Frauen ausbilden und stark machen

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„Die harte Realität hier sieht man in den Gesichtern der Frauen“, sagt Schwester Anne Béatrice Faye, „in der Art, wie sie sich bewegen und verhalten.“ Doch die Ordensfrau aus dem Senegal ist überzeugt, dass Burkina Fasos Frauen nur darauf warten, sich und ihr Umfeld zu verändern. Sie will ihnen helfen, ihre Talente zu entfalten, und ihnen so eine bessere Zukunft ermöglichen. Denn Frauen und Mädchen leiden besonders unter Mangelernährung und Analphabetismus; sie sind Opfer von Beschneidung, Zwangsehen und körperlicher Gewalt.

Schwester Anne Béatrice arbeitet auf mehreren Ebenen dafür, dass Frauen und Mädchen nicht länger „im Namen der Tradition gedemütigt und erniedrigt“ werden. Als Leiterin des Gymnasiums „Notre Dame de Pouytenga“ in der Diözese Koupéla ist die 54-Jährige vom Orden der „Schwestern Unserer Lieben Frau von der Unbefleckten Empfängnis von Castres“ für mehr als 500 Mädchen und Jungen verantwortlich.

Sie sorgt dafür, dass alle eine hochwertige Ausbildung erhalten, mit der sie später gute Berufschancen haben und sich für die Entwicklung ihres Landes einsetzen können. Ebenso wichtig aber ist ihr, dass ihre Schüler Dialog, Toleranz und ein friedliches Miteinander von Christen und Muslimen einüben. Sie sollen von klein auf lernen, was eine Gesellschaft trägt und weiterbringt.

Neben ihrer Arbeit am Gymnasium haben Schwester Anne Béatrice und ihre Mitschwestern mithilfe von Missio ein Zentrum aufgebaut, in dem sie Frauen als Weberinnen ausbilden. In den Gemeinden kümmern sie sich um Frauen und Kinder, die in bitterer Armut leben, und bringen ihnen Grundregeln in Hygiene und Gesundheitsfürsorge bei. Und sie organisieren Frauengruppen, deren Mitglieder sich nicht nur gegenseitig unterstützen, sondern mit kleinen Starthilfen auch die Chance erhalten, sich mit einem Laden, einer Hühnerzucht oder Nähmaschine eine Existenz aufzubauen und für ihre Familie zu sorgen. Aber Schwester Anne Béatrices Engagement geht noch weiter: Die promovierte Philosophin gibt auch Kurse am Ökumenischen Institut „Al Mowafaqa“ im marokkanischen Rabat und engagiert sich in der Vereinigung afrikanischer Theologen für den Nord-Süd-Dialog.

Von Beatrix Gramlich

 

© Missio