In Würde alt werden

  • Südafrika - Franziskanerinnen von Sießen

Wie Franziskus suchen wir Schwestern der Franziskanerinnen von Sießen – ob deutschstämmig oder aus dem jeweiligen Land – die Begegnung mit den Menschen. Wir leben unter und auch mit den Armen der Gesellschaft, versuchen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten – und wachzurütteln! Südafrika und Brasilien gehören weltweit zu den Ländern, in denen die Güter am ungerechtesten verteilt sind. Die Arbeit der Schwestern in diesen Ländern will Antwort geben auf die konkreten Nöte der Menschen. Seit rund 80 Jahren begleiten und unterstützen die Schwestern sie in ihrem Alltag.

Old Age Home Batlharos

So zum Beispiel auch in Südafrika. Das Altenheim „Kgomotsego“ liegt in Batlharos, einem kleinen Dorf in der Kalahari Halbwüste, das zur Northern Cape Province von Südafrika gehört. Die Gegend ist ländlich. In der näheren Umgebung gibt es Minen mit Bodenschätzen (Aluminium, Eisen etc.). Arbeiter aus den angrenzenden afrikanischen Ländern versuchen hier Arbeit zu finden, was zu Spannungen führt. Zurzeit liegt die Arbeitslosigkeit bei 27 Prozent. Vor allem junge Menschen sind davon betroffen.

Wie im ganzen Land finden sich auch hier die Gegensätze von reichen und vielen armen Menschen, die Schere klafft zunehmend auseinander. Themen wie Korruption, Bildungsmöglichkeit für alle, Strom- und Wasserprobleme, Alkohol, Drogen, Gewalt, Missbrauch, HIV & Aids, zunehmend zerrüttete Groß-/Familien, Teenagerschwangerschaften und Hunger sind an der Tagesordnung.

Seit 1932 leben und arbeiten Schwestern der Franziskanerinnen von Sießen in Südafrika.

Franziskanerinnen von Sießen

1984 wurden zwei alte Menschen von einer Farm vertrieben und dadurch obdachlos. Sie wurden von einer Frau in den Büschen aufgefunden, die Hilfe bei einem katholischen Priester suchte. Dieser unterstützte das Anliegen und so entstand das Altenheim „Komotsego“, was auf Deutsch „wohlfühlen“ bedeutet. Von Anfang an waren die Franziskanerinnen von Sießen in dieser Mission dabei. Zurzeit arbeiten zwei afrikanische und eine deutsche Schwester im Altenheim zusammen mit acht Pflegerinnen und einem Hausmeister.

Im Altenheim ist Platz für 25 Bewohner. Da die Warteliste lang ist, sind die Plätze immer belegt. Alle Bewohner kommen aus ärmlichen Verhältnissen. Bei manchen sind alle Kinder verstorben, bei anderen sind die Familien- und Verwandtschaftsverhältnisse sehr schwierig und niemand ist da, der sich um die Oma oder den Opa kümmert. Manche kommen von der Straße oder lebten alleine in ihrer „Behausung“. Alle erhalten eine staatliche Mindestrente, die derzeit 1370,00 SA Rand beträgt, was derzeit etwa  100 Euro entspricht. Davon zahlen die Heimbewohner monatlich 1000,00 SA Rand für das Altenheim und 100,00 bis 200,00 SA Rand Sterbeversicherung. Das Geld, das das Altenheim durch die Rente einnimmt, reicht nicht aus, um die vielen anfallenden Unkosten zu decken.

Auf der Webseite der Franziskanerinnen von Sießen erfahren Sie mehr über die Projekte und das Leben der Schwestern.

Von Sr. M. Tanja Lohr

© Franziskanerinnen von Sießen