Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit!

  • Aktion Dreikönigssingen 2015

Zum 57. Mal werden rund um den 6. Januar 2015 bundesweit die Sternsinger unterwegs sein. „Segen bringen, Segen sein. Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit!“ heißt das Leitwort der kommenden Aktion Dreikönigssingen , bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder Kinder und Jugendliche in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen werden. Mit ihrem Motto machen die Sternsinger gemeinsam mit den Trägern der Aktion – dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – darauf aufmerksam, wie wichtig eine gesunde Ernährung für die Entwicklung von Kindern überall auf der Welt ist.

Bei ihrer zurückliegenden Aktion sammelten die Mädchen und Jungen zum Jahresbeginn 2014 rund 44,5 Millionen Euro. Die rund 330.000 beteiligten Sternsinger und ihre rund 90.000 Begleitenden in 11.075 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten erzielten damit das zweithöchste Ergebnis seit dem Start ihrer Aktion 1959. Mit den gesammelten Spenden können die Sternsinger rund 1.800 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützen. Durch ihr Engagement werden die kleinen und großen Könige zu einem Segen für benachteiligte Gleichaltrige in aller Welt. Neben dieser gelebten Solidarität tragen die Sternsinger Gottes Segen für das neue Jahr in die Wohnungen und Häuser der Menschen.

Zwei Milliarden Menschen weltweit sind mangelernährt

Im Mittelpunkt der aktuellen Aktion Dreikönigssingen steht das Thema Ernährung, Beispielland der Aktion sind die Philippinen. 842 Millionen Menschen weltweit leiden Hunger. Jeder achte Mensch hat nicht genügend zu essen, um ein gesundes Leben zu führen. Zwei Milliarden Menschen weltweit sind mangelernährt. Rund 2,6 Millionen Jungen und Mädchen unter fünf Jahren sterben jedes Jahr an den Folgen von Unterernährung. Mehr als 162 Millionen Kinder sind zu klein für ihr Alter, etwa 50 Millionen sind zu dünn für ihre Größe – beides sind Zeichen von Mangelernährung.

Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" Steffen/Kindermissionswerk

„Diese Zahlen sind erschreckend, insbesondere, wenn man bedenkt, dass theoretisch genug Nahrung für alle Menschen auf der Welt da wäre“, macht Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, deutlich warum man sich zur Aktion 2015 gemeinsam mit den Sternsingern diesem Thema widmet. „Armut und ungerechte Strukturen in den Gesellschaften sind in der Regel die Ursachen, dass Menschen der Zugang zu ausreichender und gesunder Ernährung fehlt. Sie ernähren sich beispielsweise nur von Reis, um ihren Hunger zu stillen, doch gerade den Kindern fehlen dann zu einer guten Entwicklung die notwendigen Vitamine und Nährstoffe. Wir sind herausgefordert, hier unsere Stimme zu erheben und überall deutlich zu machen, dass jedes Kind auf der Welt das Recht auf ausreichende, gesunde und ausgewogene Ernährung hat!“

Philippinen: 32 Prozent der Kinder zu klein für ihr Alter

„Auch auf den Philippinen, dem Beispielland unserer Aktion, ist eine gesunde Ernährung für Kinder nicht selbstverständlich“, macht Pfarrer Simon Rapp, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), deutlich. „32 Prozent der Kinder dort sind aufgrund von chronischer Mangel- und Unterernährung zu klein für ihr Alter. Und das, obwohl eigentlich genug gesunde Nahrungsmittel auf den Philippinen vorhanden sind. Die Zusammenhänge sind komplex, aber die Landwirtschaft dort ist beispielsweise stark exportorientiert. Die wenigsten Menschen bestellen zudem ihr eigenes Land, die meisten verdingen sich als Tagelöhner. Sie ernten dann die Früchte, die sie sich selbst von ihrem geringen Lohn nicht kaufen können, und die eigentlich der gesunden Ernährung ihrer Kinder dienen würden. Ein Umstand, der für uns kaum vorstellbar ist!“

Weltweite Hilfe der Sternsinger

Weltweit helfen die Sternsinger in den von ihnen unterstützten Projekten, dass Kinder gut ernährt werden und sich gut entwickeln können. In Indonesien zum Beispiel erhalten mangel- und unterernährte Kleinkinder ausgewogene Nahrung. Im kargen Nordosten Brasiliens lernen schon die Jüngsten, mit wenig Wasser auszukommen. Im Schulgarten bauen sie Gemüse an und tragen ihr Wissen auch nach Hause. In Brasilien, Kolumbien oder auf den Philippinen wird in Ernährungsprogrammen vor allem mit Kleinkindern, Schwangeren und Müttern gearbeitet. Mitarbeiter geben Kurse, in denen es um Stillen, ausgewogene Ernährung und Hygiene geht. Darüber hinaus stellen sie Nahrungsergänzungsmittel für mangel- oder unterernährte Kinder sowie für Schwangere her.

Schüler in einer Schule in Ndanda, Tansania. Flitner/Kindermissionswerk

Die Sternsinger setzen sich jedoch nicht nur in diesem Themenbereich für benachteiligte Gleichaltrige in aller Welt ein. Straßenkinder, Aids-Waisen, Flüchtlingskinder, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen – Kinder in über 100 Ländern der Welt werden jedes Jahr in Projekten betreut und versorgt, die mit Mitteln der Aktion unterstützt werden.

Eröffnung in Paderborn – Gottesdienst im Petersdom – Empfänge in Berlin und Brüssel

Bundesweit eröffnet wird die 57. Aktion Dreikönigssingen am Dienstag, 30. Dezember 2014, in Paderborn . 2.500 Sternsinger werden dazu erwartet. Sternsinger aus dem Bistum Fulda werden am Neujahrstag im Petersdom den Gottesdienst mit Papst Franziskus mitfeiern. Pünktlich zum Dreikönigsfest am Dienstag, 6. Januar 2015, sind Sternsinger aus dem Erzbistum Köln im Schloss Bellevue bei Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast.

Am Mittwoch, 7. Januar 2015, begrüßt Bundeskanzlerin Angela Merkel traditionell Sternsingerdelegationen aus allen 27 Diözesen im Kanzleramt in Berlin. Am selben Tag empfängt Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, in Brüssel Sternsingergruppen aus Deutschland und weiteren europäischen Ländern.

© Kindermissionswerk