Lernen, um besser zu leben

  • Kongo - Kindermissionswerk

Dass Kinder im Kongo zur Schule gehen, ist nicht selbstverständlich: Trotz Schulpflicht für Grundschüler liegt die Einschulungsquote bei nur 75 Prozent. Mehr als ein Drittel der Kongolesen sind Analphabeten. Gründe dafür gibt es viele: extreme Armut, weite Schulwege, wenige qualifizierte Lehrer, schlechte Ausstattung der Schulen.

Vor allem in den ländlichen Regionen ist die Situation besorgniserregend. Die Regierung sieht sich nicht in der Lage, die Lehrergehälter regelmäßig zu zahlen und die Schulgebäude in Stand zu halten, zu modernisieren oder neue Schulen zu bauen. Der Zustand vieler Schulen ist entsprechend katastrophal: Palmdächer sowie Wände aus Flechtwerk und Lehm halten den tropischen Regenfällen nicht lange stand. Das erschwert nicht nur das Lernen, sondern gefährdet auch die Sicherheit der Kinder.

Das ist die Schule in Ntombombo. Hier müssen komplett neue Gebäude errichtet werden. Winkel/Kindermissionswerk

Um eine flächendeckende Grundschulbildung in der Diözese Kisantu im Westen des Landes zu gewährleisten, hat das Kindermissionswerk im Jahr 2009 ein umfassendes Bildungsprogramm mit seinen Partnern vor Ort gestartet. Insgesamt zehn Grundschulen werden gebaut, renoviert oder erweitert. In einem weiteren Schritt sollen die Schulmaterialien aktualisiert und die Lehrer weitergebildet werden. Das Kindermissionswerk hat dieses umfassende Bildungsprogramm mitentwickelt und abgestimmt – und mit Schwester Emily Mullen eine verlässliche Partnerin vor Ort gewonnen.

Eine wichtige Investition in die Zukunft der Kinder

In den Pfarreien Kimuisi, Kimvula und Ntombombo werden die ersten Grundschulen gebaut oder renoviert. Die Verantwortung und Aufsicht der Bauarbeiten übernehmen die jeweiligen Pfarrer der Gemeinden in enger Absprache mit Schwester Emily und der Diözese. Den Eltern gibt ein Schulneubau oder eine Renovierung ein wichtiges Signal: „Hier wird in eure Kinder investiert, denn ihre Zukunft ist uns wichtig.“ Das hilft vielen Familien, sich für den Schulbesuch ihrer Kinder zu entscheiden, denn er bedeutet eine große Investition.

Weit über 1.000 Schülerinnen und Schüler gehen in den drei Dörfern zur Schule. Sie sind mit Begeisterung, Fröhlichkeit und Neugier bei der Sache. Nach der Schule müssen die meisten gleich im Haushalt oder auf dem Feld mitarbeiten. Sie kommen fast alle aus Bauernfamilien. Ganz selbstverständlich helfen Kinder und Jugendliche bei der Arbeit auf den Erdnussfeldern oder sammeln Raupen, die die karge Nahrung ergänzen. Oder sie holen Wasser vom Fluss, spülen das Geschirr am Flussufer und passen gleichzeitig auf kleinere Geschwister auf. Sie würden oft lieber spielen, lernen oder ein Buch lesen. Doch Bücher sind eine Kostbarkeit. Sie stehen den Kindern nur in der Schule zur Verfügung.

„Weil sie zur Schule gegangen sind, können sie einen weiten Schritt nach vorn machen.“

Viele Mädchen wollen später selbst Lehrerin werden

Schon mit elf oder zwölf Jahren machen sich die Kinder Gedanken, was in der Zukunft werden soll, welchen Beruf sie einmal haben möchten. Gerade bei den Mädchen hört man oft: „Wenn ich groß bin, werde ich Lehrerin.“ Die Freude am Lernen und auch daran, das Gelernte weiterzugeben, merkt man ihnen an. Ob sie später eine Lehrerausbildung machen oder ein Handwerk lernen: Weil sie zur Schule gegangen sind, können sie einen weiten Schritt nach vorn machen, in eine Zukunft, die nicht mehr so stark von Armut und Abhängigkeit geprägt sein wird wie das Leben ihrer Eltern.

 

Stand: September 2012

 

Auf der Webseite des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" erfahren Sie mehr über die Projektarbeit des Kinderhilfswerks.

 

© Karin Schreiber, Kindermissionswerk „Die Sternsinger“