Nachhaltige Hilfe für Kleinbauern

  • Togo - Kolping International

In Togo leben rund 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Doch die wird zunehmend unrentabler. Nicht nur, dass die kleinen Anbauflächen der Bauern ohnehin meist nicht ausreichen, um die ganze Familie zu ernähren. Immer extremer gefährdet auch der Klimawandel die Ernteerträge. Kolping International hilft mit Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung.

Wann kommt der Regen? Das ist für die Bauern im westafrikanischen Togo mittlerweile eine existenzbestimmende Frage. Denn die Regenzeiten werden immer unberechenbarer. Mal setzen sie zu spät ein, mal bleiben sie ganz aus – mit fatalen Folgen. Wenn die Saat verdorrt, gibt es keine Ernte. Dann haben die Bauern kein Einkommen und auch nichts zu essen.

Kolping International hilft diesen Menschen, ihre Landwirtschaft zu intensivieren und den veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. So erhalten die Bauern etwa Dürre-resistente Saatgutvarianten, die auch in trockenen Böden noch Erträge sichern. Anschließend können die Bauern das Saatgut selbst reproduzieren und erneut nutzen.

„Kolpinggemeinschaft“: Die Gemeinschaft innerhalb der Kolpingsfamilien gibt Halt und motiviert die Bauern.

Georg Wahl/Kolping International

Mit Bildung und Ziegen zu besseren Ernten

Zentrales Mittel von Kolping Togo, um die Anbaumethoden der Landwirte nachhaltig zu verbessern, ist jedoch Bildungsarbeit. Berater schulen die Bauern zum Beispiel darin, wie sie Ziegen artgerecht halten und in Grundzügen medizinisch versorgen können. Danach werden innerhalb der Selbsthilfegruppen des katholischen Sozialverbands, den Kolpingsfamilien, Ziegen verteilt: Als Starthilfe für eine eigene Zucht erhalten die Kleinbauern jeweils zwei Ziegen und einen Ziegenbock.

Eine Maßnahme, die zu weitreichenden Veränderungen führt: Milch und Fleisch der Tiere tragen unter anderem dazu bei, die Ernährungssituation der Familien – insbesondere der Kinder – zu verbessern. Noch entscheidender ist der Ziegenmist. Daraus lernen die Bauern einen wertvollen organischen Dünger herzustellen, der ihre Ernten enorm steigert. Kolping Togo konnte im Jahr 2016 bei 70 Haushalten eine Verdoppelung der Ernten durch Einsatz von Ziegendung auf den Feldern feststellen. 30 Familien haben ihre Produktion fast verdoppelt. Dadurch war es den Bauernfamilien erstmals möglich, Ernteüberschüsse zu verkaufen. Geld, das die Menschen in Togo dringend brauchen: für Medikamente und Arztbehandlungen, für das Schulgeld der Kinder, Kleidung oder wichtige Anschaffungen.

Die Kolpingbauern, die Ziegen erhalten haben, sind übrigens verpflichtet, nach einiger Zeit drei Jungtiere an ihre Kolpingsfamilie zurückzugeben. Diese Ziegen werden anschließend weiterverteilt. Dadurch steigt die Zahl derer, die von dem Programm profitieren, stetig an. Zudem gibt die Kolpinggemeinschaft dem Menschen Halt und lädt zum Austausch ein, um gemeinsam vorwärts zu kommen. Mit dieser Hilfe zur Selbsthilfe schaffen es immer mehr kleinbäuerliche Familien in Togo, ihre Armut aus eigener Kraft zu überwinden.

Von Michaela Roemkens, Kolping International

Stand Februar 2018

© Kolping International

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