

Die Bistümer im Vergleich

Limburg:

  • gegründet: 1821
  • Fläche: 6.182 km²
  • Einwohner: 2.360.000
  • Katholiken: 669.250
    Anteil in Prozent: 28,7 %
    Anteil der Muslime in Prozent: 0,1 %
  • Anzahl Pfarreien: 340

Sarajevo (Vrhbosna):

  • gegründet: 1881 (Ursprung im 7. Jh.)
  • Fläche: 22.401 km²
  • Einwohner: 1.955.000
  • Katholiken: 208.920
    Anteil in Prozent: 10,7 %
    Anteil der Muslime in Prozent: ca. 45 %
  • Anzahl Pfarreien: 151

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