Armut beenden – Ungleichheit verringern

  • Fastenimpulse

Es hat in den letzten 15 Jahren Fortschritte in der Armutsbekämpfung gegeben. Trotzdem leben noch fast 10 Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut. Die Ursachen sind vielfältig: weitverbreitete Korruption, Steuerhinterziehung durch multinationale Konzerne, die Effekte des Klimawandels, die Diskriminierung von Volksgruppen.

Jährlich fließen zwei Billionen Dollar aus den armen Ländern in die reichen Länder. Gleichzeitig steigt die Zahl der Millionäre und Milliardäre kontinuierlich. Bedrohlich ist die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. 62 Personen besitzen mehr Vermögen als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass extreme Ungleichheit in Gesellschaften eine der Ursachen von sozialen Spannungen und gewaltsamen Konflikten ist. Zu Recht steht die Beseitigung von Armut an erster Stelle der Nachhaltigkeitsziele (SDGs).

Was fordern die SDGs?

Die SDGs fordern besondere Maßnahmen zur Unterstützung sozial schwacher Gruppen, wie Frauen und Kinder und indigene Völker.

  • Sie brauchen Zugang zu sozialen Diensten und sozialen Schutzsystemen, zu Bildung, zu Grundeigentum und Krediten.
  • Besonders zu beachten sind Volksgruppen, die von extremen Klimaereignissen und Naturkatastrophen bedroht sind.
  • Gesetze sollen den Armen größere Chancengleichheit, Schutz vor Diskriminierung, mehr Mitspracherechte ermöglichen.
  • Das Problem der Überschuldung von Ländern ist anzugehen. (SGD 17.4)

Nicht erwähnt, aber wichtig, wäre ein systematisches Vorgehen gegen Steuerflucht und Steueroasen.

Was können wir tun?

Von Anfang an waren Ordensleute in Afrika im Kampf gegen Armut engagiert durch Nothilfe bei Katastrophen und durch Bildungsprogramme. Die Ordensnetzwerke NAD und AEFJN haben sich u. a. für die Entschuldung der ärmsten Länder und ein internationales Staateninsolvenzverfahren eingesetzt ­– ebenso gegen unfaire Handelsabkommen wie EPAs oder TTIP, die Afrika schaden, gegen Landraub und vieles mehr.

Wir können uns fragen, wie wir heute den neuen Formen von Armut und Ausgrenzung wirksam entgegentreten können.

Worte, die uns herausfordern

  • Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.  (Is 58:6-7)
  • Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch! Ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt das?  (Jak. 2:16-17)
  • Wir verzeichnen „eine Art verschwenderische und konsumorientierte Überentwicklung, die in unannehmbarem Kontrast zu anhaltenden Situationen entmenschlichenden Elends steht.“ (Laudato Si 109)
  • Den Armen mit Geld zu helfen muss in diesem Sinn immer eine provisorische Lösung sein, um den Dringlichkeiten abzuhelfen. Das große Ziel muss immer sein, ihnen mittels Arbeit ein würdiges Leben zu ermöglichen.  (Laudato Si 128)
  • Jeder Christ und jede Gemeinschaft ist berufen, Werkzeug Gottes für die Befreiung und die Förderung der Armen zu sein, so dass sie sich vollkommen in die Gesellschaft einfügen können; das setzt voraus, dass wir gefügig sind und aufmerksam, um den Schrei des Armen zu hören und ihm zu Hilfe zu kommen.  (Evangelii Gaudium 187)

© Netzwerk Afrika Deutschland

Netzwerk Afrika Deutschland

Im Netzwerk Afrika Deutschland „Glaube und Gerechtigkeit“ e. V. haben sich über 40 katholische Ordensgemeinschaften zusammengetan, die in Afrika Missions- und Entwicklungsarbeit leisten. Die Ziele des Netzwerks sind unter anderem Information und Bewusstseinsbildung über Afrika, Lobbyarbeit in der deutschen Öffentlichkeit sowie die Zusammenarbeit mit missionierenden Orden und geistlichen Gemeinschaften, die in Afrika arbeiten.

www.netzwerkafrika.de

Fastenimpulse

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Zu den Impulsen

Agenda 2030

Mehr Informationen zu den globalen Nachhaltigkeitszielen (Agenda 2030) finden Sie in unserem Dossier.

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