Das Haus des Mitgefühls

  • Jesuitenmission - Nepal

Die Menschen in den ländlichen Regionen Nepals leben sehr abgeschieden. Die Analphabetenrate ist hoch, medizinische Versorgung ist kaum gewährleistet und Armut bestimmt den Alltag. Auf der Suche nach Arbeit gehen viele Männer ins benachbarte Indien und kommen mit dem HI-Virus im Gepäck zurück zu ihren Frauen. Viele haben noch nie von der Krankheit gehört. Erkrankungen werden deshalb oft erst spät festgestellt, meist zu spät.

Die Frauen werden von ihren Männern angesteckt und übertragen das Virus auch auf die Kinder. Auch Frauen verlassen ihre Heimat, mehr oder weniger freiwillig, um in den Nachbarländern Arbeit zu finden. Armut und Perspektivlosigkeit drängen viele junge Frauen in den Mädchenhandel und die Prostitution. Sobald der Verdacht aufkommt, HIV-positiv zu sein, werden sie zurück nach Nepal geschickt – vollkommen auf sich alleine gestellt.

In den Zentren von Karuna Bhawan finden die Frauen Mitgefühl und Hoffnung

Karuna Bhawan, das Haus des Mitgefühls, wurde 1998 von der katholischen Kirche unter der Leitung von Schwester Deepa, einer indischen Ordensfrau, etwas außerhalb der Hauptstadt Kathmandu gegründet: genau für diese Mädchen und Frauen, die nach ihrer Heimkehr nach Nepal kein Zuhause mehr hatten.

Die Frauen bekommen hier kostenlosen Zugang zu gesundheitlicher Betreuung und antiretroviralen Medikamenten. Es werden Tests, Aufklärungskurse und Schulungen angeboten, so dass sie sich ein neues Leben mit der Krankheit aufbauen können. Nach und nach wurde die Arbeit auf die ländlichen Gebiete ausgeweitet. Von den beiden weiteren Zentren in Godavari und Birgunj aus besuchen mobile Teams die entlegenen Dörfer, um die Bewohner über HIV und Aids aufzuklären, ihnen ärztliche Behandlung zu geben und sie dabei zu unterstützen, mit dem Virus zu leben.

Die Aidswaisen sind die traurigste Folge der Krankheit

In den letzten Jahren hat sich die Akzeptanz von HIV-Patienten zum Glück gebessert, ebenso wie die medizinische Versorgung. Immer mehr Patientinnen und Patienten werden zu Hause versorgt und leben nicht mehr in den Zentren von Karuna Bhawan. Ihre Familien lassen sie nicht mehr im Stich. Anfangs war das Haus des Mitgefühls eine Anlaufstelle für HIV-positive Frauen und Mädchen, die zur Prostitution gezwungen worden waren und nach Nepal zurückkehrten. Heute wandelt es sich zu einem Bildungs- und Gesundheitszentrum für Männer und Frauen. Mittlerweile ist Karuna Bhawan auch ein Zuhause für einige Aidswaisen geworden. Für sie ist das Haus des Mitgefühls ihre Familie. Gemeinsame Ausflüge für die Kinder stehen genauso auf dem Programm wie Zahngesundheitstage und Schulbildung.

Stand: August 2013

Karuna Bhawan auf einen Blick

Land: Nepal

Partner: Bischof Antu Sharma SJ

Zielgruppe: HIV-Patienten und Aids-Waisen

Kontext: Medizinische Hilfe und Beratung für HIV-Patienten und Aids-Aufklärung in den Dörfern

So können Sie helfen:

  • 10 Euro kostet die monatliche Versorgung eines Patienten
  • 50 Euro kostet die Schulbildung pro Kind im halben Jahr
  • 200 Euro betragen die Kosten für einen Arzt pro Monat

www.jesuitenmission.de

© Jesuitenmission