„Ein gutes Gefühl“

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Frage: Wenn Sie in drei Worten auf den Punkt bringen müssen, was Sternsinger sind, welche sind das?

Rapp: Mit dem BDKJ-Slogan würde ich sagen, die Aktion Dreikönigssingen ist katholisch, politisch und aktiv. Beim Besuch in den Häusern und Wohnungen bringen die Sternsinger ihren Glauben zum Ausdruck, denn sie bringen Gott und seinen Segen zu den Menschen. Mit der Aktion verbinden sich auch politische Fragen, indem sie nach den Lebensbedingungen von Kindern weltweit fragt. Und die große Zahl von Kindern und Jugendlichen – rund 500.000 deutschlandweit – steht dafür, dass Kinder und Jugendliche aktiv sind und einiges in der Welt bewegen können.

Frage: Kälte, verkleiden, an fremde Türen klopfen: Warum machen so viele Kinder und Jugendliche mit?

Rapp: Sternsingen macht einfach Spaß. Trotz der Kälte und der ein oder anderen vor der Nase zugeschlagenen Tür ist es ein gutes Gefühl, gemeinsam mit anderen von Haus zu Haus zu gehen, den Menschen Segen und Freude zu bringen. Gleichzeitig lernen Kinder auf dem Weg viel. Sie setzen sich in der Vorbereitung mit den Lebensbedingungen Gleichaltriger in anderen Teilen der Welt auseinander. Und sie wissen, dass sie zusammen mit Freundinnen und Freunden etwas Gutes tun.

Die Sternsinger bringen den Segen "C+M+B - Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus" und sammeln für Not leidende Gleichaltrige in aller Welt. Sebastian Ulbrich

Frage: Inwiefern ist die Aktion auch etwas für Jugendliche?

Rapp: Jugendliche sind in vielen Pfarreien und auch für die Aktion eine wichtige Stütze. Sie bringen die Erfahrung mit, wie das Sternsingen geht. Sie geben den Jüngeren Mut, wärmen mit Spielen die Pausen auf und trösten auch mal, wenn‘s ganz kalt geworden ist. Sie helfen, neue Gruppenbegleiter zu finden, oder organisieren selbst die gesamte Aktion. Sie gestalten Gruppenstunden oder Leiterrunden zur Aktion Dreikönigssingen. Ältere Sternsinger ziehen auch zur Schule oder an die Uni, manchmal gehen sie sogar in die Kneipenviertel als Sternsinger. Und: viele Jugendliche gerade aus den Jugendverbänden, engagieren sich oft auch über die Aktion Dreikönigssingen hinaus für andere Kinder, für Partnerschaftsarbeit und globale Themen.

Frage: Was haben die Sternsinger eigentlich mit den Kindern in armen Ländern zu tun?

Rapp: Sternsinger sammeln bei der Aktion Spenden für Kinder und Jugendliche in ihrem Alter, denen es nicht so gut geht, und die durch Hilfsprojekte Unterstützung für ihr Leben erfahren. Vor allem aber verkünden sie die Frohe Botschaft von Gott, der den Menschen nahe ist. Sie bringen den Segen Gottes für das beginnende Jahr in die Häuser und Wohnungen. Also sind die Sternsinger für Gott, die Menschen, die sie besuchen, und vor allem für die Kinder in armen Ländern unterwegs. So erklärt sich auch unser diesjähriges Motto „Segen bringen“ den Menschen hier und „Segen sein“ für Kinder in aller Welt. Außerdem bekommen die Kinder in anderen Ländern auch mit, dass es eine Aktion gibt, die ihr Leben ein Stück besser macht. Sie bekommen mit, dass andere Kinder etwas tun, damit es ihnen besser geht. Und so sind die Sternsinger hier mit vielen Kindern auf der Welt verbunden.

Warten auf die Krankenschwester in einer Gesundheitsstation in Kilimahewa/Tansania. Steffen/Kindermissionswerk

Frage: Warum geht es in diesem Jahr um das Thema Gesundheit?

Rapp: Kinder und Jugendliche wissen, wie wichtig es ist, schnell gesund zu werden, wenn man krank ist, aber auch, dafür zu sorgen, gar nicht erst krank zu werden. Es geht bei der Aktion um Kinder, denen es nicht so gut geht, die nicht zum Arzt gehen können, wenn sie krank sind oder die sich Medikamente nicht leisten können. Krankheiten, die wir bei uns schon fast nicht mehr kennen oder die bei uns weniger schlimm verlaufen, können in Ländern wie Tansania tödlich verlaufen. Das Thema Gesundheit bietet Möglichkeiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen zu entdecken. So lernen Sternsinger, dass wir in einer Welt leben und füreinander Verantwortung tragen. Zugleich zeigen wir, welche Gesundheits-Projekte die Sternsinger mit den Spenden unterstützen.

Frage: Mal was ganz anderes: Wie schreibt man eigentlich den Segen richtig an?

Rapp: Eine spannende Frage, die mir oft gestellt wird. Das ist ganz einfach: 20 * C + M + B + 13. Nach den ersten beiden Ziffern der Jahreszahl die Anfangsbuchstaben des Segensspruchs „Christus Mansionem Benedicat“ – C M B. Dazwischen kommt ein Stern, dem ja damals die Sterndeuter gefolgt sind, und drei kleine Kreuzzeichen für den Segen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und zum Ende noch die letzten beiden Ziffern der Jahreszahl.

Frage: Ihr Wunsch für die Sternsinger bei dieser Aktion ...

Rapp: Ich wünsche den Sternsingerinnen und Sternsingern, dass sie vielen Menschen begegnen, die den Segen, den sie bringen, gerne annehmen und dass sie selber erfahren, dass sie in diesen Tagen ein Segen für die Menschen sind.

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