Die Millenniumsziele

  • Millenniumsziele

Vertreter von 189 UNO-Mitgliedsländern haben im Jahr 2000 die Halbierung der weltweiten Armut bis 2015 beschlossen. In der sogenannten Millenniumserklärung verpflichteten sie sich zur Erreichung von acht Zielen, die das Leben von Millionen Menschen verbessern sollen. Bis 2015 will die Staatengemeinschaft erreichen:

  • den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, zu halbieren.
    Konnte der Anteil der Armen zwischen 1990 und 2005 von 1,8 auf 1,4 Milliarden Menschen gesenkt werden, so sehen Experten einen neuerlichen Anstieg durch die Wirtschafts- und Bankenkrise. Die Zahl der Hungernden hat zwar prozentual zur Weltbevölkerung abgenommen, stieg aber in absoluten Zahlen.
  • allen Kindern eine Grundschulausbildung zu ermöglichen.
    Insgesamt konnte der Anteil der Kinder in Entwicklungsländern, die eine Grundschule besuchen, von 83 auf 88 Prozent angehoben werden. Noch immer aber sind Millionen Jungen und Mädchen vom Recht auf Bildung ausgeschlossen.
  • die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern und die Rolle der Frauen zu stärken.
    Große Rückstände gibt es weiterhin bei der Bezahlung und bei Bildungschancen. Zwei Drittel der beschäftigten Frauen in Entwicklungsländern arbeiten in prekären Arbeitsverhältnissen.
  • die Kindersterblichkeit zu verringern.
    Während 1990 noch zwölf Millionen Kinder im Alter unter fünf Jahren starben, lag die Zahl zuletzt bei neun Millionen. Krankheiten wie Masern, Kinderlähmung oder Durchfall konnten durch bessere Gesundheitsversorgung und Impfprogramme zurückgedrängt werden.
  • die Gesundheit der Mütter zu verbessern und ihre Sterblichkeitsrate um drei Viertel zu reduzieren.
  • HIV/AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten zu bekämpfen.
    Die Zahlen der HIV-Neuinfektionen und der Ausbreitung von Malaria und Tuberkulose sind rückläufig. Dennoch haben noch immer fast 70 Prozent der Behandlungsbedürftigen bei HIV/Aids keinen Zugang zu notwendigen Medikamenten. Hunderttausende Menschen sterben jedes Jahr an Malaria.
  • den Schutz der Umwelt durch ökologische Nachhaltigkeit zu verbessern.
    Im vergangenen Jahrzehnt sind auf der Welt jedes Jahr 13 Millionen Hektar Wald vernichtet worden. Ein Jahrzehnt zuvor waren es jährlich 16 Millionen Hektar. 1,2 Milliarden Menschen fehlt weiterhin sauberes Trinkwasser, mehr als zwei Milliarden der Zugang zu sanitären Einrichtungen.
  • eine weltweite Entwicklungspartnerschaft.
    Dazu zählen die Erhöhung der Entwicklungshilfe, Initiativen zur Entschuldung, ein besserer Marktzugang für Entwicklungsländer, der Zugang zu erschwinglichen Arzneimitteln und eine Verpflichtung aller Länder auf eine gute Regierungsführung.

Derzeit berät die UNO über einen Nachfolgeplan. Zur Erarbeitung von Rahmendaten für eine Post-2015-Entwicklungsagenda hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im Juli 2012 eine internationale Beratergruppe von 27 Personen aus unterschiedlichen Sektoren aufgestellt. Zu ihnen gehört auch der frühere Bundespräsident Horst Köhler.

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