Von Lugoj nach München

Name: Dan-Cristian Visa

Alter: 28 Jahre

Heimatland: Rumänien

Studienort: Ludwig-Maximilians-Universität München

Fach: Kanonisches Recht

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Frage: Wie sind Sie auf das Stipendienprogramm aufmerksam geworden?

Visa: Ich bin über Renovabis auf das Albertus-Magnus-Programm aufmerksam geworden. Das Osteuropa-Hilfswerk unterstützt meine Heimatdiözese Lugoj in Rumänien seit Jahren, insbesondere beim Bau der Kirchen. Über die Webseite von Renovabis habe ich erfahren, dass das Hilfswerk auch Studierende aus der Ostkirche bei einem Studium im Ausland fördert. Nachdem ich eine positive Antwort auf meine Bewerbung erhalten hatte, bekam ich die Nachricht, dass ich auch in das Albertus-Magnus-Programm aufgenommen wurde.

Frage: An welcher Hochschule studieren Sie?

Visa: Ich mache ein Lizenziat im Kanonischen Recht an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zurzeit bin ich im dritten Semester.

Frage: Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Ihrer Heimatkirche und der deutschen sind Ihnen besonders bewusst geworden?

Visa: Einen Vergleich zu ziehen, fällt mir schwer. Die rumänische unierte (griechisch-katholische) Kirche ist eine kleine Kirche mit ca. 500.000 Gläubigen. Als Unterschied ist mir aufgefallen, dass die Kirche in Deutschland viel stärker im sozialen Bereich engagiert ist als meine Heimatkirche. Auf der anderen Seite ist meine Kirche konservativer im Bereich der Liturgie und der Lehre. Dies mindert die Gefahr der Relativierung der christlichen Werte.

Frage: Welche Chancen bietet ein Stipendienprogramm wie dasjenige der Deutschen Bischofskonferenz?

Visa: Ich bin sehr zufrieden, dass ich in dieses Stipendienprogramm aufgenommen wurde. Dadurch habe ich die Möglichkeit, an einer deutschen Hochschule zu studieren und einen Abschluss zu erlangen. Finanziell deckt das Stipendium alle Bedürfnisse, so dass ich mich voll und ganz auf das Studium konzentrieren kann. Auch Bekanntschaften mit Studenten, Professoren, Kirchenleuten etc. sind momentan und für die Zukunft sehr hilfreich. Last but not least bietet der Auslandsaufenthalt die Möglichkeit, Kirche und Gesellschaft in Deutschland kennenzulernen und die aktuellen Herausforderungen mit mehr Erfahrung und Sicherheit zu überwinden.

Frage: Wie geht es nach dem Studienabschluss weiter? Werden Sie die Partnerschaft zur deutschen Kirche weiterführen?

Visa: Nach dem Abschluss habe ich vor, als Priester/Kirchenrechtler tätig zu werden. Außerdem ist es mein Ziel, die Partnerschaft zu der deutschen Kirche weiter zu pflegen. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, möchte ich diese Verbindung ausbauen und die Zusammenarbeit der abendländischen Kirche mit den Ostkirchen fördern.

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