Die 56. Aktion Dreikönigssingen im Porträt

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  • Aktion Dreikönigssingen 2014

Zum 56. Mal werden rund um den 6. Januar 2014 bundesweit die Sternsinger unterwegs sein. „Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit!“ heißt das Leitwort der kommenden Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder Kinder und Jugendliche in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen werden.

Mit ihrem Motto machen die Sternsinger gemeinsam mit den Trägern der Aktion – dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – auf das Schicksal von Flüchtlingskindern in aller Welt aufmerksam.

46 Prozent der Flüchtlinge weltweit sind Kinder und Jugendliche

Im Mittelpunkt der aktuellen Aktion Dreikönigssingen steht das Thema Flucht. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) waren im vergangenen Jahr weltweit 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht. 46 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Ob in Afrika, Asien oder Lateinamerika: Die Sternsinger helfen Flüchtlingskindern in zahlreichen Ländern. Kinder, die wegen des Bürgerkriegs aus Syrien geflohen sind, erhalten Medikamente, Lebensmittel und Decken. In Südafrika oder im Kongo sorgen Projektpartner dafür, dass Flüchtlingskinder an ihren Zufluchtsorten zur Schule gehen können. Traumatherapie und Friedenserziehung stehen in ehemaligen Bürgerkriegsländern wie Sierra Leone oder Sri Lanka auf dem Programm. Örtlich rückt das Flüchtlingslager in Dzaleka im Beispielland Malawi (Ostafrika) in den Mittelpunkt der 56. Aktion. Knapp 17.000 Menschen leben in dem Lager, in dem die Sternsinger ebenfalls Schulprojekte und Programme zur Traumatherapie unterstützen.

Rechnen, Schreiben, Fremdsprachen: Schule in einem Flüchtlingslager in Malawi. Flitner/Kindermissionswerk

„Wir sind herausgefordert, auf das Schicksal von Flüchtlingskindern aufmerksam zu machen und sie in geeigneten Projekten in aller Welt zu unterstützen“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. „Flüchtlingskinder haben meist Schlimmes erleben müssen, sie sind fern ihrer Heimat besonders gefährdet und verletzlich.“ Ihnen Hoffnung durch geeignete Projekte zu schenken, sei jedoch nur die eine Seite der Medaille. „Im südlichen Afrika liegt die durchschnittliche Verweildauer eines Flüchtlings in einem Lager bei 17 Jahren, die meisten bleiben jedoch bis zu 25 Jahre in einem Camp“, so Prälat Krämer. „Die internationale Staatengemeinschaft ist gefordert, diesen Menschen eine Perspektive zu eröffnen. Die Industrienationen des Nordens müssen dabei als Aufnahmeländer von Kriegs- oder Katastrophenflüchtlingen noch mehr Verantwortung übernehmen.“

Gründe für Flucht, Vertreibung und Migration sind vielfältig

Kriege und Bürgerkriege, Religionszugehörigkeit oder ethnische Herkunft, Naturkatastrophen oder Armut und Hunger – die Gründe für Flucht, Vertreibung und Migration sind vielfältig. „Hier gilt es anzusetzen“, macht Pfarrer Simon Rapp, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), deutlich. „Mit ihrem Engagement tragen die Sternsinger schließlich auch zum Aufbau gerechterer Strukturen in den Ländern der Einen Welt bei. Wo Projekte zur Friedenserziehung oder die Bildungsarbeit unterstützt werden, wo Menschen einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen von Kindesbeinen an lernen und wo eine medizinische Grundversorgung gesichert ist, da haben Gerechtigkeit, Frieden und Entwicklung einfach mehr Chancen. Und dann gibt es hoffentlich auch weniger Gründe für die Menschen, aus ihrer Heimat zu fliehen.“

Die Sternsinger setzen sich also folgerichtig nicht nur für Flüchtlingskinder ein. Straßenkinder, Aids-Waisen, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen – Kinder in über 100 Ländern der Welt werden jedes Jahr in Projekten betreut und versorgt, die mit Mitteln der Aktion unterstützt werden.

Eröffnung in Köln – Gottesdienst im Petersdom – Empfänge in Berlin und Brüssel

Bundesweit eröffnet wird die 56. Aktion Dreikönigssingen am Montag, 30. Dezember, in Köln. 4.000 Sternsinger werden dazu erwartet. Sternsinger aus dem Erzbistum Paderborn werden am Neujahrstag im Petersdom den Gottesdienst mit Papst Franziskus mitfeiern. Pünktlich zum Dreikönigsfest am 6. Januar sind Sternsinger im Schloss Bellevue bei Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast. Am Dienstag, 7. Januar, begrüßt Bundeskanzlerin Angela Merkel traditionell Sternsingerdelegationen aus allen 27 Diözesen im Kanzleramt in Berlin. Am selben Tag empfängt Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, in Brüssel Sternsingergruppen aus Deutschland und aus weiteren europäischen Ländern. Träger der Aktion sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

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