Hoffnung am Tapajos: Staudamm gestoppt!

  • Misereor-Petition - 10.08.2016

Mit einer Petition hatte das Entwicklungshilfswerk Misereor gegen den Bau eines riesigen Staudamms am Fluss Tapajos im Amazonasgebiet Brasiliens protestiert. Dadurch seien 80.000 Menschen in der Region in ihrer Existenz bedroht. Wie das Hilfswerk Mitte August verkündete, haben nun staatliche Stellen in Brasilien das Staudamm-Projekt gestoppt.

„Die Entscheidung der Umweltbehörde ist ein großer Schritt voran. Wir freuen uns, dass das Engagement unserer zivilgesellschaftlichen Partner in Brasilien erste Früchte trägt. Auch die vielen Unterzeichner unserer Petition hierzulande und in Brasilien haben dazu beigetragen“, sagte Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel.

Trotz aller Freude mahnte das Hilfswerk, die Entwicklungen in Brasilien weiter zu beobachten. Romi Bencke, Generalsekretärin der Misereor-Partnerorganisation CONIC, zeigte sich vorsichtig optimistisch: „Wenn die Entscheidung, den Staudamm nicht zu bauen, im Bundesgesetzblatt erscheint, dann ist der Bau gestoppt. Aber in unserem Land ist nichts sicher.“

Auch Misereor-Referentin Kathrin Schroeder warnte vor zu frühem Jubel. In der derzeitigen unsicheren politischen Situation in Brasilien sei es schwer, an verbindliche Entscheidungen zu glauben, schrieb die Entwicklungsexpertin im Misereor-Blog. Denn gleichzeitig habe die Übergangsregierung Brasiliens ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, mit dem es künftig leichter werden solle, trotz Beeinträchtigungen von Menschenrechten und Umwelt große Infrastrukturprojekte zu verwirklichen, erklärte Schroeder. „Deshalb halten wir den öffentlichen Druck aufrecht und werden die Petition im Herbst übergeben.“ (lek)

Das Recht auf Land steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Misereor-Fastenaktion. Mehr Informationen zur bundesweiten Aktion des Hilfswerks finden Sie in unserem Dossier.


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