Blick in die Bistümer

Erzbistum Freiburg und Color Esperanza e. V.

VAMOS! – Das Reverse-Programm für peruanische Freiwillige

Color Esperanza e. V. ist ein Rückkehrer_innenverein von jungen Erwachsenen, die einen Freiwilligendienst in Peru gemacht haben (größtenteils über die Erzdiözese Freiburg).

Zwischen der Erzdiözese Freiburg und der katholischen Kirche in Peru gibt es seit 1986 eine Partnerschaft. Aus dieser Beziehung ist das Voluntario-Programm für deutsche Freiwillige in Peru entstanden. Als Folge daraus entwickelte sich wiederum das „VAMOS!“-Programm für peruanische Freiwillige in Deutschland.

Dass 2009 die ersten peruanischen Freiwilligen in die Erzdiözese Freiburg kommen konnten, ist vor allem dem großen Engagement von Color Esperanza e. V. zu verdanken. Getragen von dem Gedanken, dass ein einseitiger Freiwilligendienst nicht gerecht sein kann, wurde das Projekt zusammen mit der Fachstelle für Freiwilligendienste und den Partnerschaftsverantwortlichen in Peru gestartet.

„Ein einseitiger Freiwilligendienst kann nicht gerecht sein“

Nachdem die Hauptorganisation zwischenzeitlich bei Color Esperanza e. V. lag, gibt es seit 2013 wieder eine Kooperation mit der Erzdiözese. Acht peruanische Freiwillige haben in den vergangenen Jahren einen Freiwilligendienst in Deutschland absolviert.

Seit August 2013 sind Rodrigo, Verina, Danizta und Yoel aus dem peruanischen Huánuco in Behinderteneinrichtungen, einem Kindergarten und einem Erziehungsheim in Freiburg, Karlsruhe und Bühl aktiv. Die 20 bis 24-Jährigen leben in deutschen Gastfamilien.

Mit dem Reverse-Programm „VAMOS!“ wollen wir unseren Beitrag zu einer gerechteren Globalisierung leisten. Wir wollen Zusammenhänge aufzeigen, Gemeinsamkeiten zwischen dem eigenen Leben und dem anderer begreifbar machen und Begegnung auf Augenhöhe ermöglichen. Die Freiwilligen lassen sich auf Lernprozesse ein und sind bereit, als „Weltbürger_innen“ aktiv zu werden. Die peruanischen Freiwilligen sind zugleich Wirkende, sowohl in Deutschland als auch nach der Rückkehr nach Peru, und Bewirkte. Wir sind überzeugt, dass alle Beteiligten am „VAMOS!“-Programm wertvolle Erfahrungen machen und diese als Multiplikator_innen auch in die jeweiligen Gesellschaften zurücktragen.

Ab Sommer 2014 begrüßen wir bei uns sieben peruanische Freiwillige, die über die Süd-Nord Komponente des weltwärts-Programms zu uns kommen.

Von Claudia Debes, Leiterin der Fachstelle Internationale Freiwilligendienste

Bistum Limburg

Die Anfänge des Reverse-Dienstes im Bistum Limburg gehen bis in das Jahr 1997 zurück. Bernard Kong aus dem Partnerbistum Kumbo in Kamerun kam als erster Reverse-Freiwilliger nach Limburg. Er wurde in der Bistumsdruckerei ausgebildet und konnte die dort erworbenen Kenntnisse in der eigenen Heimatdiözese nutzen. Zurück in Kumbo baute er gemeinsam mit anderen die Bistumsdruckerei „Printing and Communication Centre“ auf.

Auch in den Folgejahren kamen Freiwillige aus Kumbo in das deutsche Partnerbistum, um in verschiedenen Einrichtungen des Bistums mitzuarbeiten und Fachkenntnisse zu sammeln.

Seit März 2013 engagieren sich Bruce und Persilvia aus Ndola in Sambia im Bistum Limburg. Sie absolvieren ihren Bundesfreiwilligendienst im Rahmen der Süd-Nord Komponente des weltwärts-Programms.

Von Vanessa Treike, Referentin für Partnerschaft und Dialog in der Abteilung Weltkirche des Bistum Limburg

Erzbistum München-Freising

Seit August 2012 funktioniert der Internationale Freiwilligendienst auch von Ecuador nach München. David Parrales und Luis Toapanta sind die ersten beiden Freiwilligen, die aus Guayaquil und Quito in die Erzdiözese für ein Jahr gereist sind, um hier ein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ zu leisten und sich in den Strukturen der örtlichen und diözesanen Jugendpastoral einzusetzen. Dieses Reverse-Programm wird in gemeinsamer Trägerschaft der Abteilung Weltkirche und des BDKJ ab dem Jahrgang 2013/14 fortgesetzt.

Von Sebastian Bugl, Fachbereichsleiter Internationale Partnerschaftsarbeit im Erzbistum München-Freising

Bistum Rottenburg-Stuttgart

Im Jahr 2013 feierte der Weltkirchliche Friedensdienst (WFD) sein 30-jähriges Jubiläum. Seit nun drei Jahrzehnten ermöglicht die Diözese Rottenburg-Stuttgart Jugendlichen einen Freiwilligendienst in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Bereits seit vielen Jahren forderten die RückkehrerInnen des WFDs, die Einbahnstraße der Freiwilligendienste aufzuheben. Auf dem Jugendforum 2005, das alle fünf Jahre in der Diözese Rottenburg-Stuttgart stattfindet, wurde die Forderung für einen Reverse-Dienst konkretisiert.

Im September 2012 schließlich wurde die Vision „Freiwilligendienste in beide Richtungen“ Wirklichkeit und die ersten sechs Reverse-Freiwilligen kamen in unsere Diözese.

Im September 2013 folgten weitere sechs engagierte Jugendliche aus den Partnerdiözesen in Mexiko, Argentinien und Brasilien. Die Freiwilligen werden von Kirchengemeinden aufgenommen und leben in Gastfamilien. Die Kirchengemeinde sucht zusammen mit der Referentin nach einer passenden Einsatzstelle.

Die Auswahl der Freiwilligen führen unsere KoordinatorInnen der jeweiligen Länder vor Ort durch. Sie übernehmen auch die Vor- und Nachbereitung der Reverse-Freiwilligen. In Deutschland nehmen die Jugendlichen an fünf einwöchigen Seminaren teil, die von der zuständigen Referentin in Zusammenarbeit mit einem Teamer durchgeführt werden.

Darüber hinaus finden ein Vorbereitungs- und ein Auswertungstreffen für die Gastfamilien und Kirchengemeinde sowie ein Treffen mit den AnleiterInnen der Einsatzstellen statt.

Von Kathrin Knecht, Bildungsreferentin Reverse-Programm im Bistum Rottenburg-Stuttgart

Bistum Trier

Der Reverse-Dienst im Bistum Trier war von Anfang an vorgesehen. Internationale Freiwilligendienste sind keine Einbahnstraße. Gegenseitiger Austausch bietet die Möglichkeit, in der einen Welt gemeinsam und voneinander zu lernen.

Seit 1998 kamen vereinzelt erste Freiwillige aus Bolivien und Polen; der Aufbau einer festen Freiwilligengruppe erfolgte seit 2005. Zurzeit kommen jährlich 12 Freiwillige ins Bistum Trier. Bisher waren es insgesamt 91 Freiwillige aus 17 verschiedenen Ländern.

Die kulturelle Vielfalt ist das besondere Merkmal der Freiwilligengruppe; sie ist gleichzeitig Herausforderung aber auch Chance, nicht nur bilateral, sondern multilateral voneinander zu lernen und Weltkirche zu erleben.

Die Freiwilligen bewegen sich in einer Doppelstruktur. Neben der Einsatzstelle in einer sozialen kirchlichen Einrichtung gibt es eine Partnergruppe, die sich um die Freiwilligen kümmert und in die Partnerschaftsarbeit einbindet.

„In der einen Welt gemeinsam und voneinander zu lernen.“

Ein großer Teil der Freiwilligen kommt aus dem Partnerland Bolivien. In der seit 1960 bestehenden Partnerschaft sind die Freiwilligen inzwischen ein fester Bestandteil. Ihre Entsendung wurde von der Bolivianischen Bischofskonferenz eingefordert.

Die Durchführung der Freiwilligendienste erfolgt im rechtlichen Rahmen des Jugendfreiwilligendienstgesetzes als Freiwilliges Soziales Jahr oder als Bundesfreiwilligendienst. Die Begleitung umfasst ein Vorbereitungsseminar, ein Zwischenseminar sowie ein Abschlussseminar; dazwischen gibt es verschiedene Tagestreffen.

Die Auswahl der Freiwilligen erfolgt ausschließlich über die ausländischen Partnerorganisationen. Nur so ist die Qualität der Freiwilligendienste zu gewährleisten.

Von Peter Nilles, Geschäftsführer von SoFiA e. V. – Soziale Friedensdienste im Ausland

Ihr Bistum bietet ebenfalls Reverse-Dienste an?

... dann kontaktieren Sie unsere Redaktion und lassen Sie uns gemeinsam davon berichten:

Lena Kretschmann (Redakteurin)

E-Mail: weltkirche[at]katholisch.de
Tel.: 0228 / 26000-223