„Meine Tür in Burkina steht offen“

  • Bistum Trier

Alles begann mit meiner Ankunft in Trier im September 2013, wo ich für vier Wochen bei den Ordensschwestern in Ruwer untergebracht war und gemeinsam mit den anderen Reverse-Freiwilligen einen Sprachkurs besuchte. Im Anschluss ging es für mich nach Daun ins Krankenhaus Maria Hilf, mein Projekt, in dem ich bis heute gearbeitet und bei den Schwestern gelebt habe. Da ich mich sehr für Medizin interessiere, erhoffte ich mir, bereits am Anfang einen guten Einblick in die Pflege und das deutsche Gesundheitssystem zu bekommen.

Die ersten zwei Monate fielen mir schwer, weil ich nicht arbeiten durfte und nichts anderes machen konnte als ein bisschen den Krankenschwestern im Konvent zu helfen und die Sprache zu lernen. Das war oft langweilig für mich. Umso mehr freute ich mich als ich dann endlich im Krankenhaus arbeiten konnte. Die Freude war da, doch leider auch hier noch die Sprachbarriere. Die Krankenschwestern und Patienten sprachen sehr, sehr schnell und im Dialekt. Ich verstand nicht alles.

Nie die Hoffnung verlieren

Manchmal hatte ich das Gefühl, dass man sich über mich lustig machte, verlor jedoch nicht die Hoffnung, sondern erinnerte mich immer wieder daran, warum ich hierhergekommen war. Ich betete und hoffte darauf, dass diese schwierige Zeit zu Ende geht. Ich betete, dass Gott mir und auch den Menschen um mich herum Geduld und Unterstützung schenkte. Und auf einmal wurde es besser. Die Krankenschwestern kamen auf mich zu und baten mir Unterstützung und Hilfe an und vieles fiel mir leichter.

Anfangs fiel Schwester Pélagie die Arbeit im Dauner Krankenhaus schwer. privat

Die Arbeit im Krankenhaus war nicht immer leicht und mir fiel schon ganz bald auf, dass die Aufgabenfelder einer Krankenschwester hier in Deutschland andere sind, als die einer Krankenschwester in Burkina Faso. Körperhygiene und Essensvergabe zum Beispiel. Was im Dauner Krankenhaus klare Aufgabe der Krankenschwestern war, wird in Krankenhäusern in Burkina Faso von Familienangehörigen des Patienten erledigt. Das war anfangs schwer für mich, weil in Burkina nicht die Schwester, sondern die Familie die Pflege übernimmt, da dies etwas sehr Privates ist. Ich fühlte mich deshalb anfangs unwohl dabei, vor allem auch durch den häufigen Personal- und Patientenwechsel; es waren ja auch nicht immer nur Frauen. Doch ich gewöhnte mich daran und die Arbeit fing an, mir Spaß zu machen.

„Ich komme gerne wieder zurück. Nur nicht für immer, wegen des Klimas!“

Lernen, staunen, freuen

So lernte ich Tag für Tag mehr dazu und war hin und wieder sehr erstaunt über manche Unterschiede. Doch dadurch, dass ich hier sehr viel lernen durfte, lernte ich auch mich von den Vorurteilen, die vielleicht auch durch das Fernsehen vermittelt werden, abzugrenzen. Ich erfuhr sehr viel über mich und die Kultur in der ich leben durfte. Nun freue ich mich aber auch auf meine Familie und die Menschen in Burkina Faso. Was ich hier gelernt habe, möchte ich gerne mitnehmen, und nun für die Menschen dort da sein. Ich komme gerne wieder zurück. Nur nicht für immer, wegen des Klimas!

Beenden möchte ich diesen Bericht mit diesen drei Worten

„Merci, Pardon et Au revoir!“ – „Danke, Entschuldigung und Auf Wiedersehen!“

  • Danke für alles, was sie für mich getan haben,
  • Entschuldigung, falls ich etwas falsch gemacht habe oder Umstände bereitet habe. Danke für ihre Geduld.
  • Auf Wiedersehen: Die Welt ist klein, deshalb möchte ich nicht nur „Tschüss“, sondern „Auf Wiedersehen“ sagen.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen in Burkina, zu dem alle herzlich eingeladen sind: „Meine Tür in Burkina steht offen“ und ich komme auch gerne wieder zu Besuch nach Daun.

Alles Liebe und Gute.

Gott segne uns.

Eure Schwester Pélagie Soma

© SoFiA e. V. - Soziale Friedensdienste im Ausland

Soziale Friedensdienste

Schwester Pélagie Soma hat ihren Reverse-Freiwilligendienst über den Verein „SoFiA – Soziale Friedensdienste im Ausland“ im Bistum Trier absolviert. Mehr über dessen Angebot, die Einsatzstellen und weitere Erfahrungsberichte von Freiwilligen finden Sie unter:

www.sofia-trier.de