Katharina Tekakwitha

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Katharina Tekakwitha aus dem Indianerstamm der Mohawk, der zu den Irokesen gehörte, wurde 1656 als Tochter eines Stammeshäuptlings und einer christlichen Mutter geboren. Die Eltern starben an einer Pocken-Epidemie und Katharina wurde von Verwandten erzogen. Auch Katharina litt unter der Krankheit und blieb von Narben gezeichnet und war halb blind. Mit 20 wurde sie von einem Jesuitenpater getauft. Doch ihr Onkel wollte sie verheiraten. Sie lehnte ab und floh in die Missionsstation La-Prairie-de-la-Madeleine der Jesuiten bei Montréal. Dort führte sie ein Leben der Buße und des Gebets und legte nach 1979 das Gelübde der Jungfräulichkeit ab.

Noch vor dem angestrebten Eintritt in einen Orden starb Katharina. Nach ihrem Tod ereigneten sich Wunder und Heilungen, so sollen ihre Pockennarben fast verschwunden sein. Viele Indianer besuchten ihr Grab im kanadischen Reservat der Mohawk-Indianer. Sie wird als die Lilie der Mohawks verehrt.

Kateri wurde am 22. Juni 1980 als die erste Indianerin von Papst Johannes Paul II. selig- und am 21. Oktober 2012 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. Benedikt XVI. würdigte Tekakwitha als mutige Vorreiterin der Mission in einem bewegten historischen Kontext. Ihr war es gelungen, den christlichen Glauben zu leben, ohne die Traditionen ihres Volkes zu leugnen. Dabei hatte es die Grenzgängerin zweier Kulturen alles andere als einfach. Der Papst:

„Kateri beeindruckt uns durch das Wirken der Gnade in ihrem Leben ohne jede äußere Unterstützung und durch ihren Mut zu der in ihrer Kultur so einzigartigen Berufung. In ihr bereichern sich Glaube und Kultur gegenseitig! Möge ihr Beispiel uns helfen, dort, wo wir sind, in der Liebe zu Jesus zu leben, ohne zu verleugnen, was wir sind! Heilige Kateri, Patronin von Kanada und erste indianische Heilige, wir vertrauen dir die Erneuerung des Glaubens in den Ersten Nationen und in ganz Nordamerika an!“ Sie gilt als Patronin der Ökologie, des Natur- und Umweltschutzes.

© Ökumenisches Heiligenlexikon/Radio Vatikan

Dossier

In diesem Dossier werden die Glaubens- und Lebenswelt ausgewählter indigener Völker vorgestellt.


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