Hunger beenden – Landökosysteme schützen

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Hunger ist der größte Skandal unserer Zeit. An Hunger sterben ist ein langsamer, qualvoller Tod. Obwohl es genügend Nahrungsmittel für alle gibt, sterben jährlich 3 Millionen Kinder an Mangelernährung. 870 Millionen Menschen hungern, während in Deutschland jeder Vierte an Übergewicht leidet.

Hunger in der Welt ist in erster Linie ein Verteilungsproblem. Die Ursachen von Hunger in Afrika sind vielschichtig: Kriege und Klimakatastrophen, Landraub für Investitionen in Biosprit und Bergbau, europäische Agrar- und Handelspolitik und Nahrungsmittelspekulationen. Ein Großteil der schlecht ernährten Menschen lebt in ländlichen Gebieten. Deshalb ist die Förderung von Kleinbauern durch nachhaltige Landwirtschaft ein wichtiges Ziel.

Was fordern die SDGs?

Zugang zu Nahrung ist ein Menschenrecht. Die Nachhaltigkeitsziele fordern, Armut und Hunger nicht nur zu reduzieren, sondern in jeder Form und überall zu beenden. Mittel dazu sind u. a.:

  • Nachhaltige Landwirtschaft fördern, die Produktivität von kleinen Nahrungsmittelproduzenten steigern und ihnen Zugang zu Land, Wissen, Krediten und Märkten ermöglichen.
  • Nachhaltige und an den Klimawandel angepasste Anbaumethoden und genetisch vielfältiges Saatgut fördern, Ökosysteme schützen, Bodenqualität verbessern.
  • In ländliche Infrastruktur, Agrarforschung und Beratungsdienste investieren.

Kaum erwähnt, aber wichtig wären eine Regulierung der Nahrungsmittelspekulationen und eine Neuorientierung der jetzigen Wirtschafts- und Handelspolitik, die lokale Produzenten durch Subventionen ruiniert.

Was können wir tun?

Von Anfang an waren Ordensleute in Afrika im Kampf gegen Armut und Hunger engagiert. Die Ordensnetzwerke Netzwerk Afrika Deutschland (NAD) und das Africa-Europe Faith and Justice Network (AEFJN) haben sich u. a. eingesetzt

  • für die Rechte und die Förderung von Kleinbauern.
  • für die Abschaffung der EU Biosprit-Regelung, die zu Landraub führt.
  • für die Umsetzung der Richtlinien der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) zu Landinvestitionen, um die Menschenrechte auf Leben und Nahrung zu garantieren.
  • für Ernährungssouveränität und vieles mehr.

Durch einen einfachen Lebensstil und kluges Konsumverhalten können wir Einfluss nehmen: indem wir bevorzugt regionale, nachhaltig produzierte Lebensmittel kaufen, wo möglich aus dem fairen Handel; unseren Fleischverbrauch verringern; das Wegwerfen von Nahrungsmitteln vermeiden; wenn möglich, selbst Nahrungsmittel anbauen; Ernährungsräte unterstützten usw.

Worte, die uns ermutigen

  • Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich […] Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben […] Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan. (Mt 25:35.40)
  • Wir wissen, dass etwa ein Drittel der produzierten Lebensmittel verschwendet wird und dass Nahrung, die weggeworfen wird, gleichsam vom Tisch des Armen […] geraubt wird. (Laudato Si 50)
  • Man muss […] mit Bedauern feststellen, dass der Kampf gegen Hunger und Unterernährung behindert wird durch die „Priorität des Marktes“ und durch den „Primat des Profits“, die Nahrungsmittel zu einem beliebigen Handelsgut reduziert haben, das der Spekulation, auch der finanziellen, unterworfen werden kann […] Es gibt genug Nahrung für alle, aber nicht alle können essen, während die Verschwendung, die Vernichtung, der exzessive Konsum und der Gebrauch von Lebensmitteln zu anderen Zwecken uns allen vor Augen stehen. (Papst Franziskus, Rede vor der FAO)
  • Händler, die durch wucherische und profitgierige Geschäfte ihre Mitmenschen hungern und sterben lassen, begehen indirekt einen Mord. Für diesen sind sie verantwortlich. (Katechismus der Katholischen Kirche 2269)

© Netzwerk Afrika Deutschland

Netzwerk Afrika Deutschland

Im Netzwerk Afrika Deutschland „Glaube und Gerechtigkeit“ e. V. haben sich über 40 katholische Ordensgemeinschaften zusammengetan, die in Afrika Missions- und Entwicklungsarbeit leisten. Die Ziele des Netzwerks sind unter anderem Information und Bewusstseinsbildung über Afrika, Lobbyarbeit in der deutschen Öffentlichkeit sowie die Zusammenarbeit mit missionierenden Orden und geistlichen Gemeinschaften, die in Afrika arbeiten.

www.netzwerkafrika.de

Fastenimpulse

Alle Impulse des Netzwerks Afrika Deutschland finden Sie hier:

Zu den Impulsen

Agenda 2030

Mehr Informationen zu den globalen Nachhaltigkeitszielen (Agenda 2030) finden Sie in unserem Dossier.

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