Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

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  • Reisetagebuch - 25.03.2015

Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung – dass diese drei Anliegen zusammengehören, zeigte sich auch bei der Veranstaltung der Fundación Jubileo und der Comisión de Hermandad zur Frage von Atomenergie und Energiealternativen in Bolivien.

Angesichts der Überlegungen, wie in Zukunft weltweit Energie gewonnen werden wird und mit welchen Rohstoffen Bolivien dabei am Weltmarkt beteiligt sein kann, brachte sich eine Teilnehmerin sehr emotional ein mit dem Hinweis auf die Geschichte der Ausbeutung Südamerikas und der nicht unberechtigten Befürchtung, dass diese mit dem Lithium- oder Magnesiumabbau weitergehen wird.

Juan Carlos Zuleta Calderón, bolivianischer Wirtschaftswissenschaftler (als „Analista Energético“ Hauptreferent der Veranstaltung), legte dar, dass die Zeit der billigen Energie aus Erdöl zu Ende geht. Da ein großer Teil des Erdöls im Verkehrssektor eingesetzt werden, wird die Umstellung auf Elektroantrieb in der Automobilindustrie ein wesentlicher Faktor der zukünftigen Entwicklung sein. Elektroautomobile brauchen, wie Laptops, Handys und andere tragbare Geräte mit hohem Energiebedarf, Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Das ist für Bolivien eine wirtschaftliche Chance, weil sich im Salar de Uyuni, dem größten Salzsee der Erde (siehe Bild oben), das weltweit größte Vorkommen von Lithium befindet.

Der bolivianische Wirtschaftswissenschaftler Juan Carlos Zuleta Calderón sprach mit den Exposure-Teilnehmern über Energiealternativen in Bolivien. Privat

Begehrter Rohstoff, große Herausforderungen

Mit der Nutzung des begehrten Rohstoffes gibt es allerdings gleich mehrere Probleme. Die Pilotanlage der Regierung zur Gewinnung von Lithium besteht aus Verdunstungsbecken, einer Technik, wie sie auch weiter südlich in der chilenischen Atacama-Wüste angewandt wird. In Bolivien jedoch dauert die Regenzeit länger an. Das Risiko, dass es regnet, bevor das Lithium gewonnen werden konnte, ist hoch. Außerdem ist der Magnesium-Anteil in der Lauge höher als in Chile, zu hoch für die problemlose Nutzung des gewonnenen Lithiums. Vor allem hat die Regierung aber erklärt, nicht wie in kolonialer Zeit nur den Rohstoff liefern zu wollen, von dem dann vor allem die anderen, die weiterverarbeitenden Länder profitieren. Bolivien selbst will Batterien und Elektroautos bauen, will die eigene Wirtschaft entwickeln. Das ist natürlich sinnvoll und richtig. Doch leichter gesagt als getan, denn es fehlt dem Land noch an Knowhow. Und die Firmen, die das Wissen und die Technik haben, sind nicht bereit, zu den Bedingungen der bolivianischen Regierung im Lande zu investieren.

In der Nähe von Potosi, in La Palca, werden inzwischen Batterien „made in Bolivia“ hergestellt. Chinesische Spezialisten haben die Fabrik gebaut, die seit letztem Jahr mit importierten Rohmaterialien Akkus herstellt. Wie in der Pilotanlage zur Lithiumgewinnung am Salar de Uyuni sammeln die Bolivianer mit der noch bescheidenen Produktion erst einmal Erfahrungen, die sie zu ihrem Ziel bringen sollen. Juan Carlos Zuleta Calderón sieht aber weiteren Handlungsbedarf: Es gibt neue Technologien, die mit andern Lithiumverbindungen als dem bisher genutzten Lithium-Karbonat arbeiten. Und möglicherweise ist das Magnesium im Salar gar kein Hindernis auf dem Weg zur Entwicklung zukunftsträchtiger Industrien in Bolivien. Langfristig könnte die Gewinnung von Magnesium viel interessanter sein als das Lithium. Zuleta kritisiert, dass die Ingenieure der staatlichen Bergbaugesellschaft COMIBOL keine Experten für Lithium und Energiefragen sind und fordert deshalb eine intersektorale und interdisziplinäre Überprüfung der Chancen und Investitionen, die sich immerhin auf fast 900 Millionen US-Dollar belaufen sollen.

Alternative Energiegewinnung

Ähnlich kritisch sieht Zuleta die mögliche Summe von zwei Milliarden, die die bolivianische Regierung in Atomkraft investieren will und weitere Investitionen in alternative Energiegewinnung, was nicht sein Hauptthema, aber das eigentliche Thema der Tagung war. Er weist darauf hin, dass Deutschland trotz schlechterer Bedinungen für regenerative Energien inzwischen auf diese regenerativen Formen der Energiegewinnung setzt. Er berichtet, Bolivien habe inzwischen zwei Windparks in Cochabamba, bessere Windverhältnisse gäbe es jedoch in Santa Cruz. Auch hier fordert er deshalb Strategien für eine bessere Planung von Investitionen.

Von Barbara Schartz, Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Trier

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Die gemeinsame Verantwortung für die Schöpfung ist eines der zentralen Themen der Partnerschaft zwischen den Diözesen Hildesheim und Trier und der Kirche in Bolivien. Um zu verdeutlichen, wie sich die globalisierte Weltwirtschaft und die Folgen des Klimawandels auf die Menschen und die Natur in ihrem Partnerland auswirken, veranstalten die beiden deutschen Bistümer vom 6. bis 16. März 2015 eine Exposure-Reise nach Bolivien.

In einem Reisetagebuch für das Internetportal Weltkirche und die Kirchenzeitung im Bistum Hildesheim berichten die Teilnehmenden von ihren Erlebnissen.

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Seit vielen Jahren pflegen die Diözesen Hildesheim und Trier lebendige Partnerschaften zu der Kirche in Bolivien. Weitere Informationen zu einzelnen Initiativen, Projekten und Aktiviäten der Bolivien-Partnerschaften finden Sie auf den Webseiten der beiden Bistümer:

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