Nachhaltigkeitsziele – Eine neue Herausforderung

  • Fastenimpulse

Am 25. September 2015 beschloss die UN-Vollversammlung die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (sustainable development goals = SDGs) ersetzen die Millennium Entwicklungsziele (MDGs). Die Verwirklichung dieser Ziele wäre ein wesentlicher Schritt zur Bekämpfung der Fluchtursachen, die 60 Millionen Menschen weltweit aus ihrer Heimat getrieben haben. Damit Regierungen die Verwirklichung dieser Ziele ernst nehmen, ist politischer Druck notwendig – auch in Deutschland.

An vielen Nachhaltigkeitszielen arbeiten wir im Netzwerk Afrika Deutschland (NAD) und in unserem europäischen Netzwerk AEFJN seit vielen Jahren. In den kommenden Wochen der Fastenzeit werden wir einige der Nachhaltigkeitsziele vorstellen und uns fragen, was wir bereits zu ihrer Umsetzung beigetragen haben, und wo und wie wir uns heute einbringen können.

Was sind die Stärken der SDGs?

Im Vergleich zu den Millenniumszielen (MDGs) bedeuten die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) einen großen Fortschritt.

  • Sie verpflichten nicht nur die Entwicklungsländer, sondern alle Staaten. Auch Deutschland braucht eine Nachhaltigkeitsagenda.
  • Die Millenniumsziele beschränkten sich auf Armutsbekämpfung. Die neuen Ziele wollen Armutsbekämpfung und die Nachhaltigkeitsziele des Weltgipfels von 1992 in Rio verbinden.
  • Die Ausgangslage der Länder ist sehr verschieden. Deshalb muss jedes Land seinen eigenen angepassten Plan machen.

Was sind die Schwächen der SDGs?

Innerhalb der 17 Ziele und der 168 Unterziele gibt es Widersprüche.

  • Sie sind nicht völkerrechtlich verpflichtend. Die Umsetzung ist nicht einklagbar. Es gibt keine Sanktionen.
  • Sie gehen von einem neo-liberalen Wirtschaftsmodell aus, das auf Wachstum und technischen Fortschritt setzt. Sie sind kein Programm für die notwendige Transformation zu nachhaltigen Lebens-, Konsum- und Produktionsweisen.
  • Sie sind oft zu vage. Es fehlen messbare Ziele.

Worte, die uns herausfordern

Ohne eine Solidarität zwischen den Generationen kann von nachhaltiger Entwicklung keine Rede mehr sein […] Die Umwelt ist in der Logik des Empfangens angesiedelt. Sie ist eine Leihgabe, die jede Generation empfängt und an die nächste Generation weitergeben muss.  (Laudato Si 159)

Lasst uns unsere Zeit so gestalten, dass man sich an sie erinnern wird als eine Zeit, in der eine neue Ehrfurcht vor dem Leben erwachte, als eine Zeit, in der nachhaltige Entwicklung entschlossen auf den Weg gebracht wurde, als eine Zeit, in der das Streben nach Gerechtigkeit und Frieden neuen Auftrieb bekam, und als eine Zeit der freudigen Feier des Lebens.  (Laudato Si 207)

© Netzwerk Afrika Deutschland

Netzwerk Afrika Deutschland

Im Netzwerk Afrika Deutschland „Glaube und Gerechtigkeit“ e. V. haben sich über 40 katholische Ordensgemeinschaften zusammengetan, die in Afrika Missions- und Entwicklungsarbeit leisten. Die Ziele des Netzwerks sind unter anderem Information und Bewusstseinsbildung über Afrika, Lobbyarbeit in der deutschen Öffentlichkeit sowie die Zusammenarbeit mit missionierenden Orden und geistlichen Gemeinschaften, die in Afrika arbeiten.

www.netzwerkafrika.de

Alle Impulse des Netzwerks Afrika Deutschland finden Sie hier:

Zu den Impulsen

Mehr Informationen zu den globalen Nachhaltigkeitszielen (Agenda 2030) finden Sie in unserem Dossier.

Zum Dossier