Heute schon die Welt verändert?

    Misereor

  • Leitwort - 09.01.2018

Mit einem Festgottesdienst in der Frauenkirche in München eröffnet Misereor am 18. Februar 2018 seine 60. Fastenaktion. Die gemeinsam mit der Kirche in Indien veranstaltete Aktion steht unter dem Leitwort „Heute schon die Welt verändert?“

In 60 Jahren Entwicklungszusammenarbeit hat Misereor die Erkenntnis gewonnen, dass globale Herausforderungen nicht mehr aus der Perspektive eines Landes oder Kontinentes allein gelöst werden können, sondern differenziertes Handeln in gemeinsamer Verantwortung für das „eine Haus“ erfordern, wie Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato Sì formuliert.

Wie wollen wir leben?

Die Ursachen der Probleme liegen dem Hilfswerk zufolge wesentlich in der ungleichen Verteilung von und Zugang zu Ressourcen wie Wasser und Land, an Produktionsbedingungen und Lebensstilen, die weitere Menschenrechtsverletzungen, Umweltschäden und Konflikte nach sich ziehen – dies alles werde verstärkt durch dominierende Leitbilder von einem vermeintlich „guten Leben“.
Unter dem gemeinsamen Leitwort „Heute schon die Welt verändert?“ stellen die Kirche in Indien und Misereor sich der Herausforderung, was wir in unseren jeweiligen Kontexten, aber immer in globaler Verantwortung tun können, damit immer mehr Menschen ein menschenwürdiges und gutes Leben ermöglicht wird.

Gemeinsame Fastenaktion mit indischer Kirche

Misereor thematisiert mit der Fastenaktion 2018 die Frage nach Lebensqualität – in dem Bewusstsein, dass die sozialen und ökologischen Vielfach-Probleme nur gemeinsam bewältigt werden können und alle Länder vor der Notwendigkeit stehen, sich weiter entwickeln zu müssen.

Die Beispielprojekte der Fastenaktion 2018 stellen Menschen in Indien, die ihre Lebensqualität verbessern, in den Mittelpunkt: Das Projekt JEEVAN zeigt, dass Misereor-Partner auf dem Land für sie wichtige Veränderungen durch die Stärkung der Dorfgemeinschaft und durch Zusammenarbeit umsetzen können, beispielsweise eine flächendeckende Wasserversorgung.
Das Projekt von JKGVS unterstützt Menschen in der Stadt Patna darin, ihr Recht auf Wohnen, Arbeit und Bildung einzufordern und durchzusetzen und somit Perspektiven zu schaffen. Über diese Arbeit werden Misereor-Partnerinnen und -Partner während der Fastenzeit bundesweit berichten.

Die Misereor-Fastenaktion lädt ein, weitere notwendige Schritte zu gehen, um allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Während der Fastenzeit macht Misereor mit verschiedenen Aktionen wie dem gemeinsamen Fastenessen in den Gemeinden, dem Solibrot-Verkauf oder mit der Coffee Stop-Aktion am 16. März 2018 mobil.

Auch in diesem Jahr wird die ARD den Eröffnungsgottesdienst live übertragen: am 18. Februar 2018 ab 10 Uhr aus der Münchener Frauenkirche. Zuvor wird das Misereor-Hungertuch in einer Wallfahrt nach München gebracht.

Spendenkollekte am 5. Fastensonntag

Höhepunkt der Fastenaktion ist wie jedes Jahr der fünfte Sonntag der Fastenzeit, der Misereor-Sonntag am 18. März 2018. Dann werden bundesweit die Gläubigen in allen katholischen Gottesdiensten über die Misereor-Arbeit informiert und um Spenden als Zeichen weltweiter Solidarität gebeten.

Seit 1958 entwickelt Misereor für die katholische Kirche in Deutschland ein Angebot zur Gestaltung der Fastenzeit und bittet die Bevölkerung mit der Fastenaktion um Solidarität und Unterstützung für Notleidende in Asien/Ozeanien, Afrika, dem Nahen Osten und Lateinamerika. Jedes Jahr stehen ein anderes Thema und ein anderes Land im Fokus der Fastenaktion. 2018 feiert Misereor seinen 60. Geburtstag. Mit der Fastenaktion wird Misereor in bundesweit mehr als 9.000 Gemeinden die Frage stellen: „Heute schon die Welt verändert?“.

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