Lebendige Kirche im Herzen Norwegens

  • Norwegen - Bonifatiuswerk

Trondheim – die Stadt in der Mitte Norwegens – ist mit dem weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Nidaros-Dom Anziehungspunkt für Touristen und Pilger aus der ganzen Welt. Seit 1.000 Jahren bildet Trondheim das christliche Herz Norwegens. Katholische Christen leben hier jedoch in der Minderheit, weil das skandinavische Land seit der Reformation fast ausschließlich lutherisch geprägt ist. Trotzdem herrscht große Aufbruchstimmung unter den Katholiken: Eine neue Kirche wird gebaut; ein ehrgeiziges Projekt, einzigartig für Europa.

Die alte St. Olav Kirche, die viel zu klein und baufällig gewesen ist, wurde seit Mai 2014 Stück für Stück abgerissen. Am 29. Oktober 2015 erfolgte die Grundsteinlegung der neuen Kirche. In ihr sollen in Zukunft die Gemeindemitglieder, die aus über 80 Nationen stammen, wieder Gottesdienst feiern können.

Während einer liturgischen Feier wurde der Grundstein von Bischof Bernt Eidsvig (Oslo) gesegnet. Gemeindemitglieder, Ordensleute, Vertreter der Stadt Trondheim sowie Vertreter aller Konfessionen nahmen an der Feier teil.

Bonifatiuswerk

Den Grundstein des neuen Gotteshauses segnete Oslos Bischof Bernd Eidsvig. „Die neue Kirche ist ein wichtiger Ort der Gemeinschaft und unterstützt die Integration in Norwegen“, so Eidsvig während der Feierstunde. Auch der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Monsignore Georg Austen, nahm an der liturgischen Feier Ende Oktober teil. Auch er betonte die besondere Strahlkraft des Neubaus: „Mit diesem besonderen Projekt wird ein Ort geschaffen, an dem die Kirche aktiv in die Gesellschaft hineinwirkt. Die St. Olav Gemeinde bietet nicht nur ihren Mitgliedern einen Ort, an dem Begegnung und Gemeinschaft stattfinden kann, an dem Fremde zu Freunde werden, sondern gibt auch den vielen Tausend Menschen, die jährlich zum Grab des Heiligen Olav pilgern, genug Raum für ihren Glauben“, so Austen.

„Der Neubau ist ein nationales Anliegen“, betonte Bischof Eidsvig. „Wir sehen Trondheim als eine Art ‚norwegia sacra‘, wo der heilige Olav, also der Schutzpatron des Landes, begraben ist. Dies ist Wallfahrtsort und ehemaliger Metropolitansitz. Wir brauchen einen Ort, an dem wir auch Touristen und Pilger aus der ganzen Welt willkommen heißen können.“

So soll die neue St. Olav Kirche nach ihrer Fertigstellung aussehen.

Bonifatiuswerk

Der Bau der neuen Bischofskirche mit integriertem Gemeindezentrum wird rund 12,5 Millionen Euro kosten. Den Großteil der Baukosten trägt das Bistum Oslo, das sich damit einer großen Herausforderung stellt. Denn die katholische Kirche in Norwegen ist eine materiell arme Kirche, die die die Solidarität und die Unterstützung der deutschen Katholiken benötigt. Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken fördert den Kirchbau mit insgesamt 635.500 Euro, das Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe mit 506.500 Euro.

Wachsende Gemeinden, volle Kirchenbänke

Die Entwicklung der katholischen Kirche in Norwegen kommt fast einem Wunder gleich. Sie wächst wie kaum eine andere in Europa. In Trondheim, Pilgerziel und heiligster Ort des Landes, zählt die St. Olav Gemeinde mittlerweile rund 5.000 Mitglieder. In den 1970er Jahren waren es gerade einmal wenige hundert. Selbst an ganz gewöhnlichen Sonntagen strömen mehr als 1.000 Gläubige in den Gottesdienst. Damit alle eine lebendige Glaubensgemeinschaft erleben, werden an jedem Sonntag fünf heilige Messen gefeiert.

„Wir haben hier eigentlich jeden Sonntag Pfingsten.“

— Bernd Eidsvig, Bischof von Oslo

Ein Lächeln huscht über das Gesicht des Bischofs als er auf den alltäglich-sonntäglichen Trubel um den Kirchenbau zu sprechen kommt: „Wir haben hier eigentlich jeden Sonntag Pfingsten“, beschreibt er das Leben in und um die Gottesdienste, „so viele Nationalitäten, so viele Sprachen – und doch sind wir eine Gemeinschaft in Christus.“

Von Harald Oppitz und Patrick Kleibold (ergänzt durch lek)

© Bonifatiuswerk

 

Unter www.bonifatiuswerk.de und www.dom-trondheim.de finden Sie weitere Informationen zum Bau des neuen Doms in Trondheim.