Entwicklung bekommt ein Gesicht

  • Exposure- und Dialogprogramme e. V.

Wie können Gerechtigkeit und Solidarität auch in einer globalen Welt verbindliche Wertmaßstäbe bleiben? Diese anspruchsvolle Aufgabe erfordert Erfahrung und Handlungskompetenz. Der Exposure- und Dialogprogramme e. V. gestaltet mit den Partnern vor Ort einen Prozess des erfahrungsbasierten Lernens und möchte so Entscheidungsträgern einen Perspektivwechsel ermöglichen.

Wolfgang Thierse (MdB, Vizepräsident des Deutschen Bundestags), EDP Bolivien 2003 EDP e. V.

Es geht um einen Beitrag, um Armut und Ausgrenzung in der Welt zu überwinden, die Globalisierung sozial zu gestalten und den Dialog der Kulturen und Religionen zu fördern. Es geht um die Förderung und Vertiefung der Lerngemeinschaft Weltkirche. Es geht um die umfassende Entwicklung des Menschen und sein Leben in Würde: Entwicklung bekommt ein Gesicht.

Exposure- und Dialogprogramme (EDP) ermöglichen in kurzer Zeit ein vertieftes Verständnis der Lebensbedingungen und des Potentials armer oder marginalisierter Menschen – und darüber hinaus der Werte, die sie leiten. „Sich aussetzen“ (‚to expose‘) und mit Menschen, die in Armut leben, in einen echten Dialog treten – das ist der Kerngedanke von Exposure- und Dialogprogrammen.

„Exposure- und Dialogprogramme sind eine sehr intelligente Art und Weise, Entwicklungszusammenarbeit zu gestalten. Diese Art der Nähe zu Menschen tut der Politik gut.“

— Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestags

Schritte im EDP – eine Woche vor Ort

Jedes Exposure- und Dialogprogramm wird aufgrund eines konkreten politischen oder pastoralen Handlungsbedarfs entwickelt.

Exposure

Zu Beginn des Programms leben und arbeiten die Teilnehmenden für drei Tage in Gastfamilien und erhalten tiefe Einblicke in ihr Zusammenleben, ihre Arbeit, die Gemeinde und das soziale, kulturelle und politische Umfeld.

Reflexion

Der Begegnung folgt eine kurze Phase der Reflexion. In diesem strukturierten Prozess tauschen die Teilnehmenden ihre Eindrücke und Erfahrungen aus, bringen ihre fachliche Kompetenz ein und bestimmen die Agenda des anschließenden Dialogs mit Experten.

Erzbischof Ludwig Schick, EDP Brasilien 2008 Wolfram Stierle

Dialog

Die Teilnehmenden diskutieren ihre individuellen Erfahrungen und fachlichen Fragestellungen mit Vertretern der beteiligten Organisationen und externen Fachleuten. Auf diese Weise werden Bezüge hergestellt zwischen der Mikroebene der Exposure-Erfahrung und den bestehenden Rahmenbedingungen.

© Gertrud Casel, Exposure- und Dialogprogramme e. V.

Das Aufschreiben der Lebensgeschichte der Gastgeberin oder des Gastgebers im Exposure hilft dabei, den Weg, den die und der Betroffene gegangen sind, besser zu verstehen und beim Folgetreffen auszuwerten. Persönliche Erfahrung eröffnet neue Perspektiven für die Gestaltung fairer und nachhaltiger Beziehungen zu Entwicklungs- und Schwellenländern. So entstehen Potentiale zur Veränderung, um im eigenen Wirkungsbereich Ursachen von Armut und Ausgrenzung zu beseitigen.

Stand: September 2012

www.exposure-dialog.de

Video-Reportage zum Exposure- und Dialogprogramm 2015 in Sambia

Eine Toilette, eine Dusche, ein Hahn, aus dem sauberes Trinkwasser kommt – das Menschenrecht auf Wasser gilt längst nicht überall als selbstverständlich. Während eines dreitägigen Besuchs in dem Dorf Musulumba im Süden Sambias lernt Martin Mauthe-Käter, Mitarbeiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, was der tagtägliche Kampf um Wasser bedeutet.

 

EDP-Teilnehmer

berichten von ihren Erfahrungen im Exposure und darüber, wie die Lebensgeschichten ihrer Gastgeber in ihnen Reflexionsprozesse über die eigenen Lebenserfahrungen und den eigenen Lebensweg ausgelöst haben.

"Veränderung ist möglich!"

Die Exposure- und Dialogprogramme

wenden sich an Entscheidungsträger, die in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kirche und Gesellschaft Einfluss haben, und vermitteln ihnen in Zusammenarbeit mit Selbsthilfeorganisationen und kirchlichen Partnern Aufenthalte bei Familien, die in Armut leben.

Der EDP e. V. und seine Geschichte