Dobrodošli in Sarajevo – Willkommen in Sarajevo

  • Reisetagebuch - 24.09.2013

Dies hieß es heute für die siebenköpfige Delegation aus Limburg, die diese Woche im Partnerbistum Sarajevo zu Gast sein wird. Der Partnerschaftskoordinator und Jugendpfarrer Simo Marsic und einer seiner Mitarbeiter holten uns vom Flughafen ab und brachten uns mitten hinein in die hiesige Essenskultur. Nach einem guten, kroatischen Mittagessen und der anschließenden Mittagsruhe setzten wir uns mit den Partnern aus Sarajevo zu einer ersten Austauschrunde zusammen.

Unter den Leitworten „Hoffnungen und Herausforderungen in unseren Ortskirchen“ nahmen wir uns zweieinhalb Stunden Zeit um uns gegenseitig zuzuhören, so wie es unter guten Freunden üblich ist. Offen und vertrauensvoll brachten wir gemeinsam auf den Tisch, was uns derzeit in unseren Diözesen bewegt und fanden bei aller Unterschiedlichkeit auch Handlungsfelder auf denen wir derzeit auf unterschiedliche Weise Acker betreiben.

„In uns muss brennen, was wir in anderen entzünden wollen.“

Partnerschafts-Gebetskärtchen mit den Kathedralen von Limburg und Sarajevo. Treike / Bistum Limburg

Sarajevo – eine Stadt mit vielen Gesichtern

Das Gesicht, das wir heute Mittag gesehen haben, als wir vom Flughafen in die Stadt fuhren, scheint nicht dasselbe Gesicht zu sein wie das, was sich uns heute Abend in der Altstadt gezeigt hat. Die zerstörten oder brachliegenden Gebäude wollen nicht so recht zu den schicken Modeboutiquen passen und auch die bettelnden Menschen reihen sich nicht ohne Reibungspunkte in das Gesamtbild der idyllischen Gässchen der Altstadt ein. Und wenn wir es aus der religiösen Sicht betrachten wollen, dann ist das katholische Sarajevo ein ganz anderes als das muslimische.

„Vertrautes im Neuen entdecken. Fremde als Freunde erkennen. Verstehen, ohne die Worte zu kennen.“

Es sind nur die ersten Eindrücke, die wir heute eingefangen haben. Es ist eine interessante Stadt, mit einer Geschichte die hier in Worten genauso präsent ist wie durch die verbliebenen Einschlaglöcher an Gebäuden. In den kommenden Tagen werden wir verschiedenste Aspekte und Facetten des Ortskirche-Seins in Sarajevo erleben können. Auf unserem Programm stehen unter anderem ein Besuch im Jugendzentrum, die Europaschulen, Begegnungen bei der Caritas Sarajevo, ein Herantasten an den interreligiösen Dialog – und daran, wie dieser hier gestaltet wird.

Was wir jeden Tag zu spüren bekommen, ist die Gastfreundlichkeit hier im Erzbistum. Mit offenen Armen wurden wir empfangen, gemeinsam haben wir das gute Essen genossen und uns dann in einer Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens einander angenähert und ausgetauscht. Vertrautes im Neuen entdecken. Fremde als Freunde erkennen. Verstehen, ohne die Worte zu kennen. Es ist wieder aufs Neue faszinierend, wie Partnerschaft wirklich lebt und lebendig ist.

Von Vanessa Treike

Die Bistümer im Vergleich

Limburg:

  • gegründet: 1821
  • Fläche: 6.182 km²
  • Einwohner: 2.360.000
  • Katholiken: 669.250
    Anteil in Prozent: 28,7 %
    Anteil der Muslime in Prozent: 0,1 %
  • Anzahl Pfarreien: 340

Sarajevo (Vrhbosna):

  • gegründet: 1881 (Ursprung im 7. Jh.)
  • Fläche: 22.401 km²
  • Einwohner: 1.955.000
  • Katholiken: 208.920
    Anteil in Prozent: 10,7 %
    Anteil der Muslime in Prozent: ca. 45 %
  • Anzahl Pfarreien: 151

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