Hilfe für die Müllmenschen von Cebu

  • Philippinen

Sie nennen sich „Scavanger“, zu Deutsch „Aasgeier“: Jene Menschen, die in der philippinischen Millionenmetropole Cebu City auf den Mülldeponien leben und arbeiten. Von morgens bis abends durchforsten sie den Müll nach wiederverwertbaren Materialien, die sie dann an sogenannte „Junk Shops“ verkaufen.

Auch viele Kinder schuften mit: Sobald sie alt genug sind, helfen sie ihren Eltern bei der Knochenarbeit. Immer wieder kommt es zu Unfällen, wenn Kinder unter die Räder von Müllwagen kommen. Beißender Rauch umgibt die winzigen Hütten der „Müllmenschen“. Ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen sind zutiefst unmenschlich, gesellschaftlich werden sie geächtet.

Auch nachts geht die Arbeit weiter. Unermüdlich durchforsten die „Müllmenschen“ die Deponien von Cebu City. Achim Hehn / SVD

Seit vielen Jahren engagieren sich die Steyler Missionare für die Müllmenschen auf den Deponien von Cebu City. Als Pionier wirkte hier der heutige Generalsuperior des Missionsordens, Pater Heinz Kulüke. Neben seiner Arbeit als Philosophieprofessor an der San-Carlos-Universität in Cebu City machte er sich für die Obdachlosen, Prostituierten und Müllmenschen der Stadt stark.

Ausbildung der „Müllkinder“ im Fokus

In seiner Nachfolge sind bis heute Steyler Missionare und Steyler Missionsschwestern auf den Deponien Cebus aktiv, feiern Gottesdienst mit den Müllmenschen und versorgen sie im Anschluss medizinisch. Über die Jahre sind darüber hinaus Umsiedlungsprojekte wie das Saint Arnold Janssen Village entstanden, in dem über 200 Menschen, die ehemals auf der Müllkippe gewohnt haben, gemeinsam einen Neuanfang wagen.

In den Hilfsprojekten der Steyler steht aber vor allem die Schulung und Ausbildung der Müllkinder im Vordergrund. Sie sind, wie es Pater Kulüke formuliert hat, „der größte Schatz der Mülldeponien“. Ziel aller Steyler Projekte ist es, ihnen eine Zukunft außerhalb der Müllkippe zu ermöglichen.

Mit Unterstützung der Steyler bereiten sich inzwischen über 3.000 Kinder in 45 Kindergärten auf die spätere Grund- und Mittelschule vor. Die Ordensleute sorgen dafür, dass Müllkindern das „teure Gut“ Bildung zuteilwird.

Stand: Juli 2014

Weitere Informationen zu Steyler Missions- und Förderprojekten finden Sie auf www.steyler-mission.de .

© Markus Frädrich, Steyler Missionare

Steyler Missionare

Ihren Namen tragen die Steyler Missionare nach dem niederländischen Ort Steyl, jetzt Stadt Venlo. Hier gründete 1875 Arnold Janssen die „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ (SVD). Heute arbeiten mehr als 10.000 Schwestern, Brüder und Patres aus 70 Nationen in 72 Ländern, verkünden das Evangelium, unterrichten in Schulen und Werkstätten, unterhalten Ambulanzen und Kinderhorte.

www.steyler-mission.de