Indigene in Panama

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Jeroncio Osorio ist ein Kuna. Bis vor einem Jahr wohnte er auf einer kleinen Insel vor der Küste Panamas, wo sein Volk noch heute nach Jahrhunderte alten Traditionen lebt. Ein Paradies, sagt der 19-Jährige. Trotzdem hat er es verlassen. Briseida Iglesias, eine Gelehrte der Kuna und praktizierende Christin ist für Jeroncio eine wichtige Mentorin in Panama-Stadt.

Seit zwei Jahren lebt Jeroncio Osorio zwischen zwei Welten. Nach der Schule hat der heute 19-Jährige sein Dorf verlassen, um in Panama Stadt Verwaltungswesen zu studieren. Während er für die Universität täglich am Computer arbeitet und mit seinem Handy immer online ist, scheint auf seiner Heimatinsel die Zeit stehen geblieben zu sein.

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In diesem Dossier werden die Glaubens- und Lebenswelt ausgewählter indigener Völker vorgestellt.

 


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Playón Chico ist eine von 365 Eilanden im Karibischen Meer. Dort lebt das Volk der Kuna noch nach Jahrhunderte alten Traditionen. Die Menschen wohnen in windschiefen Hütten, die mit Palmblättern gedeckt sind. Voller Stolz tragen die Frauen handgestickte Tracht, die Männer fahren morgens mit dem Boot zum Fischen oder gehen auf die Felder, wo sie Maniok, Ananas und Kokosnüsse anbauen. Zwei Mal in der Woche trifft sich die gesamte Dorfgemeinschaft im Gemeindehaus und lauscht den spirituellen Gesängen des Sailas, der höchsten Autorität des Ortes, und diskutiert politische Themen.

Briseida Iglesias, eine weise Frau der Kuna, die sich dafür einsetzt, dass die Tradition und Kultur ihres Volkes erhalten bleibt.

Adveniat

Mittlerweile leben 70.000 der insgesamt 100.000 Kuna in der Stadt. Es ist nicht einfach, die eigene Kultur dort lebendig zu halten. Um dem entgegen zu steuern, engagiert sich Jeroncio in der indigenen Jugendarbeit der katholischen Kirche. Zwei Mal im Monat trifft sich die Gruppe zum Gottesdienst. Vorab wird, unter Anleitung von Padre Felix und Briseida Iglesias, eine weise Frau der Kuna, die Babigale studiert – die Heilige Schrift der Kuna.

Damit die Kultur der Kuna lebendig bleibt

Briseida Iglesias ist eine „Nele“, eine Gelehrte der Kuna und gleichzeitig praktizierende Christin. Sie kennt sich in den Ritualen und Bräuchen des Volkes aus und wird gerne um ihre Einschätzung gebeten. Für Jeroncio ist sie eine wichtige Mentorin. Beide haben sich in der pastoralen Arbeit in der Hauptstadt kennengelernt. Unterstützt vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat wollen sie indigenen Jugendlichen eine spirituelle Heimat in der Stadt geben. „Briseida kommt regelmäßig zu unseren Gruppentreffen. Sie hilft uns, das Wissen über unsere Kultur zu vertiefen“, sagt Jeroncio und umarmt die 57-Jährige zur Begrüßung. „Denn so lange wir alle unsere Geschichten kennen und die Bräuche ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Lebens sind, bleibt unsere Kultur lebendig und kann sich in dieser modernen Welt behaupten.“

© Adveniat

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Die Adveniat-Weihnachtsaktion 2018 steht unter dem Motto „Chancen geben – Jugend will Verantwortung“.


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