An der Wiege des indonesischen Katholizismus

  • Reisetagebuch - Indonesien - 19.08.2013

Zum Auftakt seiner Reise nach Indonesien hat Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, die Ursprünge des Katholizismus in Zentraljava kennengelernt.

Die Ortschaft Muntilan – nördlich von Yogyakarta gelegen – gilt als Wiege des Katholizismus in dieser Region. Hier nahm der niederländische Jesuit Frans van Lith 1896 seine Missionstätigkeit auf. Nicht nur sein Grab findet sich auf dem Friedhof von Muntilan, sondern eine ganze Reihe bedeutender indonesischer Missionare und Bischöfe liegt hier begraben, darunter auch der erste indonesische Kardinal, Justinus Darmojuwono.

Pilger im Wallfahrtsort Sendangsono, Indonesien Gregor Buß

Der Gang über den Friedhof ist wie ein Gang durch die Geschichte: Anhand der Persönlichkeiten, die hier begraben liegen, lässt sich die Entwicklung des Katholizismus in den letzten 100 Jahren ablesen.

In der Nähe von Muntilan liegt Sendangsono, der als bedeutendster Wallfahrtsort auf der Insel Java gilt. Am 15. Dezember 1904 ließen sich hier die ersten Javaner von Frans van Lith taufen. Heute zieht Sendangsono zahlreiche Pilger an, die teilweise kilometerlange Wanderungen durch die gebirgige Landschaft Zentraljavas auf sich nehmen, um an dem Wallfahrtsort zu beten.

Immer noch gilt das Gebiet um Muntilan und die angrenzende Universitätsstadt Yogyakarta als Zentrum des Katholizismus auf der Insel Java. Während insgesamt der Anteil der Katholiken in Indonesien etwa 3,5 Prozent beträgt, gibt es in dieser Region mehr als 10 Prozent Katholiken.

Von Gregor Buß

© weltkirche.katholisch.de

Erzbischof Schick in Indonesien

In den vergangenen Jahren hat die Gewalt gegen religiöse Minderheiten in einigen Teilen Indonesiens zugenommen. Was das für die Christen vor Ort bedeutet, davon berichtet Gregor Buß. Zusammen mit Erzbischof Ludwig Schick hat er sich auf den Weg nach Indonesien gemacht, um herauszufinden: Ist die Religionsfreiheit in Gefahr?

Alle Berichte von Gregor Buß auf einen Blick finden Sie hier:

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