„Du führst mich hinaus ins Weite“

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Wo liegt das eigentlich, Burkina Faso, werde ich in diesen Monaten oft gefragt, wenn ich vom Partnerland der Aktion zum Monat der Weltmission 2017 erzähle. Das frühere Obervolta mit der Hauptstadt Ouagadougou steht selten in den Schlagzeilen. Die Menschen haben ihrem Land den Namen „Land der aufrechten Menschen“ gegeben. Sie sind stolz auf ihre friedliche Revolution und ihre politische Tradition, auf das gute Miteinander von Christen und Muslimen, auf die ethnische Vielfalt. Auf Besucher wirkt das gastfreundliche Land wie eine westafrikanische Idylle.

Eines der ärmsten Länder weltweit

Doch diese Idylle trügt. Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Klimaveränderungen und Dürreperioden treffen besonders die in der Sahelzone liegenden Landesteile hart. Bleibt der spärliche Regen aus oder fällt er zur falschen Zeit, müssen die Menschen hungern. Mangels alternativer Einkommensquellen versuchen viele ihr Glück bei der Goldsuche. Perspektivlosigkeit wird zum Nährboden für islamistische Terrorzellen.

Zwangsheirat und Hexenverfolgung

Vor allem für Mädchen und Frauen ist der Alltag hart. Sie stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Missio-Aktion. Jahr für Jahr werden in Burkina Faso Tausende Mädchen zwangsverheiratet, manche schon im Alter von elf oder zwölf Jahren. Traditionen wie Hexenverfolgung oder Genitalverstümmelung sind trotz gesetzlichen Verbots weit verbreitet. Die Müttersterblichkeit ist eine der höchsten der Welt. Die Kirche sieht nicht tatenlos zu.
Bildungsinitiativen, Schutzprogramme, Hilfe zur Selbsthilfe – Mädchen und Frauen sollen Verantwortung für ihr Leben übernehmen dürfen. „Du führst mich hinaus ins Weite“ lautet deshalb das biblische Leitwort des Weltmissionssonntags. Es drückt aus, was Menschen mit Gott erleben: Gott eröffnet dem Leben Chancen, wo alles aussichtslos scheint, er schenkt dem Leben Weite.

Der Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks Missio Aachen, Prälat Klaus Krämer.

KNA

Kirche an der Seite der Menschen

Der Weltmissionssonntag ist vor allem ein Fest der Solidarität. Er ist ein Fest der Freude darüber, dass wir Teil einer weltweiten Gemeinschaft sind, die füreinander Verantwortung übernimmt. Gemeinsam mit den Katholiken auf der ganzen Welt feiern wir, dass unser Glaube uns ins Weite führt. Es ist uns nicht gleichgültig, ob Mädchen in Burkina Faso Opfer von Zwangsehen werden oder Frauen als Hexen verfolgt werden. Unser Engagement für Menschen in Not kennt keine Grenzen: „Die Mission im Herzen des christlichen Glaubens wiederentdecken“ nennt Papst Franziskus das in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag.

Von Prälat Klaus Krämer, Missio-Präsident. Aus dem Aktionsheft zum Monat der Weltmission mit freundlicher Genehmigung von Missio.

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