"Veränderung ist möglich!"

Welche Wirkung hat die Exposure-Erfahrung auf die einzelnen Teilnehmer und Teilnehmerinnen? Welche Erkenntnisse ziehen sie aus der unittelbaren Begegnung mit armen oder gesellschaftlich ausgegrenzten Menschen? Inwiefern beeinflusst die Begegnung den eigenen weiteren Lebensweg? Im Folgenden können Sie lesen, wie Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Kirche von ihrer Exposure-Reise und den damit verbundenen Lernerfahrungen berichten.

Wirtschaft

"Das Programm bot eine ausgezeichnete Möglichkeit, Instrumente der Entwicklungspolitik in der Praxis kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Eines konnten wir sehr deutlich erfahren: Veränderung ist möglich!"

Karl Starzacher, Arbeitsgemeinschaft Entwicklungspolitik der deutschen Wirtschaft / AGE

Karl Starzacher (BDI, Hessen Landesminister a.D.), EDP Uganda 2005 EDP e. V.

"Interessant, weil ich mir ein Leben ohne Strom, ohne fließendes Wasser, auf einer Matratze schlafend, abseits der Zivilisation nicht vorgestellt habe. Interessant mit welchen geringen Arbeitsmitteln die Landwirtschaft und das tägliche Leben betrieben werden. Interessant auch, weil das miteinander leben für mich neu war."

Edda Schröder, Invest In Visions GmbH

Politik

"Indien ist anders, ganz anders! Strahlende Metropolen mit einer sagenhaften Skyline und ärmlichsten Slums, ohne Wasser; kleine Dörfer ohne Straßen, mit offenen, stinkenden Abwasserrinnen- und überaus freundlichen, offenen Menschen; eine Wirtschaftsmacht, die inzwischen zum Mond fliegt - aber ohne Toiletten für hunderte Millionen Menschen.

Es waren unvergessliche Tage in Indien – es war ein direkter, ungefilterter Aufenthalt tatsächlich vor Ort – und eben keine Delegationsreise mit komfortablem Aufenthalt in klimatisierten Hotelräumen. Bleibt zu wünschen, dass möglichst viele Entscheider aus Politik und Wirtschaft diese direkten Erfahrungen vor Ort erleben mögen."

Detlef Müller, SPD

Maria Eichhorn (MdB) EDP Uganda 2008 Michael P. Sommer

"Ich bin mit einem zwiespältigen Gefühl nach Indien gefahren und würde heute jederzeit wieder hinfahren. Ich habe keinen Tag bereut. Solche Erfahrungen bekommt man nicht frei nach Hause geliefert, kann man in keinem Buch lesen und in keinem Fernsehprogramm erfahren. Jeder, der an einem Platz arbeitet, an dem Entscheidungen über Entwicklungshilfe getroffen werden, sollte solch eine direkte, ungeschönte Erfahrung sammeln."

Petra Bierwirth, SPD

"Die Lebensgeschichte unseres Gastvaters hat er unter das Motto gestellt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Diese Einstellung ist auch Motivation für mich und wird mich mein Leben lang begleiten."

Maria Eichorn, CDU-CSU Fraktion

Kirche

"Armut, die dort real herrscht, wird nicht als solche empfunden. Der Armut an Besitz steht ein Reichtum der Beziehungen gegenüber! Seitdem kann ich die Situation unserer Armen besser verstehen. Selbst Obdachlose (in der Region München) sind bei uns materiell reicher als die Bauern von Dinaratan. Sie bekommen Sozialhilfe, die objektiv höher ist als der Verdienst der Bauern dort. Aber viele der Menschen, die bei uns als arm gelten, besonders in der Obdachlosigkeit, sind nicht materiell arm, sondern arm an Beziehungen. Sie sind aus dem sozialen Netz gefallen. Sie haben keine tragenden und belastbaren Beziehungen. Sie leben allein und sind nicht mehr in der Lage, sich in Gemeinschaften einzuordnen. Armut – so habe ich gelernt – ist nicht nur eine Sache materiellen oder finanziellen Besitzes, sondern, das ist mir neu bewusst geworden, eine Folge des Fehlens von tragfähigen Beziehungen."

Weihbischof Engelbert Siebler, München

Bischof Stephan Ackermann (Vorsitzender Deutsche Kommission Justitia et Pax), EDP Uganda Maren Kneller

"In der Entwicklungszusammenarbeit gilt es, die Partner zu stärken. Es braucht viel Zutrauen und Zuhören, um zu erfahren, welche Unterstützung sie von uns brauchen. Es geht nicht einfach um Geld, um technische Ausstattung, sondern vor allem darum, die Menschen zu sensibilisieren und die Kraft zur Veränderung zu verstärken. "Changing attitudes", das war für mich das entscheidende Schüsselwort, das nicht von uns Deutschen kam, sondern von unseren ugandischen Partnern. Ich danke den ugandischen Partnern sehr herzlich für diese Gelegenheit des gemeinsamen partnerschaftlichen Lernens."

Bischof Dr. Stephan Ackermann, Bischof von Trier

"Leben und Liturgie, Leben und Glauben, Leben und Gebet, Alltag und Sonntag sind keine nebeneinander herlaufenden Linien. Diese Parallelität ist längst zugunsten einer Verbundenheit aufgehoben. Der Glaube beeinflusst das Leben wie umgekehrt das Leben den Glauben. Der Glaube ist die Kraft zum Leben und Überleben."

Weihbischof em. Franz Grave, Essen

Stand: September 2012