Endlich angekommen!

  • Santa Cruz de la Sierra - 20.09.2013

Nach mehr als einem Jahr fallen auch die 36 Stunden Flug nicht mehr so sehr ins Gewicht, bevor ich wieder bolivianischen Boden betrete. Am Flughafen holt mich der Direktor Don Pepe ab – die Kinder konnten leider nicht mitkommen, der Bus des Kinderdorfes war mal wieder ausgefallen. Und dann geht es mit dem Auto durch halb Santa Cruz: diese laute, dreckige, lebendige Stadt; vorbei an hupenden Autos, schreienden Verkäuferinnen und durchs absolute Verkehrschaos – es ist wie immer.

Und dann die Ankunft im Kinderdorf: vorbei am Pförtner und plötzlich kommen von allen Seiten Kinder auf mich zugestürmt und ich werde umarmt und belagert von Jhony, Hernan, Mercedes, Daniel und vielen mehr.

Nach einem kleinen Rundgang gibt es dann eine Überraschung in der Kapelle. Der Chor zeigt mir eine kleine Kostprobe davon, was er im letzten Jahr dazugelernt hat mit Schlagzeug, Bass, E-Gitarre und zweistimmigem Gesang. Besonders toll, wie die Kinder den alten Rockklassiker „Zombie“ von der Cranberries abfeuern – samt Gitarrensolo und fehlerfreiem Text, obwohl doch kaum jemand Englisch kann. Chapeaut!

Am Abend empfängt mich meine Hausmutter Yasmin mit einem tollen Abendessen, „pollo al horno“ – Hühnchen mit Reis und Salat. Danach sitzen wir noch eine Weile zusammen, bevor ich müde ins Bett falle. Was für ein toller Empfang!

Für die nächsten Tage habe ich mir einiges vorgenommen: Zum „dia de los estudiantes“ am Freitag möchte ich die Schule besuchen, an der ich unterrichtet habe; mit den Kindern vom Chor machen wir einen kleinen Ausflug, um den zweiten Platz bei einem Gesangswettbewerb zu feiern und vielleicht schaffen wir es ja noch kurzfristig ein kleines Konzert in einer Kirche auf die Beine zu stellen. Vor allem aber möchte ich die zwei Wochen im Kinderdorf einfach nur genießen.

!Hasta luego!

Von Lukas Lange

Mit der Gitarre im Gepäck nach Bolivien

12 Monate lang hat Lukas Lange als Missionar auf Zeit im Kinderdorf Padre Alfredo in Bolivien mitgelebt, mitgearbeitet und mitgebetet. Nun kehrt er für drei Wochen an den Ort zurück, der für ihn zu einer zweiten Heimat geworden war. Alle Reiseberichte auf einen Blick finden Sie hier:

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