Weltkirche auf dem Katholikentag in Leipzig

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  • Katholikentag

Der Katholikentag feiert dieses Jahr sein 100. Jubiläum. Die Christen treffen sich vom 25. bis 29. Mai in Leipzig, um gemeinsam zu beten, zu feiern und zu diskutieren. „Seht, da ist der Mensch“ (Joh 19,5) lautet dabei die zentrale Botschaft. Das Leitwort sei eine Einladung an alle, gemeinsam neu sehen zu lernen, vom Menschen her und auf den Menschen hin, heißt es auf der Website des Katholikentags. „Themen wie Migration, Menschenrechte, Grenzen des Wachstums und der Technik und Wissenschaft, Armut und Familie werden in den Fokus rücken“, so das Zentralkomitee der deutschen Katholiken weiter.

Die Besucher erwartet ein buntes Programm. Unter den zahlreichen Organisationen sind auch die großen katholischen Missions- und Hilfswerke auf dem Katholikentag präsent und bieten neben Podiumsdiskussionen und Präsentationen auch Werkstätten, Konzerte, Mediationen und vieles mehr an.

Misereor veranstaltet wieder ein Wise Guys Konzert

Misereor lädt u. a. zu einem Film und Gespräch mit dem Titel „10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?“ ein. Außerdem veranstaltet das kirchliche Entwicklungshilfswerk am Donnerstagnachmittag zusammen mit dem Bundesentwicklungsministerium (BMZ) ein Podium zur Rolle von Religionen in der Entwicklungszusammenarbeit. „Wie können Religionen helfen, die Welt besser zu machen?“ ist dabei die zentrale Frage der Diskussion, an der auch Kardinal Peter Turkson, Präsident des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden, teilnimmt.

Ein musikalischer Höhepunkt ist sicherlich das Konzert der A-cappella-Band Wise Guys. Für ihren unverwechselbaren Musikstil und ihre Texte, die mal komisch, mal ernst, mal berührend sind, wurden sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Seit vielen Jahren unterstützen die Wise Guys als „Weltbessermacher“ die „2-Euro-Aktion“ von Misereor.

Caritas international thematisiert Krieg und Flucht

Auch Caritas international, das Hilfswerk des deutschen Caritasverbandes, bietet interessante Programmpunkte an, darunter z. B. eine Werkstatt über den Bürgerkrieg in Kolumbien. Des Weiteren erläutert Oliver Müller, Leiter von Caritas international, im Gespräch zum Thema „Niemand flüchtet ohne Not“, wie Caritas-Mitarbeiter weltweit humanitäre Hilfe für Flüchtlinge leisten.

Renovabis nimmt die Situation von Jugendlichen im Osten Europas in den Blick

Das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis veranstaltet u. a. das Podium „Leben ohne Gott?“, welches sich mit der Säkularisierung und den damit zusammenhängenden Herausforderungen für die Kirche beschäftigt. Zudem verspricht das Konzert „Balkan Brass und osteuropäische Beats aus Leipzig“ am Samstagnachmittag einen spannenden Mix aus Jazz und Rock. Zwischendurch thematisiert Renovabis die Perspektiven von Jugendlichen in Osteuropa.

Missio spricht über faire Rohstoffe in der Handyproduktion

Eines der vielen Angebote der Missio-Werke ist das Gespräch „Fluchtursachen bekämpfen, Flüchtlingen helfen“ am Donnerstagnachmittag, in dem die Schwesternwerke Missio Aachen und München die Herausforderungen für eine prophetische Kirche in Afrika und Europa diskutieren. Prominente Gäste konnte Missio Aachen für das große Podium „Mörderpreise und Hungerlöhne“ am Donnerstagabend gewinnen. Dabei diskutieren u. a. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und die kongolesische Menschenrechtlerin Schwester Therese Mema über faire Arbeitsbedingungen in der Textil- und Handyproduktion.

Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ setzt sich für Kinder auf der Flucht ein

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ organisiert u. a. ein Konzert von Grundschulkindern, die sich mit ihrem musikalischen Einsatz am Samstagnachmittag für Kinderrechte stark machen. Danach lädt die Band Patchwork zum Mitfeiern, Tanzen und Singen ein. Zudem präsentiert das Kinderhilfswerk seine neue Flüchtlingsaktion unter dem Motto „Leben retten!“.

Adveniat diskutiert über Oscar Romero und die Kirche der Armen

Eine spannende Diskussion über den Seligen Oscar Romero verspricht das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat mit seinem Podium „Märtyrer für Gerechtigkeit – Kirche an der Seite der Armen“ am Donnerstagmittag. Daran teilnehmen werden unter anderem der Salvadorianische Weihbischof Jose Gregorio Rosa Chavez und Prälat Bernd Klaschka, Hauptgeschäftsführer von Adveniat. Zudem wird das Weltmusik-Konzert „Rio bewegt.Uns“ die Besucher mit brasilianischen Rhythmen begeistern. Die gleichnamige Kampagne von Adveniat und weiteren weltkirchlichen Organisationen lenkt anlässlich der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro den Blick auf die Lebenssituation der Benachteiligten in der brasilianischen Metropole.

Gemeinsam rufen die Hilfswerke zur Solidarität mit Geflüchteten auf

Auch in diesem Jahr bieten die sechs großen katholischen Hilfswerke Misereor, Adveniat, Missio, das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Caritas international und Renovabis wieder zahlreiche gemeinsame Programmpunkte zum Themenbereich Globale Verantwortung an. Dazu gehört u. a. ein großes Podium über Klimagerechtigkeit am Samstagvormittag, welches die Frage stellt: „Nachhaltigkeitsziele und Pariser Abkommen. Und jetzt?“.

Zudem diskutieren am Samstagnachmittag prominente Gäste aus der Weltkirche zum Thema „ Papst Franziskus, Prophet einer missionarischen Kirche bei den Armen“. Dabei sprechen u. a. der nigerianische Bischof Stephen Dami Mamza  und Weihbischof José Gregorio Rosa Chávez aus El Salvador über den Einfluss des lateinamerikanischen Papstes in ihren Heimatländern.

Ein durchgängiges weltkirchliches Programm wird den Katholikentagsbesuchern auf der „Eine-Welt-Bühne“ auf dem Burgplatz geboten. Beim Thementag Flüchtlinge rufen die Missions- und Hilfswerke zur Solidarität mit Menschen auf der Flucht auf. Am Freitagabend laden die Werke zusammen mit dem Referat Weltkirche des Bistums Dresden-Meißen zu einer Eucharistiefeier unter freiem Himmel ein. Der Gottesdienst, der unter dem Leitwort „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35) steht, wird vom Weltkirche-Bischof Ludwig Schick zelebriert. Mit dabei sind auch zahlreiche Partner und Gäste aus aller Welt.

Von Veronica Köß und Lena Kretschmann.

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