Ein Herd und viele Verbesserungen

  • Peru - Kolping International

Fernando Ramos Huamán lebt mit seiner Familie im Armenhaus Perus, hoch oben in den Anden. Sein Dorf Huangamarca liegt in der Region um die Stadt Bambamarca auf etwa 2600 Meter Höhe. In dieser Region arbeitet Kolping seit mehr als zehn Jahren. Die meisten Mitglieder sind Campesinos (Kleinbauern), die mehr schlecht als recht von der Landwirtschaft, der Kleintierzucht, der Wollproduktion und der Verarbeitung und Veredelung ihrer Ernteerträge leben.

Bis vor kurzem hat Fernandos Frau wie viele im Dorf noch auf traditionelle Weise gekocht: Die offene Feuerstelle dominierte die Küche, den zentralen Raum in dem kleinen Haus. Hier spielen die kleineren Kinder, die größeren machen ihre Hausaufgaben, die Familie trifft sich zum Essen. Der Raum war ständig vom Rauch der Kochstelle erfüllt, Augen- und Atemwegserkrankungen vor allem bei den Kindern waren die Folge. Oft kam es auch zu Verbrennungen, weil das Feuer nicht richtig gesichert werden konnte. Die notwendigen Arztbesuche und Medikamentenkosten musste die Familie vom sowieso geringen Einkommen abknapsen. Hinzu kam der hohe Holzverbrauch, das so weit oben in den Bergen knapp ist und dementsprechend teuer.

Seit zehn Jahren engagiert sich das Kolpingwerk Peru in der Region um die Stadt Bambamarca. Kolping International

Doch durch die Kolpingsfamilie hat sich ihr Leben nun deutlich verbessert: Vor kurzem haben sie einen so genannten Energiesparherd bekommen, einen einfachen gemauerten Herd mit mehreren Kochstellen und einem Wasserbehälter. Das Material und die Hilfe eines Fachmanns beim Aufbau bekamen sie von Kolping, einen geringen Anteil mussten sie selber beisteuern. Doch das habe sich gelohnt, sagen sie: die Kinder sind weniger krank, weil durch den Rauchabzug der Rauch nicht mehr im Wohnhaus bleibt. Weil der Herd erhöht ist und seitlich geschlossen, kommt es auch nicht mehr zu Verbrennungen. Die neuen Herde verbrauchen um die 40 Prozent weniger Holz, was zum einen für die Familie eine große finanzielle Erleichterung ist, zum anderen aber auch ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Maßnahmen, die ineinandergreifen

Die Energiesparherde sind zentraler Bestandteil einer ganzen Reihe von Maßnahmen des Kolpingwerkes Peru, die ineinandergreifen und das Leben der Hochlandbewohner nachhaltig verbessern. Besonders wichtig sind die begleitenden Seminare, in denen die Menschen, von denen viele kaum lesen und schreiben können, in grundlegenden Themen unterrichtet werden: Hygiene, gesunde Ernährung, Kindererziehung, die Bedeutung des Schulbesuchs für ihre Kinder, die Vorteile der Energiesparherde. Ein zentrales Ziel ist es, durch die Bildung das geringe Selbstwertgefühl der Menschen, vor allem auch der Frauen, zu stärken, so dass sie sich besser für ihre eigenen Belange einsetzen können. Hinzu kommen Angebote zur beruflichen Bildung für die Kleinbauern, beispielsweise zur Herstellung von organischem Dünger oder zum ökologischen Landbau.

Stand: September 2012

© Monika Kowoll-Ferger, Kolping International

Kolpingwerk Peru

Mehr Informationen zur Kolpingsfamilie in Peru finden Sie im Internet unter

www.kolpingperu.net