Friedliche Gesellschaften fördern – inklusive Institutionen aufbauen

  • Fastenimpulse

Das Ende der Ost-West-Konfrontation erweckte zunächst die Hoffnung auf eine friedlichere Welt. 25 Jahre später ist die Menschheit von neuen Konflikten bedroht, die massive Migrationsbewegungen ausgelöst haben. Die Verlierer der Globalisierung wehren sich gegen die wachsende Ungleichheit. Militante religiöse Ideologien streben nach Weltherrschaft. Neue Nationalismen blockieren globale Lösungsversuche. Gleichzeitig verlangt die gegenseitige Abhängigkeit aller Länder effiziente globale Institutionen, die Antworten auf globale Probleme geben können. Die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) kann nur in einer friedlichen Weltordnung gelingen.

Was fordern die SDGs?

Rechtsstaatlichkeit, gute Regierungsführung und funktionierende Institutionen sind eine Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. Dazu gehören:

  • alle Formen der Gewalt überall deutlich verringern; Missbrauch und Ausbeutung von Kindern, den Kinderhandel und alle Formen von Gewalt gegen Kinder beenden.
  • Rechtsstaatlichkeit auf nationaler und internationaler Ebene fördern; illegale Finanz- und Waffenströme deutlich verringern, Korruption und Bestechung reduzieren.
  • die Entscheidungsfindung auf allen Ebenen bedarfsorientiert, inklusiv, partizipatorisch und repräsentativ gestalten.
  • Teilhabe der Entwicklungsländer an den globalen Lenkungsinstitutionen erweitern und verstärken.

Was können wir tun?

Obwohl Missionarinnen und Missionare nur selten öffentlich die Ungerechtigkeit des Kolonialsystems anprangerten, haben nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil Ordenschristen zusammen mit den lokalen Kirchen einen bedeutenden Beitrag für die Emanzipation der Frauen, die Förderung einer demokratischen Kultur und für eine nachhaltige Entwicklung geleistet.

Im Netzwerk Afrika Deutschland (NAD) haben sie aktiv an Kampagnen gegen Waffenhandel, Kindersoldaten, Menschenhandel, Landraub und andere globale Ungerechtigkeiten teilgenommen.

Wichtige Zukunftsaufgaben sind: der Klimawandel und seine Folgen für Afrika; die Transformation hin zu einer nachhaltigen, sozialverträglichen und dem globalen Gemeinwohl verpflichteten Wirtschaftsordnung (öko-soziale Marktwirtschaft).

Worte, die uns ermutigen

  • Die Sünde zeigt sich heute mit all ihrer Zerstörungskraft in den Kriegen, in den verschiedenen Formen von Gewalt und Misshandlung, in der Vernachlässigung der Schwächsten und in den Angriffen auf die Natur. (Laudato Si 66)
  • Die Umwelt ist ein kollektives Gut, ein Erbe der gesamten Menschheit und eine Verantwortung für alle. Wenn sich jemand etwas aneignet, dann nur, um es zum Wohl aller zu verwalten. (LS 95)
  • Eine interdependente Welt bedeutet […] in erster Linie, dafür zu sorgen, dass die Lösungen von einer globalen Perspektive aus vorgeschlagen werden und nicht nur der Verteidigung der Interessen einiger Länder dienen. Die Interdependenz verpflichtet uns, an eine einzige Welt, an einen gemeinsamen Plan zu denken. (LS 164)
  • Wir brauchen eine Politik, deren Denken einen weiten Horizont umfasst und die einem neuen, ganzheitlichen Ansatz zum Durchbruch verhilft […] Es reicht nicht, oberflächliche ökologische Überlegungen einzubeziehen, während man nicht die Logik infrage stellt, die der gegenwärtigen Kultur zugrunde liegt. (LS 197)
  • […] Es wird  unerlässlich, stärkere und wirkkräftig organisierte internationale Institutionen zu entwickeln, die Befugnisse haben, die durch Vereinbarung unter den nationalen Regierungen gerecht bestimmt werden, und mit der Macht ausgestattet sind, Sanktionen zu verhängen. (LS 175)

© Netzwerk Afrika Deutschland

Netzwerk Afrika Deutschland

Im Netzwerk Afrika Deutschland „Glaube und Gerechtigkeit“ e. V. haben sich über 40 katholische Ordensgemeinschaften zusammengetan, die in Afrika Missions- und Entwicklungsarbeit leisten. Die Ziele des Netzwerks sind unter anderem Information und Bewusstseinsbildung über Afrika, Lobbyarbeit in der deutschen Öffentlichkeit sowie die Zusammenarbeit mit missionierenden Orden und geistlichen Gemeinschaften, die in Afrika arbeiten.

www.netzwerkafrika.de

Fastenimpulse

Alle Impulse des Netzwerks Afrika Deutschland finden Sie hier:

Zu den Impulsen

Agenda 2030

Mehr Informationen zu den globalen Nachhaltigkeitszielen (Agenda 2030) finden Sie in unserem Dossier.

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