Gäste der Adveniat-Aktion 2013

Auch in diesem Jahr hat Adveniat wieder zahlreiche Partner aus Lateinamerika eingeladen. Bis Mitte Dezember sind die Adveniat-Gäste aus Chile, Nicaragua, Honduras, Bolivien und der Dominikanischen Republik in deutschen Diözesen unterwegs, um über kirchliche Bildungsinitiativen in ihrer Heimat zu berichten.

Erzbischof Fernando Natalio Chomalí Garib – Chile

Seine Diözese Concepción gehört zu den ärmsten des Landes und ist gezeichnet von „durch Arbeitslosigkeit, Drogen- und Alkoholprobleme zerstörten Familien“. Auch die Unterdrückung der indigenen Mapuche ist ein zentrales Problem. Derzeit leitet Chomalí den Wiederaufbau der über 100 Kirchen, die beim Erdbeben zerstört wurden. „Adveniat kam uns damals als Erstes zu Hilfe, und durch diese Unterstützung konnte der normale Betrieb der Gemeinden aufrechterhalten werden“ – ganz nach seinem Motto „Für uns ist Gott der Vater und die Brüderlichkeit universell.“

Zu Gast in Deutschland vom: 18. November bis 2. Dezember 2013

P. Fernando Montes – Chile

Der 74-jährige Jesuit Fernando Montes leitete über Jahre die katholische Zeitschrift „Mensaje“, die von Chiles Nationalheiligem Alberto Hurtado gegründet wurde. „Mensaje“ war während der Diktatur ein Sprachrohr für die Einhaltung der Menschenrechte und die Rückkehr zur Demokratie. Seit 1997 ist Montes Rektor der „Universidad Alberto Hurtado“, an der basierend auf der kirchlichen Sozialethik gelehrt wird. „Die Forderungen der Schüler und Studenten sind gerecht, aber rechtfertigen keine Gewalt“, so Montes zu den anhaltenden Protesten für eine Reform des Bildungssystems.

Voraussichtlich zu Gast in Deutschland vom: 18. November bis 2. Dezember 2013

Pamela del Carmen Tripailaf Lefio – Chile

Die 34-jährige Pamela del Carmen Tripailaf Lefi o ist Lehrerin einer kleinen Landdorfschule außerhalb von Temuco, der Hauptstadt der Region Araucanía in Südchile. Dort unterrichtet sie ihre Schüler, allesamt indigene Mapuche genau wie sie selbst, sowohl auf Spanisch wie auf Mapudungun, der Sprache der Mapuche. Über Jahrzehnte wurden die Indigenen und ihre Kultur vom chilenischen Staat unterdrückt, was so weit führte, dass „die eigenen Großeltern und Eltern sich weigerten, den Kindern ihre Sprache beizubringen.“ Nun müssen die Mapuche ihre eigene kulturelle Identität erst wieder mühsam erlernen.

Zu Gast in Deutschland vom: 24. November bis 9. Dezember 2013

P. José Adalberto Palma Gómez – Honduras

„Ich bin ein Motivator“, sagt Padre José Adalberto. Der 38-Jährige kümmert sich nicht nur um die spirituellen Bedürfnisse seiner Gemeinde. Er fordert die Menschen auf, ihre täglichen Probleme anzupacken. „Nur weil wir arm sind, müssen wir das Schlechte nicht hinnehmen.“ Unterstützt von 391 ehrenamtlichen Gemeindehelfern kämpft der Padre gegen die Holzmafi a, Drogenbosse, prangert Umweltzerstörung durch Goldminen an – und hat Erfolg. Die Ausbildung der Delegados ist ihm dabei besonders wichtig. „Es sind diese Menschen, die die frohe Botschaft und neue Ideen bis in die entlegensten Orte bringen.“

Zu Gast in Deutschland vom: 25. November bis 16. Dezember 2013

José Argüello Lacayo – Nicaragua

„Der Glaube ist nichts Abstraktes, Abgehobenes. Er bietet konkrete Lebenshilfe“, sagt José Argüello. Vor 22 Jahren hat der promovierte Theologe in Nicaragua die „Equipo Teyocoyani“ gegründet, eine Institution, die sich um die Ausbildung von ehrenamtlichen Gemeindeleitern kümmert. Aufgrund von Priestermangel übernehmen die „Abgesandten des Wortes“, vor allem in den ländlichen Regionen Nicaraguas, große Teile der pastoralen Arbeit. „Die meisten von ihnen sind einfache Bauern. Wir haben eine Pädagogik entwickelt, die sich an der Lebensrealität der Menschen orientiert.“ Rund 1.000 „Delegados de la Palabra“ werden jedes Jahr in sechs Diözesen geschult.

Zu Gast in Deutschland vom: 18. November bis zum 02. Dezember 2013

P. Mario Serrano – Dominikanische Republik

Seine Ziele hat Padre Mario Serrano hochgesteckt. „Wir müssen das System verändern, wenn wir die Lebensverhältnisse der armen Menschen verbessern wollen“, sagt der 44-Jährige. Der Jesuitenpater leitet seit 2004 als Direktor das „Centro Bonó“ in Santo Domingo. Das Bildungszentrum bietet Raum für „Refl exion und Handlung“. Von hier aus starten zahlreiche Aktionen mit dem Ziel, einen politischen Wandel in Gang zu bringen. Mit Erfolg: Nach monatelangen Protesten der Kampagne „4%“ setzten die christlichen Gruppen durch, dass die Regierung in Zukunft vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung ausgeben wird.

Voraussichtlich zu Gast in Deutschland vom: 18. November bis 2. Dezember 2013

Erika Aldunate Loza – Bolivien

Erika Aldunate Loza (42) hat in La Paz und Rom studiert. Seit 2010 absolviert sie ein Promotionsstudium an der Universität Mainz über Marienverehrung und Volksreligiosität in den indigenen Kulturen ihrer Heimat Bolivien. Darüber hinaus gilt sie als Expertin in Fragen der Interkulturalität, Ökumene, Sozialethik und feministischen Theologie. Neben ihrer bereits 13-jährigen Tätigkeit als Dozentin, beispielsweise bei der Bolivianischen Ordenskonferenz und am Priesterseminar in La Paz, engagiert sie sich insbesondere für die Ausbildung von Laien.

Zu Gast in Deutschland vom: 18. November bis 2. Dezember 2013

P. Edilberto Sena - Brasilien

Pater Edilberto Sena ist Leiter von „Rádio Rural“ und hat einer der bekanntesten Radiostimmen im Norden Brasiliens. Denn mit seinem Programm erreicht er potenziell 500.000 Hörer pro Woche. Er beschäftigt sich in Sondersendungen mit pastoralen Themen, zum Beispiel mit der Gesundheit, mit Jugendlichen – oder für ihn besonders wichtig – die Debatte um Umwelt und Nachhaltigkeit.

Zu Gast in Deutschland vom 13.11. bis 20.11. und vom 1.12. bis 4.12.

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