Bildung für Strassenkinder in Nakuru

Die Erzdiözese Nakuru engagiert sich in der Reintegration von Straßenkindern in die Gesellschaft. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das Recht der Kinder auf Bildung realisiert und viele Akteure in die Arbeit eingebunden.

Die Zahl der Straßenkinder wächst stetig. Insbesondere nahm die Anzahl der Straßenkinder rund um Nakuru nach den Unruhen infolge der Wahl 2007 deutlich zu. Derzeit leben laut dem Sozialministerium rund 3.000 Straßenkinder in Nakuru – rechnet man die Städte im Nakuru Distrikt und den Bezirk Marigat hinzu, sind es rund 5.000.

Viele Kinder, die auf der Straße leben, kommen aus sozial vernachlässigten Familien. Die Eltern sind geschieden, haben Alkoholprobleme oder arbeiten in einem anderen Landesteil. Viele sind Aids-Waisen. Gewalt und sexueller Missbrauch in der Familie sind häufige Ursachen für die Flucht der Kinder auf die Straße. Zusätzlich nötigt die große Armut in den Familien die Kinder dazu, auf der Straße für ihr eigenes Überleben zu sorgen. Die Situation der Straßenkinder spiegelt die wirtschaftliche Misere wider, in der sich Kenia befindet.

Die Einstellung der Gemeinde gegenüber den Straßenkindern ist sehr abwertend. Auch wenn bei vielen Kindern der Wille besteht, die Schule zu besuchen, sind schulische Einrichtungen oft wenig bereit, diese Kinder aufzunehmen. Dadurch haben die Kinder keinen ausreichenden Zugang zu Bildung und finden keinen Ausweg aus dem Leben auf der Straße.

Konzentriert beim Lernen im Straßenkinderzentrum St. Francis Backes/Caritas international

Alle Akteure beteiligen

Die Caritas der Diözese Nakuru engagiert sich seit den 1980er Jahren für Straßenkinder. Diözesane Sozialarbeiter sprechen Straßenkinder aktiv an und laden sie in eines der beiden Rehabilitationszentren in Nakuru ein. Hier werden die Kinder in einem der Tageszentren über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren sozialpädagogisch betreut. Beschäftigungstherapie-Angebote wie Malen, Basteln, handwerkliche Tätigkeiten, Spiele und Sport strukturieren hier den Alltag. Auch Aufklärungsarbeit über HIV/AIDS und Drogenkonsum findet statt, meist auch unter Einbezug der Eltern. Die Arbeit wird von Caritas international regelmäßig unterstützt.

Seit Beginn des Projekts im Jahr 1976 wurden mit Hilfe von Caritas international und dem lokalen Partner rund 2.500 Kinder begleitet und rehabilitiert. Derzeit werden 76 Straßenkinder im Alter von sechs bis 18 Jahren in zwei Rehabilitationszentren betreut, im Mwangaza Street Children Rehabilitation Centre und im Zentrum St. Francis. Beide liegen in den Armenvierteln der Stadt Nakuru.

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Bildung für alle

Etwa 400 Kinder sind zudem derzeit in verschiedenen Bildungseinrichtungen eingeschrieben und werden durch die Sozialarbeiter des Programms begleitet: Sie gehen auf Elternabende, halten Kontakt zu der Schulleitung und vermitteln zwischen (Pflege-)Familie und Schule. Wichtig ist dabei die enge Zusammenarbeit mit Stadtteil-Komitees und mit den lokalen staatlichen Einrichtungen, dem Jugendamt und anderen Behörden.

Anfallende Kosten wie das Schulgeld übernimmt zu 80 Prozent die Erzdiözese. 20 Prozent werden von den Kindern oder ihren Familien beigesteuert. Damit wird den Kindern von ihren Eltern Wertschätzung entgegengebracht.

Bei Kindern, die noch einen Bezug zu ihrer Familie haben, gelingt es den Sozialarbeitern häufig, die familiäre Situation soweit zu stabilisieren, dass die Eltern oder Erziehungsberechtigten ihre Kinder wieder zu Hause aufnehmen. Oft werden Pflegeeltern gesucht, die sich um die Kinder kümmern. In Eltern-Unterstützungsgruppen lernen die Familien voneinander und erkennen, wie sie sich gegenseitig unterstützen können.

Die Erzdiözese begleitet 150 Familien der Straßenkinder und klärt die Gemeinde an Aktionstagen, über Radiosendungen und auf Elternabenden über die Situation und Rechte der Kinder auf. Öffentliche Foren, Medienkampagnen, Tag des afrikanischen Kindes, Bildung von Kinderclubs und Kinderkonferenzen tragen zur Reintegration der Straßenkinder in die Gesellschaft und zur Anerkennung ihrer Rechte bei.

Abgerundet wird das schulische Angebot durch berufliche Weiterbildungsmaßnahmen für die Jugendlichen. Sie werden darin unterstützt, eine Beschäftigung zu finden oder ihre selbständige Existenz aufzubauen, um ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Somit erhalten die Kinder und Jugendlichen den bestmöglichen Zugang zu Bildung.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie bei Caritas international .

© Caritas international