Ein Netzwerk für die Armen

  • Südsudan - Ordensgemeinschaften

Ordensgemeinschaften sind weltweit präsent und untereinander vernetzt – das ist eine ganz wesentliche Stärke im weltkirchlichen Engagement. Ein Beispiel für gemeinsame Projekte ist die Initiative Solidarity with South Sudan .

Viele Ordensgemeinschaften sind seit langem mit unterschiedlichen Projekten im Sudan engagiert. Die Wurzeln der Comboni-Missionare liegen zum Beispiel im Sudan: Ihr Gründer, Bischof Daniel Comboni, hat dort als Missionar gearbeitet und bis heute sind zahlreiche Mitglieder der Gemeinschaft in dem afrikanischen Land aktiv. Die Salesianer Don Boscos arbeiten seit 1982 im Sudan und haben vor allem Jugend- und Berufsbildungszentren aufgebaut. Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten hat während des Bürgerkrieges (1983-2005) die nach Uganda geflohenen Sudanesen betreut und ist heute in südsudanischen Grenzorten im Bildungssektor tätig. Diese drei Einzelbeispiele werfen nur ein kleines Schlaglicht auf ein ganz vielfältiges Ordensengagement im Sudan.

Der Wiederaubau von Schulen ist eine wichtige Aufgabe der Ordensgemeinschaften im Südsudan. Angela Hellmuth/Jesuitenmission

Solidarität mit dem Südsudan

Um die Arbeit im Südsudan zu bündeln und zu koordinieren, haben sich mehr als 200 Frauen- und Männerorden zur Initiative „Solidarity with South Sudan“ zusammengeschlossen. Es ist ein gemeinsames Projekt mit der Ortskirche unter Leitung der sudanesischen Bischofskonferenz. Der Südsudan hat sich nach einem Referendum, bei dem sich 99 Prozent der Südsudanesen für die Abspaltung vom Norden ausgesprochen haben, am 9. Juli 2011 zu einem unabhängigen Staat erklärt. Dieses Referendum war eine zentrale Vereinbarung des Friedensabkommens, das im Januar 2005 von der Zentralregierung in Khartum und den Rebellen der Sudan People’s Liberation Army (SPLA) unterzeichnet wurde. Es beendete offiziell den 22-jährigen Bürgerkrieg zwischen dem überwiegend muslimischen Norden und dem eher animistischen und christlichen Süden, der zwei Millionen Tote und vier Millionen Flüchtlinge hinterließ.

Ein Land neu aufbauen

Der jahrzehntelange Bürgerkrieg hat Zerstörungen und Wunden hinterlassen, die erst jetzt langsam geschlossen werden. Im Südsudan waren 85 Prozent der Bevölkerung auf der Flucht, entweder im eigenen Land oder in Nachbarländern. Die Mehrheit ist mittlerweile zurückgekehrt, aber vieles liegt noch im Argen. Jugendliche und Erwachsene haben durch den Bürgerkrieg oft jegliche Bildung verpasst, 85 Prozent der erwachsenen Südsudanesen können nicht lesen und schreiben. Weniger als 10 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer haben eine formale Ausbildung und es fehlen 26.000 Lehrkräfte für Grund- und Sekundarschulen.

85 % der erwachsenen Südsudanesen können nicht lesen und schreiben. Die Ordensgemeinschaften helfen mit Kursen zur Erwachsenenalphabetisierung. Angela Hellmuth/Jesuitenmission

80 Prozent der Schulen verfügen nicht einmal über ein festes Gebäude, unterrichtet wird unter einem provisorischen Grasdach oder im Schatten eines Baumes. Im Gesundheitssektor sieht die Lage ähnlich dramatisch aus: Eines von vier Kindern wird vor seinem fünften Geburtstag sterben. Für 100.000 Einwohner steht ein einziger Arzt zur Verfügung. Die Müttersterblichkeit im Südsudan zählt zu den höchsten der Welt. Aber im Land gibt niemand die Hoffnung auf. Es herrscht Aufbruchs- und Aufbaustimmung. Mit verschiedenen Projekten in den Bereichen Gesundheitstraining, Lehrerausbildung und Pastoralarbeit trägt die Initiative „Solidarity with South Sudan“ Wesentliches dazu bei.

Stand: September 2012

Beschreibungen zu konkreten Projekten der Initiative "Solidarity with South Sudan" finden Sie in den unten angefügten PDF-Dokumenten oder unter www.solidarityssudan.org .

© Schwester Miriam Altenhofen SSpS, Steyler Missionsschwestern