„Gutes Leben. Für alle!“

  • Bistumsinitiative

Zurzeit leben 7,2 Milliarden Menschen auf der Erde. Würde jeder Mensch die Menge an Ressourcen verbrauchen und die Umwelt in dem Maß belasten, wie es in den westlichen Industrieländern üblich ist, würde dies den Planeten Erde in kurzer Zeit in eine ökologische Katastrophe führen. Wie aber können die Menschen in den Industrieländern ihren Lebensstil so verändern, dass auch die Menschen in den Entwicklungsländern eine Perspektive haben?

Zur Auseinandersetzung mit dieser Frage regt die Kampagne „Gutes Leben. Für alle!“ an, die vom Katholikenrat im Bistum Speyer, dem Bistum Speyer und dem katholischen Hilfswerk Misereor im August 2013 ins Leben gerufen wurde.

Ausgangspunkt der Kampagne ist die Frage, was unter einem „guten Leben“ zu verstehen ist. „Wir spüren immer stärker, wie wir in unserer globalisierten Welt in Mechanismen und Strukturen der Ungerechtigkeit verwickelt sind und zum Teil davon auch profitieren“, erklärte Christoph Fuhrbach, Referent des Bistums Speyer für weltkirchliche Aufgaben, beim Auftakt der Kampagne im August vergangenen Jahres.

Wie lässt sich die Kampagne auf die Verhältnisse in der Partnerdiözese Cyangugu (Ruanda) übertragen? Darüber sprachen die Speyerer mit Bischof Jean Damascene Bimenyimana aus Cyangugu. Kampage „Gutes Leben. Für alle!“

Fuhrbach erinnerte in diesem Zusammenhang an den Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch im April 2013, bei dem über 1.000 Menschen starben. „Als Christen können und wollen wir dazu nicht schweigen. Wir wollen auch nicht einfach mitschwimmen im Strom der Ungerechtigkeit“, betonte Fuhrbach. „Mit der Lebensstilkampagne wollen wir viele kleine Schritte anbieten, was wir alles tun können, um unsere Welt ein Stück gerechter zu machen“, erklärte der Referent.

Aktionsmotto „1000 – 100 – 10“

Bis zum 12. April 2014 (Samstag vor Palmsonntag) wollen die Initiatoren 1.000 Antworten zusammentragen, was ein gutes Leben ausmacht. Dann startet Phase 2: Gesucht werden 100 Personen, Gruppen, Gemeinden oder Einrichtungen, die in einem praktischen Experiment ihren Lebensstil konkret verändern wollen. In einem dritten Schritt sind ab Ostern 2015 zehn Nord-Süd-Dialoge geplant. Dabei wollen die Initiatoren der Kampagne Gespräche zwischen Menschen aus den Industrie- und den Entwicklungsländern zu der Frage anstoßen, wie ein „gutes Leben für alle“ aussehen könnte.

Das Aktionsmotto „1000 – 100 – 10“ weist auf das zentrale Ziel der Kampagne hin. Es besteht in einer Stärkung des Bewusstseins, dass alle Menschen – jenseits aller Unterschiede durch nationale Zugehörigkeit, kulturelle Tradition oder materiellen Wohlstand – letztlich in der einen Welt zuhause sind. Die Kampagne appelliert an die gemeinsame Verantwortung aller Menschen, dass die Erde auch für künftige Generationen bewohnbar bleibt, und sie regt zu einem Lebensstil an, der allen Menschen gerechte Lebens- und Entwicklungschancen eröffnet. (lek mit Bistum Speyer)

Link-Tipp

Aktuelle Termine, Bildergalerien und Denkanstöße zur Kampagne finden Sie auf der Webseite

www.gutesleben-fueralle.de

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