Die 55. Aktion Dreikönigssingen im Porträt

  • Aktion Dreikönigssingen 2013

Zum 55. Mal werden rund um den 6. Januar 2013 bundesweit die Sternsinger unterwegs sein. „Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit!“ heißt das Leitwort der kommenden Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder 500.000 Kinder in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen werden.

Mit ihrem Motto machen die Sternsinger gemeinsam mit den Trägern der Aktion – dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – deutlich, dass weltweit jedes Kind das Recht auf medizinische Versorgung hat. Und mehr noch: Mit ihrem Engagement werden die Sternsinger zu einem Segen für benachteiligte Kinder in aller Welt.

Bei ihrer zurückliegenden Aktion sammelten die Mädchen und Jungen zum Jahresbeginn 2012 rund 42,4 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr kamen bei der 54. Sternsingeraktion rund 600.000 Euro mehr zusammen. Die beteiligten Gruppen in 11.529 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten erzielten damit das zweithöchste Ergebnis seit dem Start ihrer Aktion 1959. Mit den 42,4 Millionen Euro können die Sternsinger erneut mehr als 2.000 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützen.

„Zu wenig Krankenhäuser, zu weite Wege“

Unter anderem wird mit den Mitteln der Bau von Gesundheitsstationen gefördert sowie die Anschaffung von medizinischen Geräten und die Versorgung mit Medikamenten ermöglicht. Wie in Tansania, dem Beispielland der aktuellen Aktion. Obwohl dort rund die Hälfte der 44 Millionen Einwohner jünger als 15 Jahre ist, gibt es gerade einmal 100 ausgebildete Kinderärzte. „Zu wenig Krankenhäuser, zu weite Wege für die Patienten, schlechte bis gar keine Transportmöglichkeiten für Kranke – das ist die Realität, die wir in Tansania vorfinden“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks. „Es gibt also genug Gründe, um Gesundheit in Tansania zum Thema der Sternsingeraktion zu machen.“

Pfarrer Simon Rapp, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, und Aachener Sternsinger mit dem Krankenwagen. Schmitter/Kindermissionswerk

„Krankheiten, die wir in Deutschland schon fast nicht mehr kennen oder die hier weniger schlimm verlaufen, können in Ländern wie Tansania tödlich enden“, so BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp. „Es geht bei der Aktion um Kinder, denen es nicht so gut geht, die nicht zum Arzt gehen können, wenn sie krank sind, oder die sich Medikamente nicht leisten können.“

Ein Krankenwagen für Tansania

Unter dem Motto „Ein Krankenwagen für Tansania“ tourt seit Mitte September zudem ein Toyota-Geländewagen durch Deutschland, der im Vorfeld und während der Aktion Dreikönigssingen 2013 für die Anliegen der Sternsinger wirbt. In zahlreichen Städten, unter anderem in Köln, Würzburg und Berlin, wird der geländegängige Krankenwagen Station machen. Spiele und Bildungsangebote rund um das ungewöhnliche Mobil sollen Kindern und Erwachsenen dann unter anderem vermitteln, wie die Gesundheitsversorgung in Tansania aussieht. Ab nächstem Frühjahr wird der Krankenwagen für ein Hospital in Tansania im Einsatz sein.

Förderung in rund 110 Ländern

Doch nicht nur Kinder in den Projekten in Tansania profitieren vom Einsatz der kleinen und großen Könige in Deutschland. Straßenkinder, Aids-Waisen, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten, in Flüchtlingslagern oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen – Kinder in rund 110 Ländern der Welt werden jedes Jahr in Projekten betreut und versorgt, die mit Mitteln der Aktion unterstützt werden.

v.l.n.r.: Klaus Veeh, Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, Praelat Dr. Klaus Kraemer, Matthias Zoeller, Pfarrer Simon Rapp und Sternsinger aus Wuerzburg Hauck (POW)/Kindermissionswerk

Mehr als 2.200 Projekte jährlich – Eröffnung der Aktion in Würzburg

Mehr als 2.200 Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa können die Sternsinger jährlich unterstützen. Und diese Projekte tragen nachhaltig zum Abbau ungerechter Strukturen in den Ländern der Einen Welt bei. Bildungsprojekte haben dabei einen besonderen Stellenwert. Primarschulen, Alphabetisierungsprogramme oder die Anschaffung von Schulmaterial sind wichtige Fördermaßnahmen. Eine abgeschlossene Schulbildung und eine qualifizierte Berufsausbildung sind für die Mädchen und Jungen oft die einzige Chance, den Teufelskreis von Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität zu durchbrechen. Bildung wird damit zum Schlüssel der Entwicklung in den Ländern der so genannten Dritten Welt.

Eröffnung in Würzburg – Empfänge in Berlin

Bundesweit eröffnet wird die 55. Aktion Dreikönigssingen am Freitag, 28. Dezember, in Würzburg. 1.500 Sternsinger werden dazu erwartet. Am Freitag, 4. Januar, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel Sternsinger aus allen 27 deutschen Diözesen zum Empfang im Bundeskanzleramt in Berlin begrüßen. Pünktlich zum Dreikönigsfest am 6. Januar sind Sternsinger im Schloss Bellevue erstmals bei Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast, der die Tradition seiner Amtsvorgänger fortsetzt.

© Kindermissionswerk